14.04.2022 - 08:56

Bosch nimmt gemeinsam mit AWS Logistikbranche ins Visier

Bosch und der US-Cloudanbieter Amazon Web Services (AWS) haben eine Zusammenarbeit zur Digitalisierung der Logistik vereinbart. Ziel ist, die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Transport- und Logistikbranche zu erhöhen.

Über eine auf AWS betriebene Plattform sollen Logistik- und Speditionsunternehmen schnellen und unkomplizierten Zugang zu digitalen Services erhalten. Diese unterstützen sie künftig aus einer Hand zum Beispiel angefangen bei der Auslastung ihrer Lkw-Flotten über die Überwachung des Warenflusses bis hin zur Auftragsabwicklung. Dazu haben Bosch und AWS jetzt eine strategische Zusammenarbeit vereinbart.

Bosch zeichnet für die Entwicklung und den Betrieb der Logistik-Plattform verantwortlich, deren Herzstück ein Marktplatz für digitale Services sein soll. AWS steuert seine umfassenden Cloud-Angebote sowie Expertise bei. Die Plattform soll ein reibungsloses Zusammenspiel aus unterschiedlichen Services und Daten ermöglichen. Ohne eigene, ressourcen- und kostenintensive IT-Projekte könnten Transport- und Logistikunternehmen damit die Möglichkeiten der Digitalisierung deutlich stärker für sich nutzen. Der Marktplatz steht zugleich allen Anbietern digitaler Logistik-Services offen. Eine erste Version der Logistik-Plattform soll auf der Hannover Messe gezeigt werden. Der Start ist für Ende 2022 in Europa, Indien und den USA geplant.

In der Realität ist Bosch mit diesem Service spät dran. Bereits vor Jahren wurde die Rio-Plattform des Volkswagen-Konzerns ins Leben gerufen. Sie firmiert heute unter dem Dach der Traton-Gruppe, dem LKW-Hersteller von Volkswagen.

Der Boom in der Transport- und Logistikbranche hält schon seit Jahren an. In der Corona-Pandemie haben Online-Bestellungen und Paketlieferungen nochmals stark zugenommen und für einen zusätzlichen Schub gesorgt. Bis 2030 soll der globale Warentransport um mehr als 40 Prozent wachsen, bis 2050 sollen es sogar mehr als 145 Prozent sein. Dieses Wachstum trifft auf einen Markt, der global stark fragmentiert ist, sowie mit einigen Ineffizienzen zu kämpfen hat. Dazu ein paar Fakten: Weltweit sind über 95 Prozent der in der Branche tätigen Unternehmen klein- oder mittelständisch organisiert. Etwa neun von zehn Unternehmen unterhalten weniger als fünf Fahrzeuge. Ihr tägliches Geschäft organisiert eine Mehrheit der Spediteure zum Teil noch händisch oder mit diversen, unabhängigen Computer-Programmen. Laut Güterverkehrsstatistik des Bundesverkehrsministeriums sind zudem mehr als 150 Millionen Fahrten Leerfahrten, die sich insgesamt jährlich zu mehr als 6,5 Milliarden Leerkilometern oder mehr als 160 000 unnötigen Erdumrundungen summieren. Das wiegt nicht nur aus Klimaschutzgründen schwer, sondern auch, weil ohnehin bereits etliche Fahrer fehlen. Der Bundesverband Güterverkehr Logistik und Entsorgung beziffert den Mangel allein in Deutschland auf 60.000 bis 80.000 Fahrer – und die Lage spitzt sich auch weltweit weiter zu.

Bosch sieht den Vorteil seiner entstehenden Plattform darin: Es entsteht ein komplettes Ökosystem und eine Software-Umgebung, in der Frachtführer und Spediteure die von ihnen benötigten Services verschiedener Anbieter individuell zusammenstellen, buchen und ausführen können. Die Plattform erlaube zudem die einfache Integration heute bereits marktrelevanter Anwendungen etwa im Bereich der Transport-Managementsysteme. Dank einer gemeinsamen Nutzung von Daten, die unter anderem aus dem Flotten-Management über die Telematiksysteme in Lkw zur Verfügung stehen, soll auch die Verknüpfung und das Zusammenspiel unterschiedlicher Services aus verschiedenen Bereichen gelingen.

Autor: jst

– ANZEIGE –


Nächster Beitrag

Aktuelle Termine

Recht in der Automobil­zulieferindustrie 2022

Zum Termin

Future Mobility Summit

Zum Termin

Automechanika Frankfurt 2022

Zum Termin
Gefunden bei intellicar.de
https://intellicar.de/markets/bosch-nimmt-gemeinsam-mit-aws-logistikbranche-ins-visier/
14.04.2022 08:31