08.06.2021 - 08:26

Wissen, wo die Sensoren optimal platziert sind

IAV ermittelt mithilfe eines eigens entwickelten Simulationsmodells die ideale Platzierung von Lidar, Radar und Co., um auch bei Regen oder Verschmutzung zu funktionieren. Das Simulationsmodell von IAV basiert auf einem neuartigen Berechnungsalgorithmus für Strömungen, einer Eigenentwicklung des Fraunhofer ITWM.

Wie sich hochautomatisierte Fahrzeuge im Alltag schlagen werden, hängt u.a. davon ab, ob die Sensoren unter widrigsten Bedingungen verlässlich arbeiten. Wie Lidar, Radar und Co. platziert sein müssen, um auch bei Regen oder Verschmutzung zu funktionieren, simuliert der Berliner Entwicklungsdienstleister IAV nun mit Hilfe eines eigens entwickelten Simulationsmodells. Ziel des Unterfangens: Es sollen Zeit und Kosten in der Entwicklung gespart werden.

Ohne Abstandsmesser, Lidar, Radar sind hochautomatisierte Fahrzeuge blind und unfähig, eigenständig durch den Verkehr zu manövrieren. Damit werden jedoch Gischt, Matsch und Dreck zu einem Problem: Verschmutzen sie die Sensoren, kann das zu Funktionsstörungen führen. Das Fahrzeug könnte gar komplett ausfallen. Damit hochautomatisierte und autonome Autos, Shuttles und Lkw also wirklich im mobilen Alltag ankommen können, müssen ihre Messfühler auch bei Regen und Schnee funktionieren. Mit einer speziellen Simulationsmethode identifiziert das Team von IAV die Bereiche am Fahrzeug mit hohem und geringem Verschmutzungsrisiko, um die Sensoren dort zu platzieren, dass sie möglichst nicht verschmutzen. Dieses Wissen dürfte dann besonders relevant sein, wen man es schon früh im Entwicklungsprozess anwenden kann.

Dafür hat die IAV einen Modellierungsansatz entwickelt, mit dem sich simulieren lässt, wie sich z.B. eine Regenfahrt auf die Verschmutzung des Fahrzeugs auswirkt, also wie sich Wasser, Matsch und Dreck am Fahrzeugkörper verteilen und was dies für die Sensoren bedeutet. Mit dem selben Modellansatz können auch Reinigungssysteme hinsichtlich ihrer Wirksamkeit ausgelegt und bewertet werden.

Das Simulationsmodell basiert – laut IAV – auf einem neuartigen Berechnungsalgorithmus für Strömungen, einer Eigenentwicklung des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM). IAV hat in der Programmumgebung entsprechende Modellierungsansätze entwickelt und implementiert. Die IAV-EntwicklerInnen haben dafür auch ihre jahrelange Erfahrung mit der Simulation von Wasserströmungen an Fahrzeugen und der Absicherung gegen Wasserschäden einfließen lassen, heißt es vom Unternehmen.

Dr. Rico Baumgart: „Dieses Beispiel zeigt, dass uns die computergestützten Entwicklungsmethoden fortwährend neue Möglichkeiten bieten, die Entwicklungszeiten weiter zu reduzieren und damit die Kosten zu senken. Der entscheidende Vorteil aber ist, dass sich die teils komplexen physikalischen Prozesse am Rechner oftmals wesentlich detaillierter und vor allem reproduzierbarer analysieren lassen als im praktischen Versuch. Dies kommt natürlich auch dem Entwicklungsprozess und der Optimierung von Bauteilen zugute.“

In Summe dürfte es helfen, dass bestimmte Fragestellungen nicht erst an den physischen Prototypen erprobt werden müssen, sondern mittels Simulationsmethode schon in einer sehr frühen Entwicklungsphase geklärt werden. Einige aufwändige Tests an Fahrzeugen könnte das womöglich einsparen.

Autor: jst

– ANZEIGE –



Aktuelle Termine

Automobilzulieferindustrie 2021

Zum Termin

Autonomes Fahren und Unfallvermeidung

Zum Termin

Wunder Mobility Summit

Zum Termin
Gefunden bei intellicar.de
https://intellicar.de/hardware-and-software/wissen-wo-die-sensoren-optimal-platziert-sind/
08.06.2021 08:21