24.09.2020 - 07:18

VW-Lkw-Holding Traton steigt bei US-Startup Tusimple ein

Im Rahmen eines ersten gemeinsamen Projektes will die VW-Marke Scania mit den Amerikanern eine Lieferstrecke zwischen den schwedischen Städten Södertälje und Jönköping in Betrieb nehmen. Die Lkw sollen dabei auf Level 4 fahren.

Matthias Gründler, der Vorstandsvorsitzende der Traton SE, hat auf der Hauptversammlung in München die künftige Unternehmensstrategie skizziert. So sollen alle aktuellen Entwicklungs-Projekte in den nächsten Monaten hinterfragt und neu priorisiert werden, erklärte Gründler beim virtuellen Aktionärstreffen.

„Die globale Partnerschaft mit TuSimple bringt uns auf unserem Weg zum Global Champion einen weiteren Schritt voran. Innovative Zukunftstechnologien, die unseren Kunden Mehrwert bieten, sind ein wesentlicher Teil unserer Strategie“, erklärte Matthias Gründler, der Vorstandsvorsitzende der Traton SE, selbstbewusst. Die ersten Testfahrzeuge sollen auf der hochautomatisierten Stufe 4 unterwegs sein. TuSimple hat seine Technologie seit 2017 bereits mit mehreren Millionen Testkilometern auf öffentlichen Straßen erprobt und ist ein führender Entwickler von Lösungen für autonomes Fahren, etwa im Bereich Perzeption und Nachtsicht

Ziel ist es, gemeinsam autonome Systeme der SAE-Stufe 4 für die Lkw der Traton-Marken Scania, MAN Truck & Bus und Volkswagen Caminhões e Ônibus zu entwickeln, die zu vollautomatischem Fahren ohne menschliches Zutun unter bestimmten Fahrbedingungen und auf allen Märkten fähig sein sollen. Traton will die Technologien in Schweden, Deutschland und weiteren Ländern in Lkw-Flotten auf der Straße erproben. Damit ließe sich mittelfristig der zunehmende Mangel an Fahrern abschwächen, heißt es seitens Traton. Experten schätzen, dass allein in Deutschland derzeit rund 60.000 Fahrerinnen und Fahrer fehlen. Zudem wären autonom fahrende Lkw in der Lage, die Gesamtauslastung der Lkw-Kapazitäten zu verbessern. Erste Anwendungsfälle außerhalb von abgegrenzten Bereichen sind insbesondere für hochfrequentierte Hub-to-Hub-Routen denkbar.

In der Konsequenz die Kostenstruktur zu optimieren, will man auch strategische Zukunftsthemen für gleich die ganze Gruppe anschieben. Dazu zählt eben auch die auf der Hauptversammlung vorgestellte strategische Partnerschaft mit TuSimple. Dafür formulierte Matthias Gründler für Traton eine führende Position: „Um unserer Entschlossenheit Nachdruck zu verleihen, haben wir uns an dem Unternehmen beteiligt“. In welcher Höhe die Beteiligung ist, ließ man jedoch offen.

Gleichzeitig wolle man mit fokussierten Investitionen in Zukunftsthemen und Kostendisziplin das Geschäft zu stabilisieren. „Bei Traton bauen wir jetzt die Brücken in eine neue Zeit“, unterstrich Gründler. Um größeren Mehrwert für die Gruppe schaffen zu können, sollen auch Strukturen und Prozesse der Holding überprüft werden. Sie soll ihre Einkaufskraft weiter bündeln und „ein immer attraktiverer Arbeitgeber für die besten Talente im Markt“ werden.

Autor: jst

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