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11.Juni 2019

„Natural 3D Instrument Cluster“ – Continental und Leia bringen 3D-Display ins Fahrzeug


"Natural 3D Instrument Cluster" - Continental und Leia bringen 3D-Display ins Fahrzeug

© Continental AG

Auf der diesjährigen CES Asia in Shanghai präsentiert Continental die Früchte aus der Zusammenarbeit mit dem Anbieter von Lightfield-Display-Lösungen, Leia: Das „Natural 3D Instrument Cluster“ ermöglicht dreidimensionale Effekte für alle Mitfahrer in einem Fahrzeug – auf dem Beifahrersitz wie auch auf den Rücksitzen.

Die Lösung soll bis Ende 2022 serienreif sein und ermöglicht dem Fahrer die Erfassung von Echtzeit-Informationen in 3D auf dem Bildschirm. Diese könnten beispielsweise Warnungen der der Fahrerassistenzsysteme in 3D sein, Richtungsangaben vom Navigationssystem oder grafische Darstellungen der Einparkhilfe. Um den Fahrer nicht zu irritieren, wird hier mit grafischer Tiefe nach hinten gearbeitet, die alle 3D-Objekte maximal fünf Zentimeter aus dem Bild heraustreten lassen.

„Eine der größten Herausforderungen in der Automobilindustrie ist heute, intelligente Konzepte für die Mensch-Maschine-Interaktion zu entwickeln. Lösungen, die das Fahrerlebnis aufwerten und die den Fahrer einfach und effektiv mit seinem Fahrzeug interagieren lassen – ohne ihn dabei vom Verkehrsgeschehen abzulenken“, erklärt Dr. Frank Rabe, Leiter des Geschäftsbereichs Instrumentation & Driver HMI bei Continental. „Das neue Lightfield-Display holt nicht nur die dritte Dimension in neuer Qualität ins Fahrzeug. Wir schaffen mit der innovativen Technologie auch eine neue Dimension an Komfort und Sicherheit im Automobil. Zugleich gibt unsere Lösung jedem Fahrzeughersteller die Möglichkeit, das Fahrerlebnis für seine Kunden aufzuwerten und sich dank individueller Gestaltungsmöglichkeiten vom Wettbewerb zu differenzieren.“

Der Clou an diesem neuen System: eine Head-Tracker-Kamera wird nicht mehr benötigt. Statt dessen setzt sich das 3D-Bild des Lightfield-Displays aus insgesamt acht Perspektiven des gleichen Objektes zusammen, die je nach Blickposition variieren können. Für den optimalen 3D-Effekt wird das Licht gebeugt und exakt dahin gelenkt, wo es benötigt wird. Verantwortlicht für eine kristallklaren Bildschirm – auch bei Sonneneinstrahlung – sind neu entwickelte Lichtleiter mit Nanostrukturen. Bei dem sogenannten Diffractive Lightfield Backlighting (DLB™) von Leia sorgt ein Lichtleiter mit Beugungsgittern und Nanotstrukturen unter dem Display für eine präzise Beugung des Lichtes. Dieses Lichtleitermodul kann in viele handelsübliche Displays integriert werden und ermöglichen einen brillenlosen 3D-Effekt in höchster Qualität, die für die Anzeige von Informationen in Fahrzeugen notwendig ist. Dabei kommt die Technologie ohne die bisherigen Parallax-Barrieren oder Lentikulartechniken aus.

"Natural 3D Instrument Cluster" - Continental und Leia bringen 3D-Display ins Fahrzeug

© Continental AG

„Leia hat ein Nanofertigungsverfahren in Spitzenqualität entwickelt, das für die Großserien- und Massenproduktion einsetzbar ist und im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht werden konnte. Wir haben fortschrittliche Lithografie auf einem großvolumigen Substrat mit hoher Ausbeute und wettbewerbsfähigen Kosten verknüpft und uns dabei auf Erfahrungen von HP und Erkenntnisse aus der kontinuierlichen internen Weiterentwicklung über die letzten fünf Jahre gestützt. Jetzt werden wir diese einzigartige Fähigkeit auf ein noch größeres Volumen ausdehnen und dabei die Sicherheitsstandards der Automobilindustrie einhalten und zugleich auch wettbewerbsfähige Kosten ermöglichen“, erklärt Zhen Peng, Mitgründer und CTO von Leia Inc.

Diese Art von Lightfield-Technologie setzt Leia in Kooperation mit AT&T und Verizon bei Smartphone-Displays ein. In diesem Bereich ermöglicht die Technologie den Nutzern den Genuß von Gaming, Filmen, Augmented Reality und das Teilen von Bildern in 3D-Qualität. Da sich die Art und Weise der Fahrzeugnutzung mit der Einführung von autonomen Fahren ebenfalls verändern wird, ist ein solcher Einsatz mittels dieser Technik im Fahrzeug ebenfalls denkbar. So könnten die Reisenden während der Fahrt Videogespräche führen, im Internet surfen oder Filme anschauen und somit zu einer größeren immersiveren Version des Fahrzeugs mutieren. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Continental und Leia Inc. wollen beide Unternehmen all diese Optionen, u.a. auch Virtual-Reality-Gaming, Video-Streaming, Social-Sharing oder sogar E-Commerce, ausschöpfen.

In diesem Zusammenhang arbeiten beide Unternehmen auch bei der Content-Erzeugung und dem Entwickler-Support zusammen. Um Inhalte in das Lightfield-Format umzuwandeln oder in diesem Format zu erstellen, bietet Leia zum Beispiel ein Kreativ-Toolkit an.

Darüber hinaus nutzt Leia Continentals Know-how im Bereich von Informationssystemen und Sensoren, um die Content-Plattform LeiaLoft™ von Leia zu augmentieren. Aus diese Weise sollen Autohersteller sowie externe Entwickler die Möglichkeit erhalten, „holografische“ Apps für Fahrzeuge zu kreieren.

„Wir freuen uns sehr darauf, unsere Lightfield-Plattform für die Automobilindustrie anzupassen. Indem wir bestimmte Sensordaten etwa von Lidar oder Kameras nutzen, werden wir Premium-Anwendungen bereitstellen und gleichzeitig das Mobilfunk-Ökosystem ins Automobil bringen, um das Fahrererlebnis zu optimieren“, so Pierre-Emmanuel Evreux, Mitgründer und President von Leia Inc.

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial von Continental

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