23.09.2020 - 06:50

Schaeffler und Bosch entwickeln gemeinsam Hinterachsantrieb

Die Zulieferer Schaeffler und Bosch wollen ihr Angebot im Bereich Hinterachslenkung ausbauen und gehen dafür eine Entwicklungskooperation ein. Dabei liefert Schaeffler die mechatronische Hinterachslenkung (iRWS), von Bosch Automotive Steering kommen Software und Elektronik in Form einer Steering Control Unit.

Die mechatronische Hinterachslenkung erhöht laut Schaeffler den Fahrkomfort sowie Sicherheit und kann insbesondere im Zuge der Urbanisierung ihre Vorteile ausspielen. So verringert das Lenken in die entgegengesetzte Richtung zur Frontlenkung den Wendekreis und erhöht die Manövrierfähigkeit – was beispielsweise die Parkplatzsuche in der Stadt vereinfachen soll. Zudem verbessern unterstützende Lenkbewegungen der Hinterachse das Handling während der Fahrt, erhöhen die Fahrzeugstabilität sowie Fahrkomfort und verbessern die Fahrzeugsicherheit. Die Hinterachslenkung von Schaeffler und Bosch soll demnach ein geringes Systemgewicht von bis zu acht Kilogramm ausmachen, was durch die gezielte Verwendung von Leichtbautechnologien ermöglicht wird. Ein Planetenwälzgewindetrieb sorgt für das sogenannte „Selbsthemmende Verhalten“ und stellt somit sicher, dass sich die Hinterachslenkung nicht ohne Steuerbefehl der fahrenden Person verstellt. Außerdem soll der Planetenwälzgewindetrieb einen sehr hohen Wirkungsgrad ermöglichen. Das akustikoptimierte Design würde sich insbesondere beim Einsatz in leisen E-Fahrzeugen bewähren, erklärt Schaeffler.

Steering Control Unit

Bosch steuert dem System die sogenannte Steering Control Unit bei. Diese vereint Steuergerät und Elektromotor und Software in einem Bauteil. Das skalierbare und modular aufgebaute Design der Steering Control Unit ist eine wichtige Grundlage im neuen Hinterachs-Lenksystem für zahlreiche Fahrerassistenzfunktionen. Der Einsatz der mechatronischen Steuerung hat sich im Bereich der Vorderachslenkung bereits millionenfach bewährt. Dank des Bosch Security Konzeptes soll die Lenkung zudem gegenüber Cyber-Angriffen abgesichert sein. Funktionen und Aktualisierungen werden mittels „Over-the-air“-Technologie unterstützt. Für die Lenkungsansteuerung errechnet das elektronische Steuergerät auf Basis des vom Drehmomentsensor erfassten Lenksignals die optimale Lenkunterstützung und regelt mit dieser Information den Elektromotor, der die benötigte Kraft bereitstellt. In der Steering Control Unit erfolgt die Berechnung der Servounterstützung nicht nur abhängig vom Lenkmoment am Lenkrad, sondern es werden auch viele zusätzliche Fahrzeugparameter berücksichtigt.

Autor: jst

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23.09.2020 06:51