22.12.2020 - 07:50

Bei Telematik-Tarifen sind viele Autofahrer noch zurückhaltend

Das zeigt eine DEKRA / Ipsos-Studie. 59 Prozent geben demnach an, sie würden sich auf jeder Fahrt in ihrem Fahrzeug beobachtet fühlen. Der gleiche Anteil stimmt der Aussage zu, beim Sammeln der großen Datenmengen bestehe die Gefahr, dass diese missbräuchlich verwendet werden.

Wer vorausschauend fährt, spart Geld bei der Autoversicherung; wer mehr Risiko eingeht, zahlt auch mehr – so lässt sich der Grundgedanke so genannter „Telematik-Tarife“ zusammenfassen, die viele Autoversicherer anbieten. Dabei wird das Fahrverhalten aufgezeichnet und ausgewertet, im besten Fall gibt es dann einen Bonus auf die Versicherungsprämie. Gut ein Viertel der Autobesitzer steht einem solchen Tarif aufgeschlossen gegenüber, ergab eine aktuelle Befragung der Expertenorganisation DEKRA und des Marktforschungsinstituts Ipsos.

„Ich könnte mir gut vorstellen, einen solchen Telematik-Tarif abzuschließen“ – dieser Aussage stimmen 27 Prozent der Befragten „voll und ganz“ oder „eher“ zu. Der Wert ist seit der letzten DEKRA / Ipsos-Befragung zu diesem Thema vor drei Jahren praktisch unverändert (damals 28 Prozent).

Vorteile für die Verkehrssicherheit durch Telematik-Tarife sieht knapp die Hälfte der befragten Autobesitzerinnen und Besitzer: 46 Prozent glauben, dass Drängler und Raser damit in Zukunft mehr auf ihre Fahrweise achten würden, wodurch Unfälle vermieden werden könnten. Auch hier gibt es im Vergleich zu 2017 keine Veränderung in der Haltung der Befragten.

Die Gründe für die Zurückhaltung in Bezug auf die Telematik-Tarife seien klar: 59 Prozent geben an, sie würden sich auf jeder Fahrt in ihrem Fahrzeug beobachtet fühlen (2017: 61 Prozent). Der gleiche Anteil stimmt der Aussage zu, beim Sammeln der großen Datenmengen bestehe die Gefahr, dass diese missbräuchlich verwendet werden. In diesem Punkt sind die Sorgen seit der letzten Befragung offenbar leicht zurückgegangen (2017: 67 Prozent).

„Im Grunde ist es natürlich sehr zu begrüßen, wenn Autofahrerinnen und Autofahrer dazu ermuntert werden, vorausschauend und sicher zu fahren“, so Guido Kutschera, Vorsitzender der Geschäftsführung der DEKRA Automobil GmbH. „Gleichzeitig zeigt unsere Befragung aber auch: Das Vertrauen in die Sicherheit der aufgezeichneten Daten ist das A und O. Die Bedenken der Versicherten in dieser Hinsicht muss man auf jeden Fall sehr ernst nehmen.“

Für die aktuelle Online-Studie befragte Ipsos im Auftrag von DEKRA im September 2020 insgesamt 1.000 Autobesitzerinnen und Besitzer – unter anderem auch dazu, welche Arten von Daten sie am ehesten oder am wenigsten bereit wären, an Werkstätten, Versicherer oder andere Stellen weiterzugeben. Sachliche Daten wie Kraftstoffverbrauch, bevorzugte Klimaeinstellungen oder Bremsverhalten werden dabei eher zur Weitergabe akzeptiert als zum Beispiel die Aufzeichnung gefahrener Strecken. Am wenigsten freigiebig wären die Befragten mit Daten zum Zahlungsverkehr – hier sagen 72 Prozent „Würde ich gar nicht weitergeben“.

Bemerkenswert sei auch: Bei Daten über das Zustandekommen von Unfällen sind die meisten Autobesitzerinnen und Besitzer bereit, die Weitergabe zu akzeptieren. Hier sagen 30 Prozent, sie würden die Daten gar nicht weitergeben – der geringste Wert unter allen 13 abgefragten Kategorien.

Autor: jst

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