14.05.2020 - 08:09

Digitalisierung in der Landwirtschaft: Wie John Deere auf Remote-Services setzt

Der Landmaschinenhersteller setzt mit seinem John Deere Connected Support in der aktuellen Situation auf einen digitalen Service für Landwirte und Vertriebspartner. Die Servicetechniker können sich aus der Ferne in die Maschinen einwählen und dadurch mögliche Fehler rechtzeitig erkennen, Störungen beheben und den Fahrer bei der Einstellung der Maschine unterstützen. So sollen Maschinenausfälle vermieden werden und die Distanz zum Kunden bleibt gewahrt.

Mit sogenannten Proactive Response Systemen bzw. Expert Alerts lassen sich mögliche Reparaturen sowie technische und leistungsbezogene Probleme an Maschinen voraussagen, bevor sie tatsächlich auftreten. Basierend auf historischen und anonymisierten Maschinendaten sowie Algorithmen zur Fehlererkennung und Maschinenoptimierung analysiert das System automatisch die Daten und leitet sie als Warnung an den zuständigen Vertriebspartner weiter. Die Meldung wird durch zusätzliche Lösungsansätze ergänzt.

In einem Machine Dashboard in der Maschinenzentrale des Vertriebspartners werden die Daten sowie der Zustand der verbundenen Maschinen beim Vertriebspartner sichtbar. Auf einem Bildschirm erscheint eine Maschinenliste, die ständig durch einen Mitarbeiter des Vertriebspartners überwacht wird.

Der Vertriebsmitarbeiter kann sich vom Büro aus direkt auf eine Maschine aufschalten und z.B. Fehleinstellungen oder Bedienungsfehler identifizieren. Schritt für Schritt geht er dann mit dem Fahrer die Einstellungen durch, so wie er es sonst auch machen würde, wenn er auf der Maschine mitfährt. Der große Vorteil soll sein, die Maschine läuft anschließend optimal und der Monteur muss nicht zum Kunden fahren. Dadurch wurde man Zeit und Geld sparen, heißt es seitens John Deere.

Sollte eine Störung auftreten, kann der Servicetechniker auch die Diagnose an der Maschine online vornehmen. Oftmals können Fehler auch direkt per Fernzugriff behoben werden. Sollte ein Software Update erforderlich sein, ist dies ebenfalls online möglich. Der Kunde hat den Vorteil, dass er mit seiner Maschine eine hohe Einsatzsicherheit vorhält. Steht dennoch eine Reparatur vor Ort an, kann diese in Absprache mit dem Kunden geplant werden und kommt nicht überraschend. Damit will John Deere seinen Kunden ein One Stop Service anbieten – der Servicetechniker nimmt die passenden Teile und Werkzeuge für die geplante Reparatur einmal mit zum Hof des Landwirts. So werden Ausfallzeiten auf die eigentliche Reparatur reduziert und Kosten eingespart.

Um Connected Support leisten zu können, werden im Wesentlichen drei Elemente benötigt, die ineinandergreifen müssen. Eine Telemetrie-fähige Maschine, die die erhobenen Daten der laufenden Maschine übermitteln kann. Für den Datentransfer muss der Kunde seine explizite Einwilligung erteilt haben. Erst dann wird z.B. ein Expert Alert beim Vertriebspartner ausgelöst. Spezielle Werkzeuge von John Deere, mit denen die Auswertung der Maschinendaten automatisch vorgenommen werden kann. Die zuständigen Abteilungen sitzen in den Fabriken und arbeiten eng mit den Entwicklungs-, Test- und Produktionsabteilungen zusammen. Und geschulte John Deere Vertriebspartner, die auf Grundlage der Datenauswertungen den Connected Support durchführen können.

Die Datenübertragung erfolgt über das JDLink Modul. JDLink dient ausschließlich der Übertragung von Maschinendaten, die beispielsweise von Sensoren an der Maschine erhoben werden. Man kann sich das eher wie ein Mobiltelefon vorstellen, das einfach Daten überträgt.

Sämtliche Traktoren vieler Baureihen, Mähdrescher aus Zweibrücken und den USA, sowie die selbstfahrenden Feldhäcksler und selbstfahrende Feldspritzen sind entweder mit dem Telemetrie-Modul JDLink, ausgestattet oder können ab dem Modelljahr 2012 nachgerüstet werden. Über die JDLink CONNECT Lizenz, die alle 2 Jahre kostenlos erneuert werden kann, ist die Telematik nach Kundeneinwilligung aktiv. In der Summe sind heute ca. 50.000 John Deere Maschinen in der Europaregion angebunden. Aufgrund der aktuellen Erfahrungen und der täglich wachsenden Anzahl wird sich Connected Support auch nach der Corona Krise zu einem festen Bestandteil im Maschinenservice entwickeln.

Autor: jst
Gefunden bei intellicar.de
https://intellicar.de/markets/digitalisierung-in-der-landwirtschaft-wie-john-deere-auf-remote-services-setzt/
14.05.2020 08:19