15.07.2020 - 07:40

Was Conti für die Zukunft plant

Conti setzt auf weiter Digitalisierung, assistiertes, automatisiertes und darauf aufbauend autonomes Fahren sowie emissionsfreie Antriebe. Das bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart im Rahmen der virtuell durchgeführten Hauptversammlung 2020 des Technologieunternehmens. Wachstumstreiber seien Software, Systeme für mehr Sicherheit und saubere Antriebe.

Wenn es nach dem Chef geht, dann sind die Continental-Technologien auf Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit ausgelegt und dienen damit dem nachhaltigen Wachstum. „Unser Herz schlägt für ein gesundes Ökosystem der Mobilität“, erklärte Degenhart in der Continental-Hauptversammlung 2020 diese Woche. „Das ist ein System, in dem alle drei wichtigen Anforderungen im Gleichgewicht stehen: die ökologischen, ökonomischen und sozialen.“ Die Continental-Lösungen bereiten dafür den Weg, indem sie zu erhöhtem Umweltschutz und mehr Klimaneutralität beitragen, erschwinglich sind und den Menschen individuelle Mobilität ermöglichen. „Diese große Aufgabe beginnt bei uns selbst. Schon ab diesem Jahr kaufen wir für alle Werksstandorte weltweit nur noch Strom aus nachweislich regenerativen Quellen ein“, skizzierte Degenhart den Fahrplan. „Bis 2040 produzieren wir klimaneutral und bis 2050 kommen wir zusätzlich auf allen Stufen unserer Wertschöpfung ohne CO2-Emissionen aus.“

Software, Sicherheit und saubere Antriebe

Für profitables und nachhaltiges Wachstum setzt Continental auf Digitalisierung und Software. „Software ist der Sauerstoff der Industrie, denn mit ihr sind völlig neue Dienstleistungen möglich. Die Wertschöpfung mit Software wächst jährlich im zweistelligen Prozentbereich“, erläuterte Degenhart. Mit Hochleistungscomputern, dem digitalen Herzstück von Fahrzeugen, erzielt Continental schon heute Umsätze von mehr als drei Milliarden Euro (gerechnet über die Laufzeit der betroffenen Automodellreihen hinweg). „Allein ein einziger Kunde erhält bis 2022 über 2,5 Millionen solcher Rechner von Continental. Aber das ist erst der Anfang. Bis 2022 rechnen wir mit mehr als zehn weiteren Projekten für diese Innovation“, so Degenhart.

Bei neuen Dienstleistungen rund um die Mobilität sei die Digitalisierung ebenfalls entscheidend. „Wir machen fast alle unsere Produkte intelligent und digitalisieren zum Beispiel Reifen oder Luftfedersysteme. Schon heute sind die Daten der Reifen sehr begehrt. Wir senden sie über unsere digitalen Dienste an die Betreiber von Fahrzeugflotten. Damit erweitern wir unser Geschäft mit Flotten, mit denen wir rund eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr machen“, so Degenhart. Bis 2030 soll dieser Umsatz verdreifacht werden. „In der Produktion sehen wir durch die Digitalisierung das größte Potenzial für Effizienzgewinne in den kommenden Jahren. Aktuell setzen wir dafür bereits 1.600 kollaborative Roboter ein, die Hand in Hand mit ihren menschlichen Kollegen arbeiten“, führte Degenhart aus.

Ein zweites Wachstumsfeld für Continental liegt im Geschäft mit Systemen für das assistierte und automatisierte Fahren. „Wir entwickeln diese Technologien für null Unfälle und null Tote im Straßenverkehr. Das Geschäft mit Fahrerassistenzsystemen wächst so schnell wie kaum ein anderes“, so Degenhart. Zusätzlich verkauft Continental derzeit jährlich über 350 Millionen Sensoren im Bereich der passiven Sicherheit. Für das Bremsengeschäft gab Degenhart einen Ausblick auf knapp 40 Millionen hochintegrierte Bremssysteme, die das Unternehmen bis 2023 produzieren wird.

Das dritte Wachstumsfeld für Continental sind Technologien für saubere Fahrzeugantriebe. „Das ‚E‘ bei E-Mobilität steht nicht nur für ‚Elektro‘, sondern vor allem für ‚emissionsfrei‘. Ob mit Batterie oder Brennstoffzelle: Die E-Mobilität ist ein Wachstumsmarkt. Und damit die große Chance für Vitesco Technologies“, erläuterte Degenhart. Für den Großteil der Produktfamilie im Antrieb wächst der Markt aus Sicht von Continental in den kommenden fünf Jahren um rund 30 Prozent jährlich.

Raus aus der Krise

Die 2019 gestartete Neuausrichtung des Unternehmens wird in der Krise weiterverfolgt. „Unser Umbauplan ist unser Weg in die Zukunft. Er ist und bleibt unsere wichtigste Aufgabe“, verdeutlichte Degenhart den Aktionären. „Wir erweitern unser profitabel wachsendes Portfolio und machen es noch zukunftsfähiger. Wir beschleunigen außerdem unsere Abläufe in noch schlankeren Strukturen.“ Continental plant mit dieser Strategie ab 2023 jährliche Einsparungen von rund 500 Millionen Euro.

Als wesentliche Aufgabe von Continental bezeichnete Degenhart die Unternehmensanpassung an die weltweit geringere Fahrzeugproduktion. So erwarten Marktbeobachter ein Produktionsvolumen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Jahr 2020 von maximal 70 Millionen Fahrzeugen. Das Rekordniveau von 2017 in Höhe von über 95 Millionen Einheiten wird nach Ansicht von Continental frühestens nach 2025 wieder erreicht.

Mit der Verringerung von Überkapazitäten, Reduzierung von Investitionen, Verminderung des Umlaufvermögens sowie der Arbeits- und Sachkosten plant Continental die Einsparung von mehreren Hundert Millionen Euro zusätzlich bis zum Jahr 2022.

Autor: jst

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15.07.2020 07:13