02.12.2019 - 09:21

Rhode & Schwarz mit Testkammer für Automotive-Radarsensoren

US-Startup Uhnder nutzt das System für die Entwicklung eines 4D Automotive Radar-on-Chip

Rohde & Schwarz hat eine Messkammer für indirekte Fernfeldmessungen speziell zum Testen von Automotive Radarsensoren vorgestellt. Das texanische Startup Uhnder hat mit diesem System die Entwicklung eines digitalen 4D Automotive Radar-on-Chip (RoC) mit 192 virtuellen Kanälen zur Marktreife gebracht.

Automotive-Radarsensoren sind inzwischen wichtige Bestandteile von Fahrerassistenzsystemen (ADAS) und stellen damit eine der technischen Voraussetzungen für das autonome Fahren dar. Rohde & Schwarz hat eine Testlösung zur Prüfung von Automotive Radarsensoren entwickelt. Das Testsystem besteht aus der neuen, kompakten Messkammer R&S ATS1500C für die Fernfeldmessung und dem R&S AREG100A Automotive Radar Echo Generator, um mögliche Ziele in unterschiedlichen Entfernungen zu simulieren. Zusammen bilden sie eine Testlösung für die zuverlässige und reproduzierbare Charakterisierung, Funktions- und Leistungsprüfung sowie Kalibrierung von Radarsensoren in der Entwicklungs- und Validierungsphase. Dieses System hat das US-Startup Uhnder bei der Entwicklung, Kalibrierung und Validierung der neuen, vollintegrierten, digital modulierten vierdimensionalen Radar-on-Chips (RoCs) unterstützt.

In Bezug auf ihre kompakte Größe, bietet die R&S ATS1500C mit 30 cm Durchmesser eine große Quiet Zone im Frequenzbereich 77 – 81 GHz. Damit erlaubt die Antennenmesskammer das Messen unter Fernfeldbedingungen auch von sehr großen Antennenarrays. Dank eines hochpräzisen zweiachsigen Positionierers können die Automotive-Radarsensoren dreidimensional getestet werden. Durch eine optimierte Anordnung der Absorber innerhalb der Kammer werden etwaige Streusignale während der Simulation weitestgehend eliminiert.

Die Leistung des ersten digital modulierten 4D-Radar von Uhnder basiert auf 192 virtuellen Kanälen – ein großer Schritt gegenüber dem heutigen Standard mit in der Regel acht bis 24 virtuellen Kanälen. Durch eine erhöhte Anzahl an Kanälen pro Sensor und eine verbesserte Rechenleistung von mehr als 20 TeraOPS soll die Objekterkennung deutlich verbessert werden, und das bei einem Stromverbrauch von weniger als 8 Watt. Der RoC von Uhnder setzt auf die Hochkontrastauflösung (HCR-Technologie). Dadurch steigt die Auflösung und Genauigkeit, insbesondere werden einzelne Reflexionen klarer nach ihrer Größe und Position unterscheidbar. Durch die 4D-Technologie lässt sich in kurzer Reaktionszeit ein umfassendes Bild des Umfeldes erfassen. Somit soll sich mit dieser Technologie ganz neue Möglichkeiten eröffnen, um das autonome Fahren sicherer zu machen.

Rohde & Schwarz und Uhnder wollen die Testlösung R&S ATS1500C und AREG100A mitsamt dem neuen 4D RoC gemeinsam auf der CES 2020 präsentieren, die vom 7. bis 10. Januar 2020 in Las Vegas stattfindet.

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. KG

Autor: jst

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02.12.2019 09:20