23.01.2020 - 14:13

WeShare – 7 weitere Städte, mehr Fahrzeugmodelle

Volkswagens Sharing-Tochter UMI expandiert mit der Carsharing-Marke WeShare im Laufe des Jahres in sieben weitere Städte in Deutschland und im europäischen Ausland. Mit Prag und Hamburg geht es bereits im Frühjahr los.

Im weiteren Jahresverlauf sollen die Städte Paris, Madrid, Budapest, München und Mailand folgen. Grundsätzlich hat man sich des elektromobilen Carsharings verschrieben, erklärte Philipp Reth, CEO bei der UMI Urban Mobility International GmbH. So wird WeShare seine vollelektrische Flotte europaweit auf 8.400 E-Fahrzeuge aufstocken. In Prag und Budapest wird WeShare mit Škoda kooperieren. UMI ist eine Tochter der Gesellschafter Volkswagen und Škoda. In den anderen Metropolen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien kommen neben dem e-Golf auch der e-up! und zum Ende des Jahres der ID.3 von Volkswagen zum Einsatz.

„Für uns ist 2020 ein Jahr des starken Wachstums“, sagt Philipp Reth, Chief Executive Officer (CEO) von WeShare „Wir sind überzeugt, dass vollelektrisches Free-Floating-Carsharing auf dem Weg zu automatisierten Transportsystemen noch eine längere Zeit ein wesentliches und skalierungsfähiges Brückenelement im Bereich der nachhaltigen und geteilten Mobilität ist.“ Ziel müsse es nun sein, gemeinsam mit den Städten, dem Carsharing auch in der Breite der Bevölkerung zum Durchbruch zu verhelfen. „Wir wünschen uns daher ein Entgegenkommen der Städte, etwa im Bereich der Parkgebühren für Carsharingfahrzeuge oder beim Ausweisen von neuen Carsharingflächen im öffentlichen Raum, um für potenzielle Nutzer positive Anreize zu setzen und Carsharing noch interessanter und relevanter zu machen“, so Reth.

Im Pressegespräch erklärte Philipp Reth, welche Motivation die weitere Expansion in Europa begleitet. Demnach sind die weiteren Städte u.a. danach ausgewählt worden, wo Interesse an und die Privilegierung von Elektromobilität existiert. Gleichzeitig sei es in Hamburg und München fast Zugangsvorraussetzung gewesen, mit einer vollelektrischen Flotte anzutreten. In allen genannten Städten sind bereits konkurrierende Sharinganbieter unterschiedlichster Ausrichtung zu finden. Für Reth ganz klar ein Vorteil – man muss das Thema Sharing nicht mehr neu erklären.

Generell möchte man nur in Städte expandieren, die auch erfolgsversprechend sind. Zuletzt hatte Share Now, der Free-Floating Carsharing-Anbieter der aus den beiden Diensten car2go und DriveNow hervorgegangen ist, in einer Pressemeldung vermeldet, dass künftig die Städte im Mittelpunkt stehen würden, die langfristig profitables Wachstum versprechen würden. Share Now hatte sich vor kurzer Zeit den nordamerikanischen Markt aufgegeben und auf die schwierigen Bedingungen dort verwiesen. WeShare scheint sich das genauer angeschaut zu haben. Philipp Reth will risikoreiche Experimente in Märkten vermeiden, die anschließend zu einer Konsolidierung führen könnten. Dafür zitierte er die Berlin Band Wir Sind Helden mit „Wir sind gekommen, um zu bleiben“.

Jenseits des weiteren Ausrollens in neue Märkte will WeShare auch das Angebotsportfolio erweitern. Philipp Reth kündigte Mobilitätsservices neben dem Carsharing an, blieb auf Nachfrage aber noch wage. Er verwies auf einen späteren Zeitpunkt im laufenden Jahr.

Für eine WeShare-Expansion sieht Reth in erster Linie hochverdichtete Ballungsräume ab einer Einwohnerzahl von mindestens einer Million Menschen. Für die bereits avisierten Städte sind darüber hinaus immer die Flughäfen an das Geschäftsgebiet direkt ab Launch angebunden.

Parallel zur Expansion hat Reth die Optimierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse auf der Agenda. So will man bisher in die weiteren Städte jeweils nur mit kleinen lokalen Teams starten. Für Paris sprach der Geschäftsführer von einer einstelligen Zahl für Personal. Ein Großteil der Prozesse soll aus Berlin heraus gestemmt werden. Für die Fahrzeuglogistik in Bezug auf umparken und laden setzt man in Berlin und den anderen Städten auf externe Dienstleister. Trotzdem des Ziels schlanker Strukturen geht man bei UMI von gut drei Jahren aus, bis eine Stadt profitabel bespielt werden kann.

Berliner Zahlen nach gut 6 Monaten

Im Sommer 2019 war WeShare mit 1.500 e-Golf in Berlin gestartet, wo das Unternehmen mittlerweile 50.000 registrierte Kunden verzeichnet. Philipp Reth unterstrich die wohl hohe Aktivitätsrate der Kundinnen und Kunden. Demnach sind gut drei Viertel der 50.000 Kunden aktiv. „Diese Quote ist im Branchenvergleich sehr hoch und zeigt, dass WeShare für die Menschen eine hohe Relevanz in ihrer städtischen Mobilität besitzt“, so CEO Philipp Reth. UMI errechnet das u.a. anhand der Fahrzeugmieten eines Kunden im Rückblick auf 90 Tage.

Die Fahrzeuge von WeShare in Berlin haben im zurückliegenden halben Jahr dabei mehr als drei Millionen vollelektrische Kilometer zurückgelegt, was sich in durchschnittlich vier bis fünf Fahrten pro Fahrzeug und Tag übersetzt.

Im Laufe des Jahres 2020 will man in Berlin die Flotte auf mindestens 2.000 Fahrzeuge steigern. So werden etwa 500 e-ups eingeflottet. VWs neues elektrische Aushängeschild, der ID.3, soll ebenfalls in dreistelliger Zahl nach Berlin kommen. Ebenfalls im Jahr 2020 soll auch das Bediengebiet für Berlin erweitert werden.

Eine der wesentlichen Herausforderungen für WeShare in Berlin sei derweil noch das Laden der Fahrzeuge. Um die unzureichende Versorgung mit öffentlicher Ladeinfrastruktur auszugleichen, sind die Volkswagen AG und WeShare daher zusätzlich eine Partnerschaft mit der Schwarz-Gruppe eingegangen. Die Schwarz-Gruppe errichtet derzeit an 60 Lidl- und zehn Kaufland-Standorten in der Hauptstadt insgesamt 140 öffentliche Ladepunkte. WeShare kann als Kooperationspartner die Ladesäulen für seine Carsharing-Flotte außerhalb der Öffnungszeiten exklusiv über Nacht nutzen. Während der Öffnungszeiten am Tag stehen die Ladesäulen allen Kunden von Lidl und Kaufland zur Verfügung. Neben der Schwarz-Gruppe strebt WeShare weitere Partnerschaften an, um die nutzbare Ladeinfrastruktur insbesonder auf halböffentlichen Flächen auszubauen.

Autor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der UMI Urban Mobility International GmbH

Autor: jst

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23.01.2020 14:57