16.09.2020 - 13:26

Sennder übernimmt Frachtgeschäft von Uber Freight in Europa

Schluckt da David den vermeintlichen Goliath? Das deutsche Logistikstartup Sennder übernimmt das europäische Frachtgeschäft von Uber Freight im Rahmen einer Aktientransaktion. Damit erhält Uber Freight im Zuge der Transaktion eine Minderheitsbeteiligung an Sennder und wird in Europa unter dem Namen des Startups operieren.

Laut einer Pressemitteilung wollen beide Unternehmen ihre Expertise bündeln, um den digitalen Güterverkehr in Europa, den USA und in Kanada weiter voranzutreiben. Die Übernahme bedeutet für Sennder die weitere geografische Expansion in die Niederlande mit lokaler Präsenz in Amsterdam. Mit seiner proprietären digitalen Speditionsplattform verbindet Sennder große gewerbliche Verlader mit kleinen Speditionsunternehmen. Diese digitale Lösung soll Unwirtschaftlichkeit im Versandprozess reduzieren und somit Kosten für Verlader senken. Gleichzeitig würden sich die Einnahmen für Spediteure erhöhen und CO2-Emissionen im gesamten Logistiksektor reduzieren, heißt es bei Seender.

Sennder und Uber Freight bilden nach der Übernahme eine strategische Partnerschaft mit Fokus auf die gemeinsame Weiterentwicklung von gewerblichen sowie technologischen Lösungen für die USA, Kanada und Europa. Frachtführer und Logistikunternehmen in diesen Märkten sollen zukünftig Sennders Services angeboten bekommen und nutzen. Kern der Partnerschaft ist demnach das Spediteur-Vermittlungsprogramm. Sennder kann Spediteure in Nordamerika auf der Suche nach Frachtvermittlung auf diesem Wege mit Uber Freight in Kontakt bringen, umgekehrt gilt dies auch für Uber Freight in Europa.

Die Übernahme wird als Win-Win für beide Seiten dargestellt. Demnach baut Sennder die Position als digitale Spedition in Europa weiter aus und erweitert strategisch das Service-Angebot in allen Schlüsselmärkten. Uber Freight kann danach sein europäisches Geschäft stärken und gleichzeitig Wachstum und Investitionen in das Uber Freight-Geschäft in den USA und Kanada fokussieren.

Seit der Gründung im Jahr 2015 hat das Berliner Unternehmen Sennder über 120 Millionen Euro Kapital von Investoren wie Accel und Lakestar erhalten. Nach Abschluss der Transaktion wird Sennder in sieben Ländern aktiv sein. Mit 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern will man dann monatlich mehr als 50.000 Ladungen in ganz Europa bewegen. Gleichzeitig bleibt noch viel Potenzial, man schätzt den europäischen Straßengüterverkehrsmarkt auf ein Volumen von knapp 400 Milliarden Euro.

Die Übernahme von Uber Freight ist bereits Sennders zweite wichtige Transaktion in diesem Jahr. Im Juni 2020 fusionierte Sennder mit dem französischen Pendant Everoad und gründete ein Joint Venture mit Poste Italiane, Italiens größtem Logistikunternehmen. Die Akquisition zieht natürlich auch einige Personalien nach sich: Uber Freight’s European General Manager, Tom Christenson, wird zu Sennders Chief Operating Officer ernannt und Daniel Warner, momentaner Head of Shipper Operations bei Uber Freight, soll das Sennder Team als Senior Vice President Commercial unterstützen. Das Uber Freight Team, mit Sitz in Amsterdam, wird nach Abschluss der Transaktion zu Sennder gehören.

Autor: jst

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16.09.2020 13:46