22.07.2020 - 15:50

Voi, Dott und Tier – E-Scooter-Sharer wollen Nachhaltigkeit verbessern

Die drei europäischen Mikromobilitätsanbieter Voi, Dott und Tier schließen sich nach eigenen Angaben zusammen und wollen gemeinsam die Nachhaltigkeitsstandards im gesamten E-Scooter-Sektor verbessern. Dazu haben die Startups 10 ökologische und soziale Selbstverpflichtungen vereinbart.

So wollen sie niemals einen funktionstüchtigen E-Scooter verschrotten. Ein hehres Ziel wenn man sich kurz an die jüngere Vergangenheit erinnern will. Da ließ Lime die frisch übernommenen Jump-eBikes schreddern. Oder wir denken kurz an die unglaubliche Materialschlacht der Bikesharer wie Mobike und Ofo allein in deutschen Städten.

Darüber hinaus wollen die drei Sharing-Anbieter alle operativen Betriebsabläufe bis Ende 2020 mit grüner Energie betreiben und nicht mit Freelancern arbeiten. Auch da gab es immer wieder Kritik zu Arbeitsbedingungen, wenn es um das Reinigen, Warten und Laden der Free-Floating-Fahrzeuge ging. Dott, Tier und Voi fordern demnach alle anderen Anbieter auf, sich zur Unterstützung von Städten und ihren Bewohnern der Einhaltung dieser Richtlinien anzuschließen.

Die insgesamt 10 Punkte für die ökologische und soziale Selbstverpflichtungen sollen den gesamten Lebenszyklus der E-Scooter abdecken:

Herstellung
1. Verwendung von mindestens 20% recyceltem Material in allen neuen E-Scootern ab 2021
2. Anschaffung aller neuen E-Scooter ausschließlich mit austauschbaren Batterien ab 2020

Operativer Betrieb
3. Verzicht auf prekäre „Gig-Economy” in allen Märkten und Verpflichtung zur Einhaltung von existenzsichernden Lohnstandards
4. Verantwortungsbewusstes Wachstum ohne Überflutung der Straßen
5. Betrieb aller Lagerhäuser mit erneuerbarer Energie bis Ende 2020
6. Verwendung von Elektrofahrzeugen zum Aufladen und zur Wartung der Flotte bis Ende 2021
7. Ergreifen von Maßnahmen zur Minderung des Risikos, dass E-Scooter in Gewässern landen und Bündelung von Ressourcen zur Bergung von E-Scootern aus Gewässern in allen Städten in denen die Anbieter aktiv sind

Lebensende
8. Keine Verschrottung funktionstüchtiger E-Scooter und Recycling aller Einzelteile, die nicht mehr repariert oder als Ersatzteile verwendet werden können
9. Suche nach Second-Life-Lösungen für alle funktionierenden E-Scooter

Während des gesamten Lebenszyklus
10. Berechnung der Kohlenstoffemissionen während des gesamten Lebenszyklus und Ausgleich der Emissionen

Die Vereinigung der drei Anbieter will ein unabhängiges Gremium einsetzen, das die Fortschritte bei allen Verpflichtungen überwacht, bewertet und transparent darüber berichtet. Der Ansatz hat ein gewisses Gewicht. Voi ist in 40 Städten und 10 Ländern in Europa präsent. Dott betreibt derzeit über 20.000 E-Scooter in 13 Top-Städten in Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien und Polen. TIER Mobility ist inzwischen in 70 Städten in 9 Ländern tätig. Gleichzeitig wird sich zeigen, ob auch weitere Sharing-Services, wie Fahrrad-, Moped- und Carsharer zukünftig dabei sein werden. Der gesamten Branche wurde das entsprechend gemeinsame Engagement sehr gut zu Gesicht stehen und lobbyseitig mehr Gewicht verleihen.

Autor: jst

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