25.09.2020 - 07:32

Steer-by-Wire bereit für den 24h-Härtetest auf dem Nürburgring

In Zusammenarbeit mit Schaeffler Paravan kommt beim ADAC TOTAL 24h Rennen 2020 im Porsche Cayman 718 GT4 MR #58 ein Space Drive System zum Einsatz – ein Konzept, bei dem die Lenkeinheit keine mechanische Verbindung zum Lenkgetriebe hat.

Wenn am Samstag den 26. September 2020 um 15:30 Uhr die Startampel des Nürburgrings auf Grün schaltet beginnt für das Space Drive System an Bord des Porsche Cayman 718 GT4 #58 der bisher längste Härtetest: Das ADAC TOTAL 24h Rennen Nürburgring ist die nächste Phase bei der Systementwicklung nach den Einsätzen in Sprintrennen.

Die Nürburgring Nordschleife gilt für Material und Piloten als die schwierigste Rennstrecke der Welt. In der „Grünen Hölle“ muss sich das Space Drive System – zwei Mal rund um die Uhr – bewähren bis am Sonntagnachmittag die Zielflagge fällt.

Schaeffler Paravan sieht diesen Ausdauer-Testeinsatz als nächsten logischen Schritt nachdem Steer-by-Wire in diesem Jahr in fünf Rennwagen bei verschiedenen Sprintrennen und Testfahrten mehr als 11.000 Kilometer erfolgreich zum Einsatz kam. So ist es bisher im Audi R8 LMS GT3, Mercedes-AMG GT3, Porsche 911 GT3 R, McLaren 570S GT4 sowie dem Porsche Cayman 718 GT4 ohne technische Probleme installiert und unter Realbedingungen auf vielen Rennstrecken beansprucht worden, unterstreicht der Entwickler.

Die Space Drive Technologie wurde vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) 2019 für den Audi R8 LMS GT3 als weltweit erstes Fahrzeug dieser Art zugelassen und ist mittlerweile im Reglement der Serie fest verankert. Durch den Einsatz eines Echtzeitbetriebssystems konnte die Reaktionsfähigkeit sowie die Dynamik des Space Drive Systems deutlich erhöht werden, heißt es von Schaeffler Paravan. Auch die Spurhaltung konnte durch neue Softwarefeature weiter optimiert werden. Neben dem Lenksystem wird auch das eingesetzte Force Feedback Lenkrad weiterentwickelt. Zudem wurde die Diagnosefähigkeit des Systems durch weitere Sensorik optimiert. Die aus dem Einsatz gewonnen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des Systems.

„Der Einsatz des Space Drive Systems unter den Extrembedingungen des Rennsports hat uns bereits viele wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Systems gebracht. Durch die Optimierungen konnten wir bereits wichtige Parameter herausfahren“, sagt Roland Arnold CEO der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co.KG und Gründer der Paravan GmbH, die die Technologie aus der Behindertenmobilität heraus entwickelt hat. „Die Robustheit und die Langlebigkeit des Systems über so eine lange Distanz zu testen, ist nach den Erfolgen der letzten Rennen der nächste logische Schritt. Wir erhoffen uns dadurch weitere wichtige Erkenntnisse für die Großserie. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage für neue Mobilitätskonzepte für die Zukunft. Space Drive ist bereits heute straßenzugelassen und eine wichtige Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren in Level 4 und 5.“

 

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Das Einsatzauto – Porsche Cayman

Der Porsche Cayman 718 GT4 ist bei W&S Motorsport aus Ofterdingen seit diesem Jahr sehr erfolgreich in der Nürburgring Langstrecken-Serie eingesetzt worden. Der Rennwagen hat fünf Langstreckenrennen zu vier oder sechs Stunden ohne technische Probleme absolviert und konnte Podiumsplatzierungen erzielen. Anfang September wurde das Fahrzeug umgebaut und ist nun mit der Space Drive Lenkung – ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe – von Schaeffler Paravan im Einsatz. Den ersten Testlauf hat der Cayman bereits vor zwei Wochen beim GTC Race erfolgreich absolviert.

Innerhalb einer Woche wurde das System implementiert. Eine Leistung die nur im Team stemmbar war. Dabei hat sich ein toller Teamspirit zwischen den W&S-Ingenieuren und -Mechanikern sowie dem Schaeffler Paravan und PARAVAN Team eingestellt. Nach der Komplettintegration des Space Drive Systems wurden auf dem betriebseigenen Testgelände sowie auf dem Flugfeld Mengen erste Praxistests vollzogen.

„Wir wollen zeigen, dass das System 24 Stunden, bzw. über 3.000 Kilometer am Stück fahren kann und das auf der härtesten Strecke der Welt. Die Nordschleife ist bekannt für ihre Tücken. Das zu beweisen ist eine große Herausforderung und wenn wir es schaffen auch eine Riesenleistung“, sagt Axel Randolph, Head of Racing bei der Schaeffler Paravan Technologie.

Das Rennen

24 Stunden sind auch für die Renningenieure eine besondere Herausforderung. Wichtig ist die technische Vorbereitung, so dass die ganzen Daten erfasst und aufbereitet werden können. Im Gegensatz zu anderen Serien können diese Daten bereits während des Rennens live vom Auto zur Box übertragen werden. „Das ist der erste Einsatz beim 24h Rennen. Für uns ist das primäre Ziel die Distanz durchzufahren.“, sagt Klaus Graf, der selbst schon mehrfach Teilnehmer beim 24h Rennen war und zuständig für die Teamkoordination und Strategie im Schaeffler Paravan Racing Team ist. „Darauf ist unsere Strategie ausgelegt, das primäre Ziel ist es die Technik zu präsentieren und die Langlebigkeit von Space Drive im Wettbewerb zu demonstrieren. Für die Fahrer erwarten wir mit Blick physische Belastung, beim Lenken bereits Vorteile.“

Beim 24h-Rennen wurden seit dem Bestehen immer auch neue Prototypen an Rennwagen sowie innovative Techniken einem unvergleichbaren Härtetest ausgesetzt. Seit der Eröffnung des Nürburgrings 1927 gilt die Weisheit: „Jeder lobt, was Nürburgring erprobt.“ Als Faustregel für Entwickler und Hersteller gilt, dass ein Kilometer der Nordschleife das Material so fordert wie 10 Kilometer Landstraße. Die Rekordmarke von über 4035 Kilometern nach 159 Rennrunden setzte Audi im Jahr 2014.

Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring zählt seit 1970 neben den 24h Le Mans zum härtesten und prestigeträchtigsten Rennen der Welt und ist 2020 die 48. Ausgabe seiner Historie. Der Wettkampf zwei Mal rund um die Uhr auf der 25,378 Kilometer langen Variante aus Grand-Prix-Strecke und Nordschleife wird vom 24. Bis 27. September ausgetragen. Etwa 100 Teilnehmer haben sich unter besonderen Bedingungen, der Corona-Pandemie geschuldet, eingeschrieben. Aus ebendiesem Grund werden in diesem Jahr keine Zuschauer rund um die Nordschleife dem Spektakel beiwohnen können.

Audi Sport bringt Langstreckenrennen ins eigene Wohnzimmer. Motorsport-Fans können das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring auf einer Digitalplattform von zu Hause aus verfolgen. Neben Livestream, Studioshows gibt es auch Übertragungen von Onboard-Kameras der Audi Sport-Rennwagen. Hier gibt es weitere Infos dazu >>

Autor: jst

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