11.02.2021 - 11:36

Volkswagen setzt beim autonomen Fahren auf Microsoft

Der Volkswagen Konzern will seine Kompetenzen in der Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen ausbauen. Das konzerneigene Softwareunternehmen Car.Software Organisation setzt deshalb auf Microsoft und seine Cloud-basierte Automated Driving Platform (ADP).

Die Cloud-Lösung setzt azf die Microsoft Azure Cloud- und Datendienste. Mit der Automated Driving Platform auf Basis von Azure will die Car.Software Organisation Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen im Pkw für die Marken des Volkswagen Konzerns entwickeln. Volkswagen und Microsoft arbeiten bereits seit 2018 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft gemeinsam an der Volkswagen Automotive Cloud, die künftig alle digitalen Dienste und Mobilitätsangebote von Volkswagen umfassen soll.

„Im Zuge der Transformation des Volkswagen Konzerns zu einem digitalen Mobilitätsanbieter streben wir kontinuierlich nach mehr Effizienz in der Softwareentwicklung. Wir bauen die Automated Driving Platform gemeinsam mit Microsoft auf, um unseren Entwicklern über eine skalierbare und datenbasierte Entwicklungsumgebung die Arbeit zu erleichtern“, so Dirk Hilgenberg, CEO der Car.Software Organisation.

„Dies ist die nächste Stufe unserer strategischen Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Konzern, um seine Transformation zu einem Software-orientierten Mobilitätsanbieter zu unterstützen“, unterstreicht Scott Guthrie, Executive Vice President Cloud + AI bei Microsoft.

Die Automated Driving Platform soll die Entwicklungsarbeit vereinfachen, indem sie das „Lernen aus gefahrenen Kilometern“ über eine zentrale Datenbank ermöglicht. Hierbei fließen Verkehrsdaten von Fahrzeugen des Konzerns ebenso ein wie Simulationsdaten, heißt es seitens Volkswagen. Die Cloud-, Daten- und Machine-Learning-Dienste von Microsoft Azure sowie Microsofts Know-how für agile Softwareentwicklung sollen die Basis für den Aufbau einer zentralen Entwicklungsumgebung für die weltweiten Entwicklungsteams der Car.Software Organisation bilden. Mithilfe der Plattform sollen sich die Entwicklungszyklen von Monaten auf Wochen verkürzen. Selbst große Datenmengen sollen sich effizient verwalten lassen. Die Unternehmen wollen den Funktionsumfang der Entwicklungsplattform kontinuierlich erweitern und zudem Technologiepartnern ermöglichen, Werkzeuge und Dienste zu entwickeln, die in die Plattform integriert werden können, um so die Entwicklung assistierter und automatisierter Fahrfunktionen weiter zu verbessern.

Bis 2025 wird Volkswagen rund 27 Milliarden Euro in die Digitalisierung investieren und den Eigenanteil an der Softwareentwicklung im Auto von heute zehn Prozent auf 60 Prozent treiben. Immerhin ein sehr ambitioniertes Ziel. Die im vergangenen Jahr gegründete Car.Software Organisation spielt eine Schlüsselrolle bei der Transformation des Volkswagen Konzerns zu einem Software-getriebenen Mobilitätsanbieter. Sie bündelt die Softwarekompetenz aus Sicht des Konzerns und erweitert sie kontinuierlich, dazu zählt auch die Entwicklung von Fahr- und Parkfunktionen für die Pkw-Modelle der Konzernmarken.

Volkswagen und Microsoft arbeiten bereits seit 2018 bei der Volkswagen Automotive Cloud (VW.AC) zusammen, bei der künftig alle digitalen Dienste und Mobilitätsangebote der Marken und Modelle des Konzerns im Fokus stehen. Das VW.AC-Entwicklerteam in Seattle hat den Datenaustausch zwischen Fahrzeugen und Cloud über Edge-Dienste von Azure bereits umgesetzt. Die Cloud-Anbindung befähigt Volkswagen zudem, zukünftig Updates und neue Funktionen unabhängig von der Fahrzeug-Hardware bereitzustellen. So soll auch das Kundenerlebnis kontinuierlich verbessert werden.

Die ersten mit der VW.AC vernetzten Testflotten sollen 2021 auf die Straße kommen, der Serienanlauf ist für 2022 geplant. Die Car.Software Organisation soll die Automated Driving Platform und Volkswagen Automotive Cloud eng verzahnt entwickeln und ihre Softwarelösungen, Werkzeuge und Methoden integrieren, um ihre Entwicklungsteams, Kundschaft und Partner auf der ganzen Welt zu befähigen. Mithilfe der VW.AC sollen die auf der ADP entwickelten assistierten und automatisierten Fahrfunktionen für die gesamte Fahrzeugflotte des Konzerns getestet, bereitgestellt und betrieben werden.

Autor: jst

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