23.12.2020 - 08:04

Invers gibt Ausblick auf Shared Mobility 2021

Fünf Trends haben die Experten identifiziert: Mobilitätsabos sind stark im Kommen, Moped-Sharing ist noch ausbaufähig, E-Bikes sind der nächste Hype geteilter Mobilität, das Thema Corporate Carsharing „wird kraftvoll zurückkommen“ und Shared Mobility profitiert von neuer Digital-Akzeptanz.

2020 war für die Shared-Mobility-Branche wie für viele andere vor allem von der Pandemie bestimmt. Das neue Jahr 2021 wird demnach anders: Das Team von Invers geht davon aus, dass der Markt für geteilte Mobilität mit dem Abflachen der pandemischen Entwicklung wieder an Fahrt aufnehmen wird.

Fünf Trends haben die Expertinnen und Experten bei Invers identifiziert, die den Markt für Shared Mobility im kommenden Jahr entscheidend beeinflussen sollen:

1. Mobilitäts-Abos stark im Kommen

Das Bedürfnis nach flexibler individueller Mobilität wächst. Auch und vor allem durch die Pandemie. Kundinnen und Kunden wollen ein eigenes Fahrzeug steuern, sich aber möglichst nicht binden: sie wollen für kurze Zeit mieten, transparente Preise und geringe Fixkosten. Auto-Abos schließen diese Lücke zwischen Miet- oder Leasingfahrzeugen und eigenem Auto. In dem Markt ist viel Dynamik: Anbieter wie Cluno und Vive la Car sind schon länger am Start. VW-Carsharer WeShare hat kürzlich reagiert: seit kurzem können Interessierte monatlich kündbare Abos erwerben und von günstigeren Tarifen profitieren. Finn.auto-Gründer Max-Josel Meier bietet seit vergangenem Jahr ein Abo-Modell und hat gerade Investoren überzeugt, weitere 20 Millionen Euro bereit zu stellen. Der chinesische Anbieter Geely hat sein europäisches Abo-Angebot Lynk für 2021 angekündigt.

2. Moped-Sharing: das unterschätztes Potenzial

Seit 2012 sind Mopeds eine Konstante im Sharing-Markt, bisher noch auf ausbaufähigem Niveau. Vor allem im urbanen Raum steigen derzeit die Nutzerzahlen. Laut aktueller Moped-Sharing-Studie ist die Zahl der geteilten Mopeds im vergangenen Jahr weltweit von 66.000 um 58 Prozent auf heute 104.000 Fahrzeuge gestiegen, die Zahl der registrierten Nutzerinnen und Nutzer sogar von 5 Millionen auf 9 Millionen, also um 80 Prozent. Die Fahrzeuge sind robust und langlebig, sie sind komfortabel und machen die Parkplatzsuche einfach. Außerdem haben die Anbieter viele Städte und Regionen noch nicht erschlossen: in UK, Frankreich und Italien, aber auch in Osteuropa schlummert noch erhebliches Potenzial.

3. E-Bikes: der nächste Hype geteilter Mobilität

E-Bikes erobern die Straßen. Nicht erst seit in Corona-Zeiten viele Städte wie Paris und Köln Fahrspuren für Autos in Fahrradspuren umwandeln. Im nächsten Schritt haben sie nun die Shared-Mobility-Branche erreicht. So haben Lime und FreeNow schon im September 2020 in Hamburg E-Bike-Sharing in ihr Programm aufgenommen. In Berlin hat zum gleichen Zeitpunkt Wheels seine Fahrzeuge – eine Kombination aus E-Scooter und E-Bike – auf die Straße gebraucht. Zum Jahresende 2020 hat jetzt Dott angekündigt, ab März 2021 in London und Paris ihren Kundinnen und Kunden neben den erfolgreichen Scooter-Sharing-Services auch E-Bike-Sharing anzubieten. Aus der Branche heißt es demnach, es würden weitere Mitbewerber schon in den Startlöchern stehen.

4. Corporate Carsharing: Totgesagte leben länger

In der letzten Zeit ist es sehr ruhig geworden beim Thema Corporate Carsharing. Das wird sich im kommenden Jahr ändern. Das Konzept soll kraftvoll zurückkommen, um das klassische Firmen-Leasing abzulösen. Die Deutsche Telekom zum Beispiel will weniger individuelle Dienstwagen und mehr effiziente, ganzheitliche Mobilitätsangebote machen, die zudem die CO2-Ziele unterstützen. Carsharing und Shuttle-Dienste spielen dabei eine entscheidende Rolle.

5. Digital akzeptiert: Shared Mobility profitiert von neuer Digital-Akzeptanz

Home-Office, Distanz-Unterricht, Online-Shopping, digitale Delivery-Services, Corona-App – die Pandemie hat die Akzeptanz digitaler Angebote signifikant beschleunigt. Davon profitiert auch die Shared-Mobility-Branche, deren Geschäftsmodell zu einem großen Teil digital ist. Das gilt vor allem für die Kundenbeziehung, die nahezu ausschließlich via Smartphone stattfindet: Suchen, buchen, entriegeln – alles per App. Abstellen, abmelden, bewerten – auch per App. Je mehr potenzielle Nutzerinnen und Nutzer sich an digitale Angebote gewöhnen, desto eher sind sie bereit, auch für die Mobilität zum Smartphone zu greifen, um flexibel Scooter, Moped oder Auto zu nutzen.

Autor: jst




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