21.11.2019 - 13:59

Volkswagen Car.Software-Organisation wird flügge

Volkswagen überführt zum 1. Januar 2020 die hauseigene Car.Software-Organisation in eine eigenständige Geschäftseinheit. Sie wird als Konzerngesellschaft die Beteiligungen und Tochterunternehmen im Konzern bündeln, die Software im Fahrzeug und für die digitalen Ökosysteme entwickeln. Die Unit wird gleich mit großem Personalstamm ausgestattet und im „Audiversum“ angesiedelt.

In einem ersten Schritt sollen damit rund 3.000 Digitalexperten aus den Beteiligungen und Tochterunternehmen zusammenarbeiten. Die Car.Software-Organisation wird ihre Basis in der Audi Electronics Venture GmbH haben, weitere deutsche Standorte befinden sich unter anderem in Berlin, Bochum, im Raum Ingolstadt, im Raum Stuttgart und in Wolfsburg. Internationale Standorte der Software-Organisation sind unter anderem in Seattle und Peking. In einem zweiten Schritt sollen unter dem Dach der Car.Software-Organisation dann auch Fachkräfte zusammenarbeiten, die bislang in den verschiedenen Konzernmarken und Regionen tätig sind.

Der Volkswagen Konzern strebt demnach einen umfassenden Ausbau der Car.Software-Organisation an. Neben der Integration der Beteiligungen und Tochterunternehmen ist es das Ziel, Fachkräfte aus den Marken Volkswagen Pkw, Audi und Porsche zum Wechsel in die Car.Software-Organisation zu gewinnen. Die Zahl der Fachkräfte will Volkswagen zudem durch Neueinstellungen, strategische Zukäufe und weitere Partnerschaf­ten nachhaltig verstärken. Bis 2025 sollen in der Car.Software-Organisation mehr als 10.000 Digitalexperten die Software im Fahr­zeug, die digitalen Ökosysteme sowie kundennahe Funktionen im Handel entwickeln. Langfristig wird die Weiterentwicklung der Car.Software-Organisation mit dem Zielbild einer „Software-Marke“ im Konzern mit eigenem Markenauftritt angestrebt.

Gunnar Kilian, Personalvorstand im Volkswagen Konzern, sagt: „Wir schaffen klare Strukturen und bauen Kompetenzen in wichtigen Zukunftsbereichen auf. Gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung haben wir uns darauf verständigt, für die neue Car.Software-Organisation wettbewerbsfähige tarifliche Arbeitsbedingungen zu vereinbaren, die sowohl Zukunftsausrichtung und Herausforderungen der Softwarebranche als auch Arbeitgeberattraktivität abbilden. Agile und vernetzte Arbeitsformen innerhalb der Softwarebranche als auch im unmittelbaren Wettbewerb sowie die Interessen von zukünftigen Beschäftigten müssen dabei Berücksichtigung finden.“

Beim Aufbau der neuen Gesellschaft gäbe es derzeit noch einige offene organisatorische Fragen, die in den nächsten Monaten in enger Abstimmung mit den zuständigen Betriebsräten geklärt werden sollen. Dazu zählen beispielsweise die Ausgestaltung der betrieblichen Mitbestimmung in der Car.Software-Organisation, die Modalitäten für einen Wechsel in die neue Einheit sowie tarifpolitische Aspekte.

Konerzn will Software-Entwicklung im Fahrzeug deutlich ausbauen

Bis 2025 will der Volkswagen Konzern den Eigenanteil der Softwareentwicklung im Fahrzeug auf über 60 Prozent (heute: unter 10 Prozent) steigern. Die Car.Software-Organisation soll hierbei die zentrale Rolle spielen. Die Organisation entwickelt markenübergreifend Software in den fünf Domänen „Connected Car & Device Platform“, „Intelligent Body & Cockpit“, „Automated Driving“, „Vehicle Motion & Energy“ und „Digital Business & Mobility Services“. Ziel ist es, eine konzernweit einheitliche Software­-Architektur zu etablieren und bislang parallele Entwicklungspfade in den Marken zusammenzuführen.

Die Domänen umfassen die Entwicklungsarbeit an einem einheitlichen Fahrzeug-Betriebssystem „vw.os“ für alle Konzernfahrzeuge und ihre Anbindung an die Volkswagen Automotive Cloud, eine standardisierte Infotainment-Plattform, alle Assistenzsysteme bis hin zum hochautomatisierten Fahren und Parken in Endkunden-Fahrzeugen, Software-Funktionen zur Verbindung von Antrieb, Fahrwerk und Ladetechnologie, sowie Ökosysteme für alle Mobilitätsdienste und digitalen Geschäftsmodelle der Marken.

Bis 2025 will die Car.Software-Organisation mehr als 7 Milliarden Euro in ihre Aufgaben und Projekte investieren. Volkswagen will Dank der einheitlichen Software-Umfänge beträchtliche Skaleneffekte im Konzern generieren und damit die Kosten für die Software pro Fahrzeug für alle Marken merklich senken.

Das oben gezeigte Schaubild in hoher Auflösung finden Sie hier >>

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der Volkswagen AG

Autor: jst
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21.11.2019 13:40