27.11.2019 - 15:44

DEKRA stellt Micro Mobility Standard vor

Mikroroller-Verleih Circ war bei den Entstehung involviert

Die Sachverständigenorganisation DEKRA hat einen Micro Mobility Standard vorgestellt. Damit will sie insbesondere Verleiher von Mikrorollern und Städte ansprechen. Die Prüfer haben acht Bereiche definiert, die genauer unter die Lupe genommen werden sollen.

Der vorgestellte Standard umfasst insgesamt mehr als 120 einzelne Prüfpunkte in acht Bereichen. Haupt-Zielgruppen für die gebündelten Expertendienstleistungen sind zum einen Anbieter im Bereich „Mobility as a Service“, z.B. Verleiher von E-Scootern, zum anderen Städte, in deren Verkehrsraum entsprechende Verleihsysteme angeboten werden.

Entwickelt wurde der DEKRA Micro Mobility Standard auch auf internationaler Ebene mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Fahrzeugsicherheit, Homologation, Produktprüfung und Konnektivität. Koordiniert wurde die Entwicklung von der DEKRA Digital GmbH. Die 2018 gegründete Tochter pflegt enge Kontakte zu vielen Startups, darunter auch eine Reihe von Micro Mobility-Anbietern. Demnach soll in der Entwicklung des Standards der E-Scooter-Verleiher Circ ein wichtiger Partner gewesen sein. Circ verleiht seine elektrischen Mikroroller aktuell in 40 Städten der Welt und soll aktuell in Fusionsgesprächen mit dem Wettbewerber Voi sein.

Die aktuellen Sicherheitsstandards und die Regeln für die Nutzung der neuen Mobilitätsangebote unterscheiden sich nicht nur von Land zu Land, sondern oftmals sogar von Stadt zu Stadt. Dabei spielt die Regulierung für die Sicherheit der Angebote eine mitentscheidende Rolle. Während die Mikro-Mobilität von vielen als Baustein zukunftsweisender Mobilitätskonzepte angesehen wird, bedeuten die neuen Fahrzeuge in schon bisher komplexen Verkehrssituationen auch neue Risiken.

Der Micro Mobility Standard betrachtet die zu prüfenden Mobilitäts-Angebote aus allen wichtigen Blickwinkeln. Die DEKRA nimmt dabei folgende acht Bereiche – teilweise abhängig von örtlichen gesetzlichen Vorgaben – detailliert unter die Lupe:

1. Technisches Design der Fahrzeuge: Rahmen und Räder, Bremsen, Beleuchtung, Fahrdynamik, elektrische Sicherheit, Batteriesicherheit, Schadstoffe, elektromagnetische Verträglichkeit, funktionale Sicherheit, Drahtlosverbindungen u.a.

2. Produktion, Transport und Montage der Fahrzeuge: Qualitätsmanagement, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Umweltschutz u.a.

3. Behörden, Versicherung und Infrastruktur: Versicherungsschutz, ausgewiesene bzw. erlaubte Abstellplätze, Geo-Fencing z.B. zum Ausschluss von Fahrten in Fußgängerzonen, Altersgrenze für Nutzer u.a.

4. IT-Sicherheit und Datenschutz: Datensicherheit, Netzwerksicherheit, Datenschutz u.a.

5. Training und Nutzerverhalten: Schulung der Nutzer in der App bzw. online, Empfehlungen für Schutzausrüstung (Helm), Information über geltende Straßenverkehrsregeln, verantwortungsbewusstes Marketing u.a.

6. Verwendung und Einsatz der Fahrzeuge: Bereitstellung der Fahrzeuge, Einbindung in Nahverkehrsangebote, Unfallmeldung und -untersuchung, Umweltstandards u.a.

7. Wartung und Lagerhaltung: Wartungsintervalle an Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur, Schadenmeldung und Reparatur, Feedback für die Fahrzeugentwicklung, Mitarbeiterschulung, Arbeitsschutz, Brandschutz u.a.

8. Recycling: Lebenszyklus, Wiederverwertung von Materialien, Wiederverwendung von Teilen u.a.

Die ersten Prüfungen nach dem neuen Micro Mobility Standard der DEKRA sollen für Anfang 2020 anstehen, wenn sich erste Anbieter dem Verfahren stellen.

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial des DEKRA e.V., Foto: Dennis Lewczenko / DEKRA SE

Autor: jst
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27.11.2019 15:03