21.10.2020 - 06:59

VDA: Industrie und Städte wollen bei urbaner Mobilität an einem Strang ziehen

Neun deutsche Städte, Unternehmen der Automobilindustrie und der Verband der Automobilindustrie (VDA) haben sich zur Plattform Urbane Mobilität zusammengeschlossen und das Thesenpapier „Neue Mobilität erfahrbar machen“ vorgelegt.

Darin identifiziert die Plattform eine Reihe von Handlungsnotwendigkeiten zur Reduktion der Emissionen und der Flächeninanspruchnahme durch den motorisierten Verkehr. Mobilität und Logistik effizienter, sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten und dadurch eine höhere Lebensqualität in den Städten zu schaffen – das sollen die gemeinsamen Ziele der Plattform Urbane Mobilität sein. In einem jetzt vorgelegten Thesenpapier versucht die Plattform Wege aufzuzeigen, wie emissionsarme und flächensparende Mobilitätskonzepte in der Stadt vorangetrieben werden können, um den zentralen Herausforderungen urbaner Mobilität zu begegnen: Reduktion der Emissionen und der Flächeninanspruchnahme durch den motorisierten Verkehr.

Der Plattform Urbane Mobilität gehören die Städte Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Ludwigsburg, München und Stuttgart sowie die Unternehmen Audi, BMW, Daimler, Ford, Porsche, Schaeffler, Volkswagen und der VDA an.

„Durch die Zusammenarbeit in der Plattform Urbane Mobilität zeigen Städte und Industrie, dass sie die Notwendigkeit für eine Lösungspartnerschaft erkannt haben,“ erklärt VDA-Präsidentin Hildegard Müller dazu. „Weder Städte noch Industrie allein können die notwendige Transformation der Mobilität bewältigen, kooperative Lösungen sind gefragt.“

„Sowohl Städte als auch die Automobilindustrie stecken in Umbrüchen. Klimaschutz, endliche Ressourcen, Luft- und Lärmbelastung verlangen ebenso nach Veränderungen im Mobilitätsbereich wie auch der natürlich begrenzte Straßenraum in unseren Städten”, stellt Dr. Maike Schaefer fest, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau der Freien Hansestadt Bremen. „Der Platzbedarf des Kfz-Verkehrs ist ein Kernproblem vieler Städte – nicht nur aufgrund der Zunahme der Kraftfahrzeuge, sondern auch durch deren angestiegene Größe. Neue Lösungen müssen her. Technik alleine wird die Probleme nicht lösen. Da ist es sehr zu begrüßen, dass in der Plattform Urbane Mobilität Städte und Automobilindustrie gemeinsam an innovativen Lösungen arbeiten.“

„Technische Innovationen können aber einen Lösungsbeitrag leisten. Mit der zunehmenden Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen sowie besonders sauberen Pkw wird die Luftqualität in den Städten weiter verbessert. Das gilt auch für die Lärmemissionen. Die voranschreitende Digitalisierung und Elektrifizierung städtischer Verkehre, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und der Wandel des Mobilitätsverhaltens bieten große Chancen für den Transformationsprozess. Wichtig ist, dass die Menschen mobil und unabhängig bleiben können und ihr Bedürfnis nach individueller Mobilität und gesellschaftlicher Teilhabe erfüllt wird. Und gleichzeitig gilt es, die Klimaschutzziele zu erfüllen und die Effizienz im urbanen Raum zu steigern“, betont Hildegard Müller.

In ihrem Thesenpapier „Neue Mobilität erfahrbar machen“ identifiziert die Plattform eine Reihe von Handlungsnotwendigkeiten. So gelte es, für einen schnellen Markthochlauf der E-Mobilität jetzt zügig eine leistungsfähige und nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur für batterie-elektrische Fahrzeuge auf- und auszubauen. Hierfür brauche es auch weitere Anreize sowohl für den öffentlichen als auch den privaten Raum. Auch Nutzervorteile für emissionsarme Lieferfahrzeuge seien notwendig, um den städtischen Wirtschaftsverkehr zunehmend lokal emissionsfrei abwickeln zu können.

Bremens Mobilitätssenatorin Schaefer sieht eine klare Zielstellung: „Eine zukunftssichere Stadt muss klimaneutral werden, effizient sein und Lebensqualität bieten. Bremen zeigt als ‚Fahrradstadt‘, wie sehr das Radfahren den Straßenraum entlastet, Stau mindern kann und dafür sorgt, dass die Luftgrenzwerte eingehalten werden. Davon profitieren alle – auch diejenigen, die derzeit noch auf das Auto angewiesen sind.“

VDA-Präsidentin Hildegard Müller betont: „Auch künftig wird für viele Menschen – gerade auch im Umland der Städte oder am Stadtrand – das eigene Auto notwendig sein, insbesondere für die Millionen Pendler. Damit Verkehrsteilnehmer für alternative Mobilitätsangebote gewonnen und Entlastungseffekte erzeugt werden können, muss sich ein breiteres und vernetzteres Mobilitätsangebot etablieren.“ Hierfür gelte es, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, etwa durch die Reform des Personenbeförderungsgesetzes.

Zur Erreichung eines verbesserten Verkehrsflusses, höherer Sicherheit und geringeren Flächenbedarfs für alle Verkehrsträger sei insbesondere auch die weitere Digitalisierung der städtischen Infrastruktur notwendig, heißt es in dem Thesenpapier. Der dafür notwendige Ausbau der Infrastruktur für Datenerhebung und -austausch sowie die Erneuerung der Verkehrsmanagementsysteme erforderten allerdings hohe finanzielle Investitionen und seien allein durch die Kommunen nicht leistbar. Hier sollte der Bund daher auch weiter finanziell unterstützen. Zugleich ist dies ein Thema, in das die Nutzer eng einbezogen werden sollten.

Auch brauche es für den Einsatz automatisierter Fahrzeuge im realen Straßenverkehr einen klaren und verbindlichen rechtlichen Rahmen, der möglichst alle technologischen Konzepte berücksichtige. Entsprechende Arbeiten des Bundesverkehrsministeriums werden daher nachdrücklich unterstützt. Wichtig sei auch, Arbeitgeber und Arbeitnehmer von der Nutzung und Förderung nachhaltiger Alternativen im Pendlerverkehr zu überzeugen. Hierfür müssten Städte und Industrie gemeinschaftlich alternative Lösungsansätze schaffen, die Rahmenbedingungen gelte es auch hierfür zu verbessern.

Das Thesenpapier (PDF) kann man hier direkt herunterladen >>

Autor: jst

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