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06.November 2019

Volvo setzt auf Blockchain für sauberes Kobalt in E-Fahrzeugen


Der Automobilhersteller Volvo Cars will das in seinen Hochvoltbatterien verwendete Kobalt weltweit rückverfolgbar machen: Dank der sogenannten Blockchain soll in Zukunft verfolgt werden woher das Material stammt, das beispielsweise im neuen vollelektrischen Volvo XC40 Recharge zum Einsatz kommt.

Die Beschaffung von seltenen Rohstoffen wie beispielsweise Kobalt, die bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden, ist eine der größten Herausforderungen für die Automobilhersteller, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Immerhin ist die Batterie nicht nur finanziell ein wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung sondern auch eine Achillesferse in der öffentlichen Diskussion um die Umweltfreundlichkeit der Elektromobilität. Volvo Cars verpflichtet sich nun zur vollständigen Rückverfolgbarkeit und will sicherstellen, dass Kunden guten Gewissens elektrifizierte Volvo Modelle fahren können, da das Material für die Batterien verantwortungsvoll bezogen wurde.

Die Blockchain-Technik baut ein zuverlässiges, geteiltes Datennetzwerk auf und erhöht demnach so die Transparenz in der Lieferkette erheblich, da die Informationen über die Herkunft des Materials nicht unbemerkt verändert werden können. Volvo Cars hat nun eine Vereinbarung mit seinen beiden globalen Batterielieferanten – CATL aus China und LG Chem aus Südkorea – sowie führenden Blockchain-Technologieunternehmen getroffen, um diese Rückverfolgbarkeit von Kobalt ab diesem Jahr umzusetzen.

Die Technologieunternehmen Circulor und Oracle betreiben die Blockchain nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im Sommer in der gesamten Lieferkette von CATL, während das Responsible Sourcing Blockchain Network (RSBN) zusammen mit den verantwortlichen Spezialisten RCS Global und IBM die Technik in der Lieferkette von LG Chem einführt.

Eine Blockchain ist wie ein digitales „Buch“, das eine Liste von Datensätzen enthält, die per Kryptographie miteinander verbunden sind. Innerhalb von Lieferketten erstellt die Technik Aufzeichnungen von Transaktionen, die nicht geändert werden können, und setzt gleichzeitig einheitliche Regeln für die Datenerfassung durch. Dies ermöglicht es den Beteiligten, Transaktionen selbstständig zu verifizieren und zu überprüfen.

In diesem speziellen Fall beinhalten die Daten in der Blockchain die Herkunft des Kobalts, Attribute wie Gewicht und Größe, die Konformitätsbescheinigung (CoC) und Informationen, die belegen, dass das Verhalten der Beteiligten mit den OECD-Lieferkettenrichtlinien übereinstimmt. Dieser Ansatz trägt dazu bei, Vertrauen entlang der Lieferkette zu schaffen, erklärt Volvo Cars in einer Pressemitteilung.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gibt detaillierte Empfehlungen ab, um Unternehmen bei der Achtung der Menschenrechte zu unterstützen und durch ihre Entscheidungen und Praktiken beim Einkauf von Mineralien nicht zu Konflikten beizutragen. Die OECD-Richtlinie „Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict-Affected and High-Risk Areas” ist global angelegt und gilt für alle mineralischen Lieferketten.

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial Volvo Car Germany GmbH

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