12.01.2020 - 11:41

CES: Seeing Machines optimiert für NCAP und partnert mit BMW, Qualcomm und Veoneer

Das australische Unternehmen Seeing Machines entwickelt sichtbasierte Überwachungstechnologie, die es Maschinen ermöglicht, Menschen zu sehen, zu verstehen und zu unterstützen. Auf der CES konnte die Firma verschiedene Kooperationen vermelden.

Das Technologieportfolio von Seeing Machines besteht aus KI-Algorithmen sowie integrierten Prozessor- und Sichtsystemen. Sie dienen wiederum als Herzstück von Produkten, die zuverlässige Echtzeitinformationen über den Fahrzeuglenker liefern. Dazu gehören beispielsweise die kritische Einschätzung, wohin der Fahrer gerade blickt, oder auch die Klassifizierung seines kognitiven Zustands im Kontext des Unfallrisikos. Eine zuverlässige Einschätzung des „Fahrerzustands“ ist das eigentliche Ziel von Fahrerüberwachungssystemen (DMS). Die Australier entwickeln sicherheitsorientierte Systeme zum Einsatz in Autos, gewerblichen Fuhrparks, Offroad- und Luftfahrtsystemen. Das Unternehmen ist inzwischen in Australien, den USA, Europa und Asien aktiv.

Auf der CES wurde neben Kooperataionen mit BMW, Qualcomm und Veoneer auch die Optimierung des hauseigenen Driver Monitoring Chips FOVIO für das European New Car Assessment Program (NCAP) präsentiert.

Chip für NCAP optimiert

Seeing Machines präsentierte in Las Vegas auch eine Variante des eigenen Fovio Driver Monitoring Chips. Diese Version wurde speziell für die Anforderungen des European New Car Assessment Program in Bezug auf die Erkennung von Schläfrigkeit und Ablenkung des Fahrers entwickelt, um ab 2022 Sicherheitseinstufungen zu erreichen. Die neue Variante des Chips wurde für einfache europäische NCAP-Systeme optimiert.

Seeing Machines hatte seine Fovio-Chip-Lösung im Jahr 2018 eingeführt. Das Unternehmen bietet seine Fahrerüberwachungssysteme auf einer vollständig skalierbaren Plattform mit der Möglichkeit an, die gesamte Palette der DMS-Funktionen auf einem optimierten SoC (System on Chip) zu nutzen. Drei der laufenden Automobilprogramme von Seeing Machines werden derzeit über diese Plattform angeboten.

Veoneer

Das schwedische Unternehmen ist ein Spin-off, das 2018 aus der Elektroniksparte von Autoliv hervorging. Auf der CES stellte Veoneer neue Fahrerassistenzsysteme sowie Lösungen für kollaboratives und autonomes Fahren vor. Veoneer zeigte auf den Straßen von Las Vegas auch eine Option, wordurch der Fahrer auf Knopfdruck während der Fahrt die Hände vom Lenkrad nehmen kann, während das Fahrzeug die tägliche Pendelstrecke sicher von selbst bewältigt. Veoneer präsentierte auch gemeinsam mit Ericsson und Ericsson Connected Vehicle Cloud unter anderem Sichtkameras, Radarsysteme und 5G-Technologie, die als Basistechnologien für Veoneer-Lösungen, Fahrer- und Fahrgastzellenüberwachung und hochmoderne Wärmebildsysteme dienen können.

Die Fahrerüberwachungstechnologie FOVIO von Seeing Machines basiert auf Technologie für maschinelles Sehen und soll in der Lage sein, die Kopfhaltung, Bewegungen der Augenlider und Blickrichtung unter einem vollen Spektrum ungünstiger Lichtverhältnisse präzise zu messen und zu analysieren, auch beim Tragen einer Sonnenbrille. Diese Daten werden verarbeitet, um den Aufmerksamkeitszustand und den Grad der Konzentration, Schläfrigkeit und Beeinträchtigung des Fahrers auszuwerten. Diese kritischen Daten werden in Echtzeit in fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) eingespeist.

Seeing Machines ist davon überzeugt, dass bestimmte Entscheidungen des European New Car Assessment Program (NCAP), der Europäischen Kommission und des National Transportation Safety Boards erwarten lassen, dass Fahrerüberwachungssysteme in den meisten modernen Pkw in Zukunft zur Serienausstattung gehören werden, um die Fahrersicherheit und Sicherheit beim teilautomatisierten Fahren zu verbessern. Es geht darum, abgelenktem und schläfrigem Fahren entgegenzuwirken und die Sicherheit für Fußgänger und Fahrgäste zu verbessern.

Qualcomm

Seeing Machines und Qualcomm Technologies Inc. haben auf der CES vermeldet, dass sie gemeinsam Fahrerüberwachungssysteme auf Infotainment-Plattformen der obersten Kategorie anbieten wollen. Für OEMs im Automobilbereich bestünde eine signifikante Herausforderung darin, DMS in die Verarbeitungsfunktion einer Reihe von Orten im Auto zu integrieren. Infotainment ist ein Bereich, der sich hier als entscheidender Integrationspunkt anbieten soll.

Seeing Machines und Qualcomm Technologies haben nun die Plattform-Technologie für Fahrerüberwachung von Seeing Machines für die Architektur der Snapdragon Autonomous Platform optimiert. Beide Unternehmen ließen verlauten, dass sie bereits an einer Implementierung des Systems für eine globale Premium-Automarke arbeiten. Die Technologie ist in verschiedenen Ebenen von Cockpit-Systemen skalierbar. Dazu kommen die effizienten, heterogenen Rechenblöcke der Plattform von Snapdragon zur Anwendung.

Der Chiphersteller hatte auf der CES seine Snapdragon-Ride-Plattform vorgestellt. Diese umfasst dabei nicht nur die Hardware von Qualcomm, sondern auch eigene Softwarekomponenten fürs autonome Fahren und Assistenzsysteme. Die sollen wahlweise als Basis für weitere Entwicklung durch den Autobauer dienen.

BMW

Die bereits von BMW vorgestellte Lösung BMW i Interaction EASE setzt die Technologie von Seeing Machines für seine Mensch-Maschine-Schnittstelle ein, das durch ein an die Frontscheibe projiziertes Head-up-Display visualisiert wird.

BMW präsentierte auf der CES einen Demonstrator, der u.a. zeigen sollte, wie die künstliche Intelligenz eines Fahrzeugs erkennt, was der Fahrgast jenseits der Fensterscheiben fixiert und ihm dann dazu entsprechende Informationen oder weitere Interaktionsmöglichkeiten anbietet.

Autor: jst
Gefunden bei intellicar.de
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12.01.2020 11:11