03.12.2020 - 07:17

Mehr Straßenverkehrssicherheit durch Datenaustausch

Das BMVI bezeichnet es selbst als einen Meilenstein in der internationalen Zusammenarbeit für mehr Sicherheit im Straßenverkehr: Als Mitglied der Data Task Force for Road Safety (DTF) hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ein Mehrparteienabkommen unterzeichnet, um Verkehrsinformationen europaweit leichter verfügbar zu machen – und so hoffentlich viele Unfälle zu verhindern.

„Das BMVI verfolgt das Ziel der Vision Zero: keine Toten im Straßenverkehr. Der internationale, herstellerunabhängige Austausch von Verkehrsinformationen kann dazu beitragen, das zu erreichen. Dadurch können Gefahrensituationen frühzeitig erkannt und vermieden werden. Es freut mich daher sehr, dass Deutschland Gründungspartner dieser Zusammenarbeit ist – für mehr Sicherheit auf deutschen und europäischen Straßen“, lässt Minister Andreas Scheuer in einer Pressemitteilung zitieren.

Durch die Nutzung neuester Technologien seien viele Fahrzeuge bereits heute in der Lage, gefährliche Straßenverhältnisse zu erkennen und die Fahrenden zu warnen – zum Beispiel vor glatten Straßen. Die DTF ist der Ansicht, dass auch andere Verkehrsteilnehmerinnen und Teilnehmer von diesen Warnungen profitieren sollten – unabhängig etwa von Automobilmarke oder Art des Navigationssystems. Ziel sei es deshalb, dass Daten, die von Fahrzeugen und vernetzter und inteliigenter Infrastruktur generiert werden, unkompliziert zwischen Ländern und Herstellern ausgetauscht werden können.

In dem Mehrparteienabkommen verpflichten sich EU-Mitgliedstaaten, Straßenverkehrsbehörden, Automobilhersteller und -zulieferer sowie Anbieter von Kartendiensten zum langfristigen Datenaustausch. Das Abkommen definiert, wie Sicherheitsdaten innerhalb eines Systems für sicherheitsrelevante Verkehrsinformationen (Safety Related Traffic Information – SRTI) auf faire und vertrauenswürdige Weise zugänglich gemacht und verwendet werden können.

Außerdem das Abkommen regelt es, welche Rollen und Verantwortlichkeiten entlang der SRTI-Wertschöpfungskette von den Partnern übernommen werden. Das SRTI-System basiert auf dem Prinzip: Sicherheitsdaten werden als Gegenleistung für Sicherheitsdienste angeboten. Vor Unterzeichnen des Abkommens wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt: Zwischen Juni 2019 und Oktober 2020 hatten Mitglieder das SRTI-System getestet und darüber viele Millionen Nachrichten ausgetauscht.

Hierbei konnten Daten für verschiedene sicherheitsrelevante Verkehrsinformationen erhoben werden (siehe auch EU Del. VO 886/2013). Hierzu gehörten u.a.:

  • ungesicherte Unfallstelle,
  • vorübergehend rutschige Fahrbahn,
  • eingeschränkte Sicht und
  • außergewöhnliche Witterungsbedingungen.

In ersten Tests trugen die Daten dazu bei, dass z.B. die Einsätze von Rettungsdiensten beschleunigt worden sein sollen. Das weitere Vorgehen will die Data Task Force in ihrer ersten ordentlichen Generalversammlung am 12. Januar 2021 konkretisieren. Bei der DTF handelt es sich um eine öffentlich-private Partnerschaft, zu der EU-Mitgliedsstaaten, Fahrzeughersteller und Dienstleister zählen. Sie wurde während eines Treffens der EU-Verkehrsminister im Februar 2017 in Amsterdam gegründet. Seitdem arbeitet die DTF an der Umsetzung von geltendem EU-Recht insbesondere über den Zugang zu Sicherheitsdaten des Straßenverkehrs.

Folgende DTF-Mitglieder haben das Mehrparteienabkommen unterzeichnet:

  • Mitgliedstaaten und Straßenverkehrsbehörden: Belgien – Abteilung für Mobilität und öffentliche Arbeiten (MOW), Flämisches Amt für Straßen- und Verkehrswesen (AWV); Deutschland – Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur; Finnland – Traffic Management Finland Ltd & Intelligent Traffic Management Finland Ltd; Luxemburg – Wirtschaftsministerium; Niederlande – Ministerium für Infrastruktur und Wassermanagement; Österreich – Autobahnen und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG (ASFINAG); Spanien – Innenministerium, Generaldirektion für Verkehr; Vereinigtes Königreich – Highways England Company Ltd.
  • Automobilhersteller und -zulieferer: BMW AG; European Automobile Manufacturers‘ Association (ACEA); Ford Motor Company; Mercedes Benz AG; NIRA Dynamics; Volvo Cars.
  • Anbieter von Kartendaten und -diensten: Here Technologies Europe B.V.; TomTom Traffic B
Autor: jst

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