23.03.2020 - 16:10

Wie die Autoindustrie in der Corona-Krise Hilfe leistet

Die Corona-Krise hat die Weltwirtschaft und die Zivilgesellschaften im Griff, wie in anderen Branchen so gibt es auch in der Automobilindustrie Firmen, die helfen. Wir haben einige Beispiele zusammengetragen.

Der Autobauer Daimler lässt die globalen Social-Media-Kanäle von Mercedes-Benz und Daimler selbst nutzen, um die Verbreitung wichtiger Informationen offizieller Einrichtungen und Gesundheitsorganisationen zu unterstützen. Dabei setzt Mercedes-Benz auf Postings, die Fans und Kunden in der aktuellen Ausnahmesituation zu solidarischem Verhalten, Durchhaltevermögen und ‚Social Distancing‘ aufrufen sollen. „Wir spielen unseren über 50 Mio. Followers auf unseren internationalen Markenkanälen Tipps und Ratschläge zu Themen wie Hygiene, verantwortungsvolles Verhalten sowie dem Umgang mit Risikogruppen und Erkrankten aus. Darüber hinaus teilen wir Informationen ausgewählter Gesundheitsorganisationen“, erläutert Bettina Fetzer, Marketingchefin Mercedes-Benz AG. Des Weiteren hat Mercedes-Benz die aktuelle TV-Kampagne gecancelt und auf einen #stayhome-Spot umgeschaltet.

Der Volkswagen Konzern wiederum stellt zeitnah fast 200.000 Atemschutzmasken der Kategorien FFP-2 und FFP-3 für die öffentliche Gesundheitsvorsorge zur Verfügung. Die Spende erfolgt in enger Abstimmung mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Auch die Stadt Wolfsburg wird mit medizinischem Material unterstützt. Gleichzeitig soll der Konzern auf eigene Rechnung medizinisches Material in China gekauft haben, das bald nach Deutschland geliefert werden soll. Darüber hinaus will VW Herstellern von Medizintechnik wie Beatmungsgeräten helfen. Der Autobauer setzt auf den 3D-Druck, mit dem er entsprechend Teile fertigen könnte. Auch Konkurrent PSA prüft entsprechende Schritte für eine Teileproduktion.

Der Datendienstleister Here hilft aktuell mehreren Organisationen dabei, die Here-Datenservices für freiwillige Helfer für den Transport von Patienten und Medikamenten nutzbar zu machen. Das Unternehmen hat zusätzlich eine Webseite eingerichtet, wo sich Organisationen entsprechend registrieren können, die die Datenservices ebenfalls nutzen wollen.

In Berlin will der Berlkönig, das Ridepooling-Angebot der BVG in Zusammenarbeit mit dem Startup ViaVan, ab dem 25. März (Mittwoch) medizinisches Personal kostenlos durch die Stadt befördern. So sollen die Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, insbesondere während der Nachtschichten einfacher zur Arbeit und nach Hause kommen.

Seat lieferte bereits am 19. März eine Pressemitteilung, die darüber aufklärte, wie man insbesondere geteilte Autos während der Corona-Krise mit der richtige Desinfektion innen und außen versieht.

Der US-Konzern General Motors gab am Freitag bekannt, dass es mit Ventec Life Systems zusammenarbeitet, um die Produktion von Atemwegsversorgungsprodukten wie Beatmungsgeräten zu steigern, die von einer wachsenden Anzahl von Krankenhäusern benötigt werden, da sich die COVID-19-Pandemie in den USA ausbreitet. Ventec wird das Logistik-, Einkaufs- und Fertigungs-Know-how von GM nutzen, um mehr Systeme zu bauen.

Das spanische Innovationszentrum Ennomotive beschäftigt sich sonst mit Fahrzeugthemen, jetzt initiert man einen Wettbewerb zum Entwurf kostengünstiger, einfach herzustellender Beatmungsgeräte. Dafür kooperiert man mit internationalen Initiativen und animiert die eigene Community von gut 20.000 Ingenieuren zu helfen.

Der Fahrdienstvermittler Lyft bietet nun auch medizinische Versorgung und Essenslieferung während der Coronavirus-Pandemie an.

Die italienische Eigner-Familie Agnelli, sie hält aktuell die Mehrheit am FCA-Konzern, hat u.a. über die kontrollierte Holding EXOR und ihre Tochtergesellschaften Fiat Chrysler Automobiles (FCA), Ferrari und CNH Industrial haben zusammen mit Unternehmen außerhalb der Gruppe insgesamt 150 Beatmungsgeräte sowie weitere medizinische Ausrüstung von verschiedenen außereuropäischen Anbietern organisiert. Der unverzügliche Transport per Luftfracht nach Italien wird gerade vorbereitet. Die Agnellis haben der Italienischen Behörde für Zivilschutz sowie der in der Region Piemont tätigen Hilfsorganisation Specchio di Tempi-La Stampa die Summe von 10 Millionen Euro gespendet.

Auch der chinesische Autobauer Geely nutzt seine Ressourcen. So liefert man Hilfsmaterialien nach Deutschland und Schweden. Geely ist Investor bei Daimler und Eigentümer von Volvo. Wiederum Zulieferer ZF hatte zu Beginn des Monats bereits mit der Produktion von Schutzmasken in China begonnen.

Laut ersten Medienberichten hat auch Tesla bereits 50.000 Atemschutzmasken in den USA zur Verfügung gestellt. Tesla-Boss Elon Musk hatte insgesamt 250.000 Masken und 1.000 Beatmungsgeräte versprochen.

Wir aktualisieren den Beitrag gelegentlich.

Autor: Jens Stoewhase

Autor: jst

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