25.03.2020 - 15:40

Digitaler Zwilling: Batteriespezialist Twaice bekommt 11 Mio. Euro in Serie A

Das Münchener Technologieunternehmen Twaice hat sich 11 Mio. Euro in der Serie-A-Finanzierungsrunde sichern können. Angeführt wird die Runde vom europäischen Frühphasen-Investor Creandum. Mit dabei sind auch die Bestandsinvestoren.

So hatten Cherry Ventures, UVC Partners und Speedinvest bereits 3,2 Mio. Euro im Rahmen der Seed-Runde investiert. Twaice erstellt über eine eigene Software einen digitalen Zwilling von Akkusystemen. Darüber lassen sich in Echtzeit exakte Analysen und Voraussagen zum „Gesundheitszustand“ eines Energiespeichers treffen. Durch die Nutzung von Felddaten in Kombination mit analytischen und datengetriebenen Batteriemodellen will Twaice nicht nur den Kreis zwischen Produktentwicklung und -anwendung schließen, sondern auch vorausschauende Wartung und Gewährleistungsverlängerung ermöglichen. Drohende Zwischenfälle bis hin zu Betriebsausfällen könnten so rechtzeitig erkannt und verhindert werden.

Twaice sieht seinen Erfolg bereits durch die umfangreichere Elektrostrategie der eigenen Kunden. Nach dem Dieselskandal und durch die zunehmende Regulatorik haben Autohersteller die Entwicklung von emissionslosen Fahrzeugen beschleunigt und sind dabei auf gut abgestimmte Batterien angewiesen. Auch die zunehmende Verbreitung von Lithium-Ionen Batterien auf dem Energiemarkt spielt den Münchenern in die Karten. So werden stationäre Speicher zum Beispiel zur Vermeidung erhöhter Netzentgelte oder zur Stabilisierung des Netzes eingesetzt. Aufgrund der Kosten und Komplexität schaffen Batterien besondere Herausforderungen.

Signifikante Testumfänge während der Entwicklung und mangelnde Transparenz über den Zustand und die verbleibende Lebenszeit während des Betriebs erschweren Herstellern und Nutzern den Umgang mit Batterien, heißt es bei Twaice. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren bei wichtigen Kunden aus der Automobilindustrie über LKW-Hersteller bis zu Anbietern von Elektrowerkzeugen ins Spiel bringen können. Offenbar überzeugt die Kombination aus tiefem Batteriewissen, einer skalierbaren Cloud-Plattform und maschinellem Lernen.

Das Kundenportfolio von Twaice kommt vor allem aus zwei Richtungen: Energie und Mobilität. Energieunternehmen nutzen die Software vor allem für stationäre Energiespeicher, während im Mobilitätsbereich Hersteller und Flottenbetreiber sowohl die Entwicklung als auch die Nutzung von Lithium-Ionen-Batterien verbessern und deren Lebensdauer verlängern. Die Kunden erhalten mit der Software von Twaice genauere Kenntnisse über die Abläufe in den Batterien während des Gebrauchs. Auf diese Weise können aber auch zum Beispiel die Betreiber elektrischer Fahrzeugflotten ihre Betriebskosten durch vorrauschauende Wartung senken und eine Lebensdauerverlängerung um bis zu 25 Prozent erreichen.

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der TWAICE Technologies GmbH

Autor: jst
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25.03.2020 15:26