17.11.2020 - 11:20

NXP stellt komplexes Ökosystem für seine S32K-Plattform vor

NXP Semiconductors erweitert mit der S32K3-Produktfamilie die eigene S32K-Plattform. Alles begann mit der 2017 erstmals vorgestellten S32K1-Produktfamilie. Die nun vorgestellte S32K3-Familie wurde speziell für Karosserieelektronik, Batteriemanagement und zukünftige Zonen-Controller konzipiert. Gleichzeitig werden zahlreiche Partner vorgestellt.

Die Plattform soll die Softwareentwicklung mit einem Paket aus Schutzfunktionen, Funktionale Sicherheit und Echtzeittreiber erweitern. Mit dem S32K3 stößt die NXP S32 Automotive-Plattform von Gateway- und Domänen-Controllern in den Bereich der Zonen-Controller und Edge-Nodes vor. Die Software kann über eine Vielzahl von Anwendungen hinweg wiederverwendet werden, wodurch sich die Komplexität der Fahrzeugsoftwareentwicklung und der damit verbundene Aufwand für Autohersteller und Zulieferer verringern.

„Die S32K3 MCU-Familie beschleunigt die Entwicklung mit kostenlosen Treibern in für automotive Anwendungen geeigneter Qualität, vereinfacht Sicherheits- und Over-the-Air-Updates und rationalisiert die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften“, sagt Ed Sarrat, Director of Product Management, Automotive Processing bei NXP.

Die S32K3 Security-Lösung umfasst auch die Hardware-Security-Engine, die entwickelt wurde, um den noch in Entwicklung befindlichen ISO/SAE 21434-Standard und künftige OEM-Anforderungen zu adressieren. Über die Hardware hinaus stellt NXP eine eigene Firmware und einen eigenen Kryptotreiber bereit, um die Kosten und die Komplexität der Zusammenarbeit mit Drittanbietern zu reduzieren. Die Firmware maximiert die Leistung der Hardware-Security-Engine und blockiert unbefugte Zugriffe, um die Integrität des Sicherheitssubsystems zu schützen. Darüber hinaus kann sie vor Ort aktualisiert werden, um künftigen Cybersicherheitsbedrohungen zu begegnen.

OEMs und Zulieferer profitieren demnach vom systemübergreifenden Ansatz der S32K3-Produktfamilie bei der Funktionalen Sicherheit, unter anderem durch eine Safety-Framework-Software, eine zentrale Selbsttestbibliothek und Hardware-Features wie Lock-Step-Kerne, sowie eine Takt-, Spannungsversorgungs- und Temperaturüberwachung, die die Einhaltung der ISO 26262-Anforderungen erleichtert. Darüber hinaus kommt der S32K3 mit dem Safety-Power-Management-IC NXP FS26. Die Kombination aus Softwaretreibern, Referenzdesigns und gemeinsamer Sicherheitsdokumentation ermöglicht es Kunden, die Entwicklungszeit von Sicherheitsanwendungen weiter zu verkürzen.

Das Echtzeit-Treiberpaket (Real Time Drivers, RTD) kombiniert Low-Level-Treiber für AUTOSAR- und Nicht-AUTOSAR-Softwarearchitekturen. Autohersteller und ihre Zulieferer können so ihre einmal entwickelten Plattformen wiederverwenden und müssen keine separaten Architekturen pflegen. Das RTD-Paket ist produktionsreif und wird dem ISO 26262 Standardentsprechen, wodurch sich die für die Codevalidierung erforderliche Zeit verkürzen lässt.

Die S32K3-Familie wurde für sichere OTA (Over-the-Air) Software-Updates entwickelt. Das Speicherkonzept ermöglicht das Herunterladen von Software-Updates, während die bereits vorhandene Software noch ausgeführt wird. Gleichzeitig macht die automatische Adressübersetzung eine Neukonfiguration der Software überflüssig. Zusammen ermöglichen diese Funktionen nach einem Reset einen nahtlosen Wechsel auf die neue Softwareversion. Die vorhandene Software kann als Rollback-Option beibehalten werden.

Die S32K3-Familie bietet laut NXP eine Skalierbarkeit von 512 KB – 8 MB Flash und bis zu 3 Arm Cortex M7-Kerne. Zudem soll sie die erste NXP MCU mit dem wegweisenden MaxQFP-Gehäuse sein, das den Platzbedarf im Vergleich zu einem Standard-QFP um bis zu 55% reduziert. Die Kombination aus skalierbarer Hardware und benutzerfreundlicher Software zielt darauf ab, Innovationen für Fahrzeugfunktionen der nächsten Generation zu beschleunigen.

GuardKnox und Green Hills Software Partner für Softwareplattform

GuardKnox, NXP und Green Hills Software wollen bei der Entwicklung einer sicheren Automobilplattform zusammenarbeiten, die auf eine zonale E/E-Architektur der nächsten Generation zugeschnitten ist und für den kommerziellen Einsatz in durch Software definierte und auf Services ausgerichtete Fahrzeuge vorgesehen ist.

Die neue Plattform soll Autobauer und Tier-1-Zulieferern eine flexible und effiziente Lösung bieten, beispielsweise für die Integration von Hard- und Softwarekomponenten, die für die Bereitstellung neuer Features und Funktionen in Fahrzeugen der nächsten Generation entwickelt werden. Die gemeinsame Plattform zielt auf zonale Fahrzeugarchitekturen ab, die Dienste konsolidieren, die bisher von mehreren spezialisierten Steuereinheiten ausgeführt wurden. Dadurch sollen Kabelbäume reduziert und somit Gewicht und Kosten von Fahrzeugen gesenkt werden. Gleichzeitig bietet eine zonale E/E-Architektur Skalierfähigkeit sowie Nachrüstbarkeit durch Over-the-Air-Updates.

„Diese flexible Automobilplattform nutzt die Innovationen unseres S32G-Fahrzeugnetzwerkprozessors, um die hohen Anforderungen moderner Fahrzeugarchitekturen zu erfüllen, die zusammen mit einer sicheren, serviceorientierten Software die Innovationskraft von OEMs und Tier-1-Zulieferern erhöhen“, erklärt Brian Carlson, Global Marketing Director für Fahrzeugsteuerungs- und Netzwerklösungen bei NXP.

Basierend auf dem S32G-Fahrzeugnetzwerkprozessor von NXP und dem sicheren INTEGRITY-Kernel sowie Hypervisor („Multivisor“) von Green Hills wird GuardKnox sein Portfolio an Hochleistungs-Konnektivitätslösungen erweitern und optimieren. GuardKnox will über die neue, kosteneffiziente Plattform ein konsolidiertes, skalierbares, dynamisches und von vornherein sicheres Produkt für die Automobilindustrie bereitstellen.

Die Plattform eignet sich demnach für eine breite Palette neuer Services wie fahrzeugeigene App-Stores, Personalisierung, umfassende Infotainment-Systeme, Advanced Driver Assistance Systems (ADAS) und mehr. Sie ist so konzipiert, dass sie sich an die Kundenbedürfnisse anpasst und gleichzeitig der Netzwerktopologie gegenüber agnostisch bleibt. Die Plattform ist im Wesentlichen ein vielseitig einsetzbares Rechenelement mit automobilen Netzwerkschnittstellen, und stellt eine Referenzimplementierung für einen Fahrzeugserver dar. Sie kann allerdings genauso auch als hochleistungsfähiger Domänencontroller für heutige Architekturen eingesetzt werden, und das Hosting von Anwendungen, die Bereitstellung von Zusatzdiensten und Funktionalitäten sowie die Konsolidierung externer Hardware sicherstellen.

NXP setzt auf AWS

NXP und Amazon Web Services (AWS) geben ebenfalls eine strategische Partnerschaft bekannt. Dabei dreht sich alles um die Erweiterung der Möglichkeiten von vernetzten Fahrzeugen. Ziel der Zusammenarbeit sei es, eine sichere Edge-to-Cloud-Computing-Lösung für Fahrzeuge der nächsten Generation bereitzustellen. Diese Lösung soll neue cloudbasierte Dienste ermöglichen, die das komplette Ökosystem aus Automobilherstellern, ihre Geschäftspartnern und Verbraucherinnen und Verbraucher gleichermaßen profitieren sollen.

Um die vielversprechenden Dienstleistungen zukünftiger vernetzter Fahrzeuge realisieren zu können, benötigt die Automobilindustrie eine Compute-Lösung mit zentralisiertem Zugriff auf fahrzeugweite Daten, die sicher und kooperativ mit der Cloud arbeiten kann. Die Integration von AWS Edge- und Cloud-Services in NXPs neuen S32G-Fahrzeugnetzwerkprozessor für serviceorientierte Gateways adressiert genau diese Herausforderung.

Fahrzeug-Informationen in Echtzeit ermöglichen eine Vielzahl neuer Anwendungsfälle und Dienstleistungen. So können Automobilhersteller beispielsweise potenzielle Komponentenausfälle überwachen, bevor eine Reparatur notwendig ist und kostspielige Garantiereparaturen und Rückrufe verhindern, die Lieferkette optimieren sowie die Kundenerfahrung durch Reduzierung der Service-Besuche verbessern.

Mobilitäts- und Versicherungsunternehmen können die Daten nutzen, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und den Fahrern je nach Fahrzeugzustand und Fahrverhalten Kosteneinsparungen zu ermöglichen. Autohersteller wiederum können mit Hilfe dieser Daten und Fahrzeugsensoren attraktive Dienste anbieten, um neue Komfort- und Sicherheitsfeatures zu schaffen, wie beispielsweise eine Fernüberwachung des Fahrzeuginnenraums und der unmittelbaren Fahrzeugumgebung.

NXPs S32G-Automotive-Netzwerkprozessor nutzt AWS IoT Greengrass und AWS IoT Core für die Verarbeitung und Speicherung von Fahrzeug- und Cloud-Daten sowie Amazon SageMaker und Amazon SageMaker Neo, um optimierte ML-Modelle zu erstellen, zu trainieren und bereitzustellen. Die Deep-Learning-Inferenzmaschine im Fahrzeug wird durch das ASPICE-qualifizierte eIQ Auto-Toolkit von NXP unterstützt. Die ersten S32G-Plattformen wurden bereits für AWS IoT Greengrass qualifiziert. Zudem ist Yocto Meta-Layer-Support verfügbar, damit Kunden aus der Automobilindustrie ihre Innovationen schnell umsetzen können.

Autor: jst

– ANZEIGE –



Aktuelle Termine

IT-TRANS - IT for Public Transport

Zum Termin

Kompaktwissen KFZ-Elektronik

Zum Termin

Automotive Ethernet

Zum Termin
Gefunden bei intellicar.de
https://intellicar.de/hardware-and-software/nxp-stellt-komplexes-oekosystem-fuer-seine-s32k-plattform-vor/
17.11.2020 11:03