05.08.2020 - 07:08

Mercedes-Benz – von der App zum Ökosystem

Mercedes-Benz präsentiert die neue Generation der Mercedes me Apps und eine eigene, standardisierte Entwicklerplattform. So will der Konzern aus einer App ganzes digitales Ökosystem schaffen.

Auf dieser gemeinsamen Basis sollen sich zukünftig flexibel und individuell neue Dienste entwickeln lassen. Das Angebot umfasst zunächst drei Apps: Mercedes me, Mercedes me Store und Mercedes me Service. Mercedes-Benz bietet die drei Apps ab sofort im App Store und im Google Play Store zum Download an. Bis Jahresende sollen sie in über 40 Märkten verfügbar sein.

Das Ganze sieht nach einem stringenten Konzept aus. Zuletzt hatte der OEM die neuen digitalen Features der kommenden S-Klasse vorgestellt. Das Flaggschiff wird demnach ein intelligent fahrendes mit zahlreichen Assitenten ausgestattetes digitales Wohnzimmer mit vielen Displays. Da ist es nur konsequent, wenn die App-Kosmos sich komplett um die Fahrzeugnutzenden und die Autos dreht.

Die Apps

Alle Mercedes me Apps sind künftig eng miteinander verbunden. Dadurch ist nur noch ein gemeinsames Login mit der Mercedes me ID nötig, gleichzeitig kann man so schnell zwischen den Apps wechseln. Jeder einzelnen App sind dabei spezifische Funktionen zugeordnet. Diese wurden visuell und inhaltlich an die Kundenanforderungen angepasst.

Die Mercedes me App verbindet das Smartphone mit dem eigenen Fahrzeug. Damit lassen sich Statusinformationen – wie Kilometerstand, Reichweite oder Reifendruck – anzeigen. Über digitale Befehlsfunktionen lassen sich zudem die Standheizung, das Verdeck oder die Seitenscheiben per App bedienen und auch das Fahrzeug mit einem kurzen Aufleuchten der Scheinwerfer zum Beispiel in einem dunklen Parkhaus wiederfinden.

Die Mercedes me Store App bietet den Zugang zu den digitalen Produkten von Mercedes-Benz. Sie gibt einen Überblick über die Laufzeit der jeweils genutzten Mercedes me connect Dienste und On-demand-Ausstattungen. Auf Wunsch lassen sich diese per Smartphone verlängern.

Die Mercedes me Service App erinnert an Service-Termine wie Inspektion oder Wartung. Sie zeigt aktive Warnleuchten an und empfiehlt entsprechende Maßnahmen, wie etwa an der nächsten Tankstelle den Reifendruck prüfen. Termine mit der Werkstatt lassen sich über die App direkt per Smartphone buchen. Außerdem bietet die App praktische How-to-Videos mit Wissenswertem zur optimalen Fahrzeugnutzung, heißt es seitens Mercedes-Benz.

Die neue Generation der Mercedes me Apps wurde in einer internationalen Daimler-internen Community vor allem gemeinsam mit den USA und China entwickelt und im engen Austausch mit Kunden erprobt, betont der Autobauer. Nach ersten internen Tests hat Mercedes-Benz Anfang 2020 zunächst ein Pilotprojekt in Frankreich, Spanien und Großbritannien und seit Anfang Juni in Irland und Ungarn gestartet. Inzwischen sind die neuen Apps in 35 Märkten und in Deutschland im Apple- und Google-App-Store verfügbar; weitere Mercedes-Benz Märkte inkl. China und USA sollen sukzessive folgen.

Mercedes-Benz Mobile SDK

Die neuen Apps basieren erstmals auf einer gemeinsamen, standardisierten Entwicklerplattform. 2019 hat Mercedes-Benz Software-Entwickelnde ein Software Development Kit (SDK) zur Verfügung gestellt.

Das SDK fungiert als eine Art Programmierbaukasten: Es öffnet Schnittstellen zum Fahrzeug, auf die neue Apps aufbauen können. Die Sicherheit der Daten ist dabei zu jedem Zeitpunkt garantiert, schreibt Mercedes-Benz in der eigenen Pressemitteilung.

Der OEM setzt dabei klare Richtlinien, welche Daten generell für Programmiererinnen und Programmierer zugänglich sind. Grundsätzlich gilt demnach: Alle Mercedes-Benz Fahrzeuge verfügen über umfangreiche Sicherheits- und Diebstahlschutz-Systeme. Sicherer Zugriff auf Systeme, Datensicherheit, Datenschutz und Diebstahlschutz sind wichtige Bausteine der Forschungs- und Entwicklungsaktivtäten des Konzerns, erklärt der OEM in seiner Presseaussendung.

Das SDK ist oftmals der Schlüssel zum Erfolg. Im Smartphone-Markt ist das klar belegt: Während Apple den proprietären Ansatz von enger Kopplung zwischen eigener Hard- und Software fährt, setzte Google mit seinem SDK auf mehr Offenheit und ließ den verschiedenen Smartphone-Herstellern damit viel Freiraum in der Ausgestaltung. Erfolgreich sind beide Ansätze mit jeweils großer Entwicklercommunity: Googles Android OS kam im Mai 2020 auf einen Marktanteil von 72,6 Prozent, Apples iOS landete bei 26,7 Prozent. Trotz des „kleineren“ Marktanteils erwirtschaftete Apple im Geschäftsjahr 2019 mit etwa 186 Millionen verkauften iPhones einen Umsatz von satten 142 Milliarden US-Dollar.

Veränderter Vertrieb

Die Mercedes me Apps sind ein wichtiger Bestandteil der Vertriebsinitiative „Best Customer Experience 4.0“ im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars. Mit „Best Customer Experience 4.0“ soll die Marke Mercedes-Benz ihren Vertrieb gezielt auf die sich verändernden Kundenwünsche im digitalen Zeitalter ausrichten. Den Kunden soll ein nahtloses und bequemes Erlebnis geboten werden, wann immer sie mit Mercedes-Benz in Kontakt treten möchten – unabhängig von Zeit und Ort oder dem Kanal, den sie benutzen.

Deshalb will man den realen mit dem digitalen enger verknüpfen und gleichzeitig die Store- und Standortkonzepte überarbeiten. Immerhin erwartet das Unternehmen, bis zum Jahr 2025 ein Viertel des weltweiten Pkw-Absatzes gemeinsam mit seinen Vertriebspartnern über Online-Kanäle zu erzielen.

Autor: jst

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