30.04.2021 - 07:36

Conti strebt globale Führung beim Thema Technologie für automatisiertes Fahren an

Das bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Nikolai Setzer im Rahmen der virtuellen Hauptversammlung 2021 in Hannover. Continental plane zusätzliche Investitionen von 200 bis 250 Mio. Euro in diesem Jahr im neuen Geschäftsfeld „Autonomous Mobility“.

Die strategische Neuausrichtung und deren Umsetzung waren Kernthema der Rede von Nikolai Setzer im Rahmen der virtuellen Hauptversammlung 2021 in Hannover. Vor dem Hintergrund einer verhaltenen Belebung der Branchenkonjunktur will Continental im laufenden Geschäftsjahr die eigene strategische Neuausrichtung zielstrebig fortsetzen. Dazu sagte Setzer: „Continental startet neu durch. Wir wissen, worauf es ankommt. Gerade unter den jetzigen Bedingungen.“ Der scharfe Einbruch der Fahrzeugproduktion im abgelaufenen Geschäftsjahr um weltweit 16 Prozent hat auch Continental getroffen.

Die neu ausgerichtete Strategie für profitables und nachhaltiges Wachstum von Continental beruht auf drei Eckpfeilern: der operativen Stärke, der Fokussierung des Portfolios auf entweder Wachstum oder Ertrag sowie einer Kultur, die es leicht macht, neue Chancen zu ergreifen. Setzer: „Durch die Krise steuern, auf den Markt reagieren, den Wandel gestalten – das sind drei große Aufgaben. Aber für uns sind es vor allem drei große Chancen – und die nutzen wir.“

Mit der neu ausgerichteten Strategie unterteilt Continental das eigene Portfolio zum einen in Geschäfte, bei denen „Wachstum“ im Mittelpunkt steht, zum andern in Geschäfte, bei denen es vor allem um „Ertrag“ geht – zwei unterschiedliche Methoden für unterschiedliche Märkte. Sie unterscheiden sich in ihrem Zeithorizont, ihren Technologien und ihren Prozessen, haben aber eine gemeinsame Stoßrichtung: mehr Wert zu schaffen.

„Auf den Wachstumsfeldern punkten wir mit innovativen Technologien. Unser Ziel dort: besser abschneiden als der Markt“, erläuterte der Continental-Vorstandschef das Konzept. Ein Beispiel dafür sind leistungsstarke Bordrechner, die Continental für neue Fahrzeuge entwickelt. Die heutigen Aufträge werden bereits mehr als vier Milliarden Euro Umsatz bringen. Ein anderes Wachstumsfeld sind assistierte und automatisierte Fahrsysteme, bei denen Continental bereits seit Jahren führend ist.

„Autonomous Mobility“ bildet ab 2022 ein eigenständiges Geschäftsfeld. Allein in diesem Jahr fließen in diesen Bereich, wie am 9. März 2021 bekannt gegeben, um 200 bis 250 Millionen Euro erhöhte Investitionen. Grund: „Der Markt wächst. Schon in den kommenden drei Jahren wird er sich mehr als verdoppeln“, prognostizierte Setzer und fügte hinzu: „Wir wachsen mit! Denn mehr Automatisierung im Auto heißt: mehr Chancen auf einen höheren Wertanteil für uns.“

Continental beschäftigt nach eigenen Angaben dafür bereits 20.000 Software- und IT-ExpertInnen und betreibt eine eigene Software-Akademie. Gemeinsam mit Amazon arbeitet Continental daran, die Kommunikation aus dem Auto heraus und in das Fahrzeug hinein zu beschleunigen. Mit einem neuen Superrechner, der in Frankfurt am Main steht, nutzt das Unternehmen zusätzlich künstliche Intelligenz, um Assistenzsysteme fit zu machen für die Praxis.

Die intensive Zusammenarbeit mit Startups und Technologieunternehmen will Continental kontinuierlich ausbauen, um die eigene Marktposition in diesem Segment zu festigen und die Entwicklungsgeschwindigkeit zu erhöhen. Zu den Partnerfirmen gehören bereits Nvidia und AEye, daneben etwa EasyMile, AAI, der Kartendienst Here und, wie jüngst bekannt gegeben, das auf die Entwicklung auf künstlicher Intelligenz basierender Lösungen spezialisierte chinesische Unternehmen Horizon Robotics.

An Recogni, einem auf Chipdesign spezialisierten US-Unternehmen, ist Continental seit Kurzem beteiligt. „Dessen Prozessoren dienen uns als Datenturbo. Damit machen wir das automatisierte oder autonome Fahren noch sicherer, noch sauberer und komfortabler. Wir streben die globale Führung beim Thema Technologie an“, zeigte Setzer die Zukunftsperspektive auf und verwies auf weitere Wachstumschancen: „Zuwachsraten verzeichnet Continental ebenso bei Produkten wie bei intelligenten Kontrollsystemen für Reifen, die Daten in Echtzeit liefern und damit Fahren sicherer und sparsamer machen. Wachstum gibt es aber auch auf bestimmten Märkten. Ein Beispiel dafür ist China. Selbst 2020 war dort die Nachfrage nach unseren Premiumreifen höher als 2019.“

Der auf Ertrag ausgerichtete Teil des Portfolios zielt dagegen vor allem auf gesättigte Märkte ab. „Dort ist das Wachstum zwar begrenzt. Aber unsere Position ist stark, die Gewinne fließen dauerhaft. Das gelingt uns, weil wir in vielen Produktgruppen führend und schnell sind – etwa bei Technologien für die Fahrsicherheit“, sagte Setzer.

Autor: jst

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