11.08.2021 - 08:24

IAA 2021 – Bosch mit neuem Portfolio

Bosch präsentiert auf der IAA 2021 seine Lösungen für eine personalisierte, automatisierte, vernetzte und elektrifizierte Mobilität. Neben dem Vehicle Computer zeigt der Zulieferer u.a. das mit Mercedes-Benz entwickelte Automated Valet Parking.

Autos, eBikes, Motorräder, Roller, Elektro-Rennwagen: Bosch hat für alle Verkehrsmitteln etwas dabei – der Zulieferer präsentiert Lösungen für die personalisierte, automatisierte, vernetzte und elektrifizierte Mobilität in der Messehalle B3, Stand C30 sowie in der Bikehalle, im Messeparkhaus West, in der Innenstadt auf dem Königs- und Odeonsplatz.

Bosch Showcar: Technologien für die Automatisierung, Elektrifizierung, Personalisierung und Vernetzung sollen zeigen, dass der Konzern die nötigen Expertisen im Hause hat.

Fahrerloses Parken: In einer Live-Demonstration präsentiert Bosch zusammen mit neun Projektpartnern Automated Valet Parking. Das von Bosch und Mercedes-Benz gemeinsam entwickelte System ist bereits in Stuttgart in Betrieb. Dabei fahren Autos auf Smartphone-Befehl fahrerlos in den zugewiesenen Stellplatz, ohne dass die Fahrerin oder der Fahrer das Manöver überwachen müssen. Eine intelligente Parkhaus-Infrastruktur und die Fahrzeugtechnik spielen dafür zusammen. Sensoren im Parkhaus überwachen den Fahrkorridor sowie dessen Umfeld und steuern das Fahrzeug. Die Technik im Auto setzt die Befehle der Infrastruktur sicher in Fahrmanöver um. Das VDA-Gemeinschaftsprojekt zeigt, wie künftig Fahrzeuge verschiedener Hersteller mit der Infrastrukturtechnik unterschiedlicher Anbieter kommunizieren können. Dafür arbeiten die Projektpartner zudem an einem internationalen Standard (ISO 23374).

eBikes: Bosch zeigt neue Connected-Biking-Lösungen und ermöglicht Besuchern, sich bei einer Testfahrt vom Fahrspaß mit den Antriebssystemen zu überzeugen.

Verkehrssicherheit

Neben vielen Themen zur Elektromobilität dreht sich für Bosch auf Messe auch einiges um das automatisierte Fahrzeug. Es muss alle Fähigkeiten mitbringen, die auch ein Mensch zum Autofahren braucht: Umfeld wahrnehmen, Entscheidungen treffen sowie Gas geben, bremsen und lenken. Bosch zeigt dafür seinen technischen Weg zum automatisierten Fahren und neue Fahrerassistenzsysteme für alle aktuell relevanten Stufen der Automatisierung.

Multifunktionskamera für Umfeldwahrnehmung: Die Multifunktionskamera von Bosch verbindet dafür klassische Bildverarbeitungsalgorithmen mit Methoden der künstlichen Intelligenz (KI). Die Kamera versteht demnach und interpretiert dank KI, was sie sieht. Das soll eine zuverlässige Objekterkennung und ein gutes Szenenverständnis ermöglichen.

Lokalisierung für exakte Positionsbestimmung: Für die hochgenaue Eigenlokalisierung bietet Bosch ein Paket aus Hardware, Software und Services. Der Bewegungs- und Positionssensor VMPS (Vehicle Motion and Position Sensor) nutzt zur exakten Positionsbestimmung Signale der Satellitennavigation. Er ergänzt sie um Daten eines Korrekturservices sowie um Informationen der Lenkwinkel- und Raddrehzahlsensoren. Der cloud-basierte Kartenservice Bosch Straßensignatur nutzt Daten der Radar- und Videosensoren sowie Fahrzeugbewegungsdaten, um zusätzliche Schichten für hochauflösende Karten zu erstellen. Derzeit fahren in Europa Golf 8 von Volkswagen dafür Informationen ein.

Redundante Brems- und Lenksysteme: Das elektrische Lenksystem von Bosch ist ein mehrfach redundantes Systems. Es stellt im seltenen Fall eines Fehlers noch immer mindestens 50 Prozent der elektrischen Lenkkraftunterstützung zur Verfügung. Auch die Bremssysteme sind redundant ausgelegt: Sollte der elektromechanische Bremskraftverstärker iBooster oder das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP ausfallen, kann die jeweils andere Komponente das Fahrzeug abbremsen. Das integrierte Bremssystem Integrated Power Brake, das Bremskraftverstärkung und ESP-Funktionalität vereint, wird mit einer zweiten Bremseinheit abgesichert. Das ist insbesondere beim automatisierten Fahren notwendig.

Services für das automatisierte Fahren: Vorausschauende Straßenzustands-Services melden mögliche Gefahren, lange bevor es zu einer kritischen Situation kommt. Sie liefern demnach in Echtzeit Informationen über die Umfeldbedingungen und Risiken wie Aquaplaning, Eis oder Schnee. Automatisierte Fahrzeuge können so die Straßenbeschaffenheit korrekt antizipieren, ihr Fahrverhalten den Bedingungen anpassen, eine andere Route wählen oder auch FahrerInnen bitten, die Kontrolle zu übernehmen.

Vernetzte Fahrzeuge

Smart Car und Smart Home: Bosch Smart Home Anwendungen können über das MBUX Infotainment System von Mercedes-Benz via Sprachbefehl aus dem Fahrzeug heraus gesteuert werden. Steuerbar sind neben Rollläden und Heizungsthermostaten auch Lichtschalter und Zwischenstecker. Zudem lässt sich der Status von Bewegungsmeldern sowie Tür- und Fensterkontakten prüfen. Das System funktioniert per Sprachsteuerung.

Mit Help Connect hat der Zulieferer unter anderem für Motorräder ein vernetztes Notrufsystem entwickelt. Dafür werden die Beschleunigungssensoren der Motorrad-Stabilitätskontrolle MSC um einen intelligenten Crash-Algorithmus erweitert, um einen Unfall zu erkennen. Per Smartphone-App werden beispielsweise Informationen zu Unfallort und Fahrer über das Service Center an die Rettungskräfte übermittelt. Ist keine Unfallerkennung fest im Motorrad verbaut, können die Sensordaten des Smartphones genutzt werden, um die Rettungskette auszulösen. Mit Help Connect will Bosch auch zu Hause, beim Sport oder auf dem Fahrrad dabei sein.

Innenraumbeobachtung: Bosch hat ein System mit Kameras und KI entwickelt, das die Sicherheit von Fahrzeuginsassen erhöhen soll. Das System erkennt, wenn Fahrende müde oder abgelenkt sind oder aber Insassen sich in einer unsicheren Sitzposition befinden. Es warnt Fahrende bei Unachtsamkeit, empfiehlt Pausen, wenn man müde wird, oder reduziert die Geschwindigkeit des Fahrzeugs – je nach Wunsch des Fahrzeugherstellers oder gesetzlicher Vorgaben. Zudem erhöht das System den Komfort, zum Beispiel über eine automatische individuelle Einstellung von Sitz, Spiegel und Lenkradhöhe sowie Gestensteuerung des Infotainment-Systems.

Warnung vor Falschfahrenden: Die cloudbasierte Falschfahrerwarnung von Bosch warnt sowohl Falschfahrende als auch alle gefährdeten VerkehrsteilnehmerInnen in Sekundenschnelle vor der drohenden Gefahr – und das deutlich schneller als der Verkehrsfunk. Seit Frühjahr 2021 setzt Škoda auf das digitale System von Bosch. AutofahrerInnen erhalten hier die Warnung direkt über das Display im Fahrzeug-Cockpit. Auch als App-Lösung für das Smartphone ist der Service verfügbar und bereits bei 2,5 Millionen aktiven Nutzern in 20 Ländern in Europa im Einsatz, heißt es seitens Bosch.

Smartphone als Autoschlüssel: Mit Perfectly Keyless erkennen die Sensoren im Auto das Smartphone der berechtigten Person und öffnen das Fahrzeug nur auf deren Wunsch. Das Mobiltelefon soll so den herkömmlichen Autoschlüssel ersetzen. Dank Ultra-Breitband-Technologie bietet das System zudem weitere Optionen: Das Auto soll sich einfacher in enge Parklücken ferngesteuert manövrieren oder aus der Ferne der Kofferraum öffnen lassen, damit Paketdienste ihre Lieferungen direkt dorthin zustellen können. Steht das Fahrzeug auf einem großen und unübersichtlichen Parkplatz, hilft Perfectly Keyless, den Weg zum Auto zu finden und ihn mit den Scheinwerfern zu beleuchten.

Autor: jst

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