07.02.2020 - 07:57

Startup Autobahn präsentiert über 40 Pilotprojekte

Startup Autobahn präsentiert über 40 Pilotprojekte auf einem Expo Day in Stuttgart. Themen des siebten Programms der Innovationsplattform sind beispielsweise zukünftige Fahrzeugtechnologien, nachhaltige Materialien und Prozesslösungen. Zu den 29 Partner der Plattform gehören u.a. Daimler und Porsche.

Das siebte Programm von Startup Autobahn und Plug and Play findet mit dem Expo Day am 13. Februar in Stuttgart seinen Abschluss: 27 Startups arbeiten zusammen mit 29 internationalen Partnern aus der Industrie an über 40 gemeinsamen Pilotprojekten und präsentieren ihre Ergebnisse in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg.

Seit 2016 haben Startup Autobahn und Plug and Play mit 220 Startups an über 320 Pilotprojekten in den Bereichen Mobility, Production und Enterprise zusammen gearbeitet. Bis zum heutigen Tag wurden über 60 Projekte bei den Unternehmenspartnern implementiert. Themen des siebten Programms waren beispielsweise zukünftige Fahrzeugtechnologien, nachhaltige Materialien und Prozesslösungen. Die 29 Partner der Plattform sind unter anderem Daimler und Porsche aus Deutschland, DXC Technology aus den USA, Motherson aus Indien und Yanfeng Automotive Interiors aus China.

Umweltfreundliche Ersatzteile für die Automobilproduktion

Als gemeinsames Pilotprojekt arbeiten die Mercedes-Benz Konzernforschung und das bulgarische Startup Biomyc an der Entwicklung eines maßgeschneiderten und nachhaltigen Schutzmaterials, das künftig bei der Montage verwendet werden soll. Ziel des Projekts ist es, konventionelle Schutzmaterialien durch eine alternative und nachhaltige Lösung zu ersetzen und eine verbesserte Lebensdauer von Produkten zu entwickeln. Als Resultat präsentieren die beiden Partien „MoSchu 03“. Dieses Mutilation Cover kann nicht nur für ein einzelnes Fahrzeug, sondern gleich für sechs Modelle eingesetzt werden. Hergestellt wird dies aus einem 3D-bedruckbaren, industriell kompostierbaren und pflanzlichen Kunststoff.

Sichere Mobilitätslösungen

Der deutsche Autohersteller Porsche und das Schweizer Startup Way Ahead erweitern ein bereits bestehendes Startup Autobahn Projekt aus dem Sommer 2019. Basierend auf diesem Projekt konnte die Optionspalette der Fahrzeugmodelle um Augmented Reality Head-up Displays erweitert werden. Way Ahead verfolgt, kartographiert und visualisiert Fahrten in Echtzeit und in 3D mit Hilfe gewöhnlicher 2D-Kameras. Die Technologie transformiert dabei gewonnene Daten in eine 3D-Umgebung und erlaubt darüber hinaus eine hochpräzise Wiedergabe für eine interaktive Analyse. Anwendungsfälle inkludieren bspw. einen neuartigen Einsatz in Navigationsszenarien, die in Hinblick auf Sicherheit und Gefahrenstellen oder vorrausschauender Routen- und Spurenführung optimiert werden können. Darüber hinaus findet die Technologie im Gamingsektor Anwendung, bei dem tatsächliche Fahrdaten zur Erweiterung des Spielerlebnisses eingesetzt werden.

Globale Austauschplattform vereinfacht virtuelle Meetings

Mit dem Ziel Meetings und Präsentationen zu vereinfachen und die Effizienz zu steigern, kollaboriert DXC Technology mit dem niederländischen Unternehmen WEM.io. Durch die wegweisende „no code platform“-Technologie des Startups konnte das Projekt in zwei Tagen von nur zwei Entwicklern umgesetzt werden. Ergebnis ist ein virtueller und skalierbarer Konferenzraum. Dieser integriert bestehende lokale Systeme sowie Log-in Prozesse und stellt eine sichere Übertragungsumgebung zur Verfügung. Mitarbeitern, Kunden und Startups wird damit die Möglichkeit geboten, im globalen Austausch näher zusammenzurücken, voneinander zu lernen und neue Lösungen, sowie Wege der Kollaboration zu erörtern.

Pflanzenbasierte, nachhaltige Lederausstattung für Automobilhersteller

Innenverkleidungen von Fahrzeugtüren nachhaltig und dennoch mit exklusiven Materialien zu produzieren steht im Mittelpunkt des Pilotprojektes des Automobilzulieferers Motherson. Kooperiert wird hierbei mit dem Startup Natural Fiber Welding, welches das eigens entwickelte, lederähnliche Material „Mirium“ beisteuert. Das zu 100 % natürliche und recycelbare Material wurde dafür bereits erfolgreich einer Reihe von Test unterzogen und durchläuft augenblicklich weitere Schritte um in absehbarem Zeitraum als vollständig automobilkonformes Material in verschiedensten Fahrzeuginterieur-Komponenten integriert zu werden.

Fahrzeugteleoperationen

Ottopia und T-Systems arbeiten gemeinsam an der Kommerzialisierung der patentierten Technologie des israelischen Startups, welches eine sichere Steuerung von Fahrzeugen von beliebigen Standorten aus ermöglicht. Die Technologie von Ottopia kann in einer Vielzahl von Einsatzbereichen zur Fernsteuerung von Fahrzeugen und Maschinen in Seehäfen, Flughäfen, Bergwerken, Fabriken oder auch Logistikzentren eingesetzt werden. Daneben ermöglicht das Projekt Dienstleistungen wie ferngesteuerten Parkservice, fahrerlose Endlogistik und fahrerlose Taxis. Am Expo Day zeigen Ottopia und T-Systems eine erste Produktdemonstration, bei der ein Auto im israelischen Tel Aviv von Stuttgart aus ferngesteuert wird.

Digitalisierung manueller Montageprozesse verbessern

Yanfeng Automotive Interiors und Arkite, ein Anbieter von Augmented-Reality-Lösungen mit Sitz in Belgien, haben gemeinsam ein System entwickelt, das die Monteure intuitiv, zugeschnitten auf ihr persönliches Erfahrungsniveau und in ihrer Muttersprache durch jeden Montageschritt führt. Der Human Interface Mate (HIM) überwacht die Schritte des Prozesses und warnt den Bedienenden der Maschine automatisch, bevor ein Fehler auftritt. Zusätzliche Informationen sind als Text oder visuelles Tutorial verfügbar, um die Fähigkeiten des Bedienenden kontinuierlich zu verbessern. HIM führt zu weniger manuellen Korrekturen an der Montagelinie und zu einer optimalen Ergonomie für den Benutzer.

Müll zurück in die Kreislaufwirtschaft

Mit der Vision einer Kreislaufwirtschaft haben sich der deutsche Automobilhersteller und das israelische Startup UBQ Materials zusammengetan, um Autoteile aus nicht recycelbaren Haushaltsabfällen zu produzieren. Das Projekt besteht darin, aus diesem umweltfreundlichen Material Autoteile oder Verpackungen für die Automobilindustrie herzustellen, die CO2-Werte im Produktionsprozess deutlich zu reduzieren und Autoherstellern wie Mercedes-Benz zu einer nachhaltigeren Produktion zu verhelfen.

Autonome Rollwägen

Auf der Suche nach einer kostengünstigeren und flexibleren Lösung für den Pendelverkehr zwischen den einzelnen Arbeitsstationen in den Werken haben das Startup Wheel.me und der Automobilzulieferer Motherson einen Rollwagen mit vier Prototyp-Rädern ausgestattet und damit autonomes Fahren innerhalb des Werksgeländes getestet. Da weder das aktuelle Layout der Fabrikhalle noch die bestehenden Designs der Rollwägen verändert werden müssen, reduziert dieser Ansatz die Kosten für die Implementierung erheblich. Bei den Tests wurden die Vehikel von einer Arbeitsstation zur nächsten – etwa 30 Meter auf einem nicht geraden Weg – geschickt und kamen erfolgreich am gewünschten Ort an.

Haptisches Feedback in Auto-Navigationssystemen

Das Berliner Startup Ghost wandelt komplexe Informationen in spürbare Schwingungen um. In Zusammenarbeit mit der Mercedes-Benz Konzernforschung erproben beide Parteien gemeinsam Anwendungsfälle für automobile Umsetzungen. Die „feel-it“-Technologie von Ghost könnte beispielsweise zur Unterstützung der Spracheingabe für Navigationssysteme eingesetzt werden: die Richtung eines Abbiegevorgangs würde dabei dem Fahrer durch eine seitliche Vibration des Fahrersitzes kommuniziert.

Erkennung optischer Mängel in der Produktion

Mit dem Ziel, Fehler in der Produktion zu reduzieren, arbeitet Motherson mit Moonvision zusammen. Moonvision nutzt Kameraeinspeisung und angepasste Software, um visuelle Fehler in der Produktion zu erkennen. In Mothersons Produktionsprozess werden Teile in jedem Schritt der Fertigungslinie geprüft. Da dies ein zeitaufwändiger Prozess ist, welcher der Anfälligkeit menschlicher Fehler unterliegt, wird gemeinsam eine Lösung zur Verbesserung der Effizienz und Gesamtqualität der Prüfungen erprobt und an der Erstellung von automatisierten Prozesssicherheitsanwendungen am Förderband gearbeitet.

Transparenz über CO2-Emissionen schaffen

Im Rahmen von Startup Autobahn arbeitet der Mercedes-Benz Einkauf in einem Pilotprojekt mit dem Startup Circulor zusammen. Ziel ist es Transparenz über die CO2-Emissionen in der Kobalt-Lieferkette zu schaffen. Das Startup nutzt die Blockchaintechnologie, um den Ausstoß klimaschädlicher Gase und den Anteil von Sekundärmaterial entlang der komplexen Lieferketten der Batteriezellenhersteller zu verfolgen.

Am Expo Day werden unter anderem die genannten Pilot Projekte vor Unternehmen, Investoren, Gründern und hochrangigen Politikern auf der Bühne und in Live-Demonstrationen präsentiert. Zu den Themen des Tages gehören die nachhaltige und städtische Mobilität, Innovation durch Kollaboration und weitere spannende Themen. Neben den Startups wird eine Vielzahl von Rednern auf der Bühne zu sehen sein, darunter der CEO und Founder von Plug and Play Tech Center, Saeed Amidi; Mitglied des Vorstands der Daimler AG und Mercedes-Benz AG, Markus Schäfer; der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Winfried Hermann und Jeremy Jauncey, CEO und Gründer von Beautiful Destinations.


Hannah Boomgaarden ist Senior Program Manager bei Plug and Play für „Startup Autobahn“, das sicherlich größte Startup-Programm im Segment Mobilität in Deutschland. Ursprünglich startete diese Initiative in Stuttgart mit dem Autobauer Daimler. Jens Stoewhase war damals sogar bei der Eröffnungsveranstaltung dabei als Dieter Zetsche die Keynote in Jeans und Sneakern und in Englisch sprach. Hören Sie hier das Interview mit Frau Boomgaarden im intellicar-Podcast >>


Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial von STARTUP AUTOBAHN powered by Plug and Play

Autor: jst

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07.02.2020 07:10