08.12.2021 - 08:31

Bosch bündelt Softwareentwicklung bei ETAS

Bosch bündelt sämtliche nicht-differenzierenden Software-Aktivitäten (Basis-SW und Middleware) jetzt in der ETAS GmbH. So sollen Lösungen für softwaredefinierte Fahrzeuge Herstellern und anderen Zulieferern künftig schneller, sicherer und effizienter bereitgestellt werden können.

Die softwaredominierte Zukunft der Mobilität bedeutet für den Zulieferer Bosch, dass er den Konzern weiter umbaut. Übergreifend einsetzbare Fahrzeug-Basissoftware, Middleware, Cloud-Services sowie Entwicklungswerkzeuge soll künftig unter dem Dach der Tochtergesellschaft ETAS GmbH entwickelt und vertrieben werden. Dort sollen ab Mitte 2022 insgesamt 2.300 Fachleute aus unterschiedlichen Entwicklungsbereichen von Bosch und ETAS zusammengeführt werden. „Automobile Softwareentwicklung ist eine Kernkompetenz von Bosch. Wir bringen jährlich mehr als 200 Millionen Steuergeräte mit eigener Software in Fahrzeuge weltweit. Mit der neuen Aufstellung wollen wir künftig führend als Anbieter anwendungsunabhängiger Fahrzeugsoftware werden“, wird Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions der Robert Bosch GmbH, in einer Pressemitteilung dazu zitiert.

Mit dem Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions hatte Bosch erst vor einem Jahr eine Einheit für Fahrzeugsoftware mit Hardware für zahlreiche Fahrzeugbereiche wie Fahrerassistenz und Infotainment gegründet. Nun bündelt das Unternehmen sein Angebot mit anwendungsunabhängiger Software für Fahrzeuge und Cloud bei ETAS. Dabei entsteht eine zentrale Plattform, mit der Software künftig schneller, effizienter und gemeinsam mit Partnern entwickelt werden soll. ETAS bietet die übergreifend einsetzbare Plattform sowie die passende Entwicklungsumgebung künftig sowohl Automobilherstellern als auch anderen Zulieferern an.

Bisher galt: Ein Auto ist fertig, wenn es ausgeliefert wird. Künftig soll die Fahrzeugsoftware jedoch kontinuierlich verbessert und erweitert – ein ganzes Fahrzeugleben lang. Damit wird letztlich dem sich ändernden Verhalten der Fahrenden und Mitfahrenden Rechnung getragen, gleichzeitig ist Software die Basis in Fahrzeuge für neue Geschäftsmodelle der Hersteller.

Den Markt für Automobilsoftware sehen ExpertInnen in den nächsten Jahren im Milliardenbereich. Bosch selbst rechnet bis 2030 jährlich mit einem zweistelligen Wachstum. Teil dieser Evolution ist die nun von Bosch geplante organisatorische Neuaufstellung von Bereichen, die sich mit anwendungsunabhängiger Software beschäftigen, beim Tochterunternehmen ETAS. In der neuen Organisation soll ebenfalls die im Februar begonnene Zusammenarbeit von Bosch und Microsoft fortgesetzt werden. Ziel der Kooperation ist eine durchgängige Softwareplattform für die nahtlose Vernetzung von Autos und Cloud. Damit soll Fahrzeugsoftware künftig einfacher und während des gesamten Autolebens weiterentwickelt sowie über die Cloud auf die Steuergeräte und Fahrzeugrechner aufgespielt werden.

ETAS wurde 1994 als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH gegründet und beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 12 Ländern. Mitte 2022 sollen weitere 800 Mitarbeitende von Bosch hinzukommen. Bereits heute arbeiten beide Unternehmen eng zusammen. Diese Zusammenarbeit soll in einer gemeinsamen Einheit weiter intensiviert werden. Die Details der zukünftigen Organisation werden derzeit unter Beteiligung der zuständigen Arbeitnehmervertretungen erarbeitet, heißt es seitens Bosch.

Autor: jst

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08.12.2021 08:29