16.12.2020 - 10:23

Bosch mit hohem Auftragseingang bei Fahrzeugcomputern

Der Zulieferer Bosch vermeldet für seine Fahrzeugcomputer inzwischen Aufträge in Höhe mehrerer Milliarden Euro. So habe man alleine ein Auftragsvolumen von rund 2,5 Milliarden seit Sommer 2020 erhalten.

Die Fahrzeugcomputer sind ein zentraler Baustein, mit dem Bosch seine führende Rolle bei softwareintensiven Elektroniksystemen ausbauen will. Dieser Markt umfasst laut des Zulieferers rund 20 Milliarden Euro und soll bis 2030 jährlich um bis zu 15 Prozent wachsen. Im Januar 2021 nimmt dazu der neue Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions mit insgesamt 17.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine Arbeit auf. In der Einheit führt Bosch sowohl die Hard- als auch Softwareentwicklung für Fahrzeugcomputer, Sensoren und Steuergeräte für alle Fahrzeugbereiche zusammen.

Rund 30 Prozent des Werts eines Fahrzeugs soll Software künftig ausmachen; heute sind es lediglich zehn Prozent (Quelle: McKinsey). Diese Entwicklung zeigt den Stellenwert, den Bits und Bytes für Fahrzeuge künftig haben. Fahrzeugcomputer, die einen solchen Software- und Datenumfang handhaben, sind daher bald Standard in allen Fahrzeugen – von Kleinwagen über die Oberklasse bis zum 40 Tonner. Bosch entwickelt sie sowohl für Cockpit- und Vernetzungsfunktionen, Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren als auch den Antrieb und die Karosserieelektronik. Damit sollen sich alle zentralen Fahrzeugfunktionen auf einer Handvoll leistungsstarker Zentralrechner zusammenführen lassen. Ein Beispiel: Boschs zentraler Cockpit-Computer übernimmt in der nächsten Fahrzeuggeneration die Aufgaben von bis zu zehn Steuergeräten. In Folge können Automobilhersteller die Anzahl der teilweise mehr als 100 Steuergeräte deutlich reduzieren.

In Fahrzeugcomputern werden in den nächsten Jahren außerdem Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen des Fahrzeugs – Experten sprechen von Domänen – verschmelzen. Sie steuern dann neben der Fahrzeugbewegung beispielsweise auch die Karosserieelektronik in nur einem Zentralrechner. Diese sind dann umso leistungsfähiger: In den letzten rund 20 Jahren wuchs die Rechenleistung eines einst für die Navigation eingesetzten Steuergerätes um den Faktor 3.000. Verglichen mit dem Moore‘schen Gesetz, das eine Verdopplung der Rechenleistung alle zwei Jahre annimmt, ist diese Steigerung rund drei Mal so groß. Damit kann ein Cockpit-Computer neben Displays, Infotainment und Sprachsteuerung auch Aufgaben anderer Fahrzeugbereiche steuern, wie etwa bestimmte Assistenzfunktionen. „Mit Fahrzeugcomputern von Bosch werden selbst hoch komplexe Fahrfunktionen beherrschbar, die über einzelne Fahrzeugdomänen hinausgehen“, sagt Dr. Mathias Pillin von Bosch. Er übernimmt ab Januar 2021 den Vorsitz des Bereichsvorstandes des neuen Geschäftsbereichs Cross-Domain Computing Solutions. Seinen Namen hat der Bereich übrigens nicht von ungefähr. Übersetzt bedeute er domänenübergreifende Computer-Lösungen. Hier bündelt das Unternehmen seine Kräfte in der Software-, Elektrik- sowie Elektronikentwicklung aus den Bereichen Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren, Car Multimedia sowie Antrieb und Body Electronics unter einem Dach.

Baukastenlogik

Bosch bietet seine Fahrzeugcomputer in einem skalierbaren Baukasten an, in dem für alle Anforderungen und Voraussetzungen das passende Elektroniksystem aus Hard- und Software enthalten ist. Das Ziel ist eine Software- und Systemarchitektur für das gesamte Fahrzeug, bei der alle Zentralrechner, Sensoren und Steuergeräte wie in einem Baukasten zusammenpassen und aufeinander aufbauen. Davon profitieren Autobauer, denn die Baukastenlogik macht die Entwicklung der Fahrzeugcomputer für unterschiedliche Fahrzeugmodelle besonders flexibel. Ist beispielsweise eine grundsätzliche Architektur von Hard- und Software vorgegeben, lässt sie sich – je nach Kundenprojekt – entlang einer festgelegten Systematik anpassen. Für Premiumfahrzeuge kommen dann weitere Softwarebausteine oder spezielle Chips auf den Platinen dazu, um mehr Funktionen zu ermöglichen. In Kleinwagen hingegen lässt sich der Aufbau der Fahrzeugcomputer so anpassen, dass sie wichtige sicherheitsrelevante Basisfunktionen zentral abdecken. „Mit der Baukastenlogik für Fahrzeugcomputer und unserer breiten Aufstellung kann Bosch auf alle Bedürfnisse von Autoherstellern eingehen“, sagt Pillin. Durch das Baukastenprinzip stecke in den Hochleistungscomputern außerdem enormes Geschäftspotenzial. Genau das möchte Bosch erschließen.

Autor: jst

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