27.07.2020 - 16:10

Joynext integriert Android OS 9 Pie ins Auto ohne Smartphone

Joynext

Die Android IVI Extension Box von Joynext soll erstmals eine Integration von Android OS 9 Pie ohne Smartphone ermöglichen. Das System unterstützt demnach Funktionen von Android im Auto – ohne dass ein angeschlossenes Smartphone nötig ist. Entwickelt wurde diese Lösung für einen europäischen OEM, der auf dem chinesischen Markt an den Start geht.

„Der chinesische Markt nimmt Innovationen sehr gern an bzw. fordert sie regelrecht ein“, erklärt Stavros Mitrakis, Geschäftsführer der Joynext GmbH in Dresden. „Die Kunden wollen genau die Apps im Fahrzeug nutzen, die sie auch vom Smartphone gewohnt sind.“

Für diese Bereitstellung von Android-Anwendungen im Fahrzeug soll die Android IVI Extension Box von Joynext sorgen. Die Plug-and-Play-Box ergänzt die Head Unit im Fahrzeug. Sie unterstützt die Funktionen von Android; anders als bei bisherigen Lösungen ist dafür aber kein Smartphone mehr erforderlich. Auch ein Hypervisor entfällt. Die Kommunikation läuft komplett über das Fahrzeug, die Head Unit fungiert als Router. In die Software, die das ermöglicht, wurde zudem ein kundenspezifisches Sicherheitskonzept mit integriert.

Die Komponenten und die Betriebsweise der Android IVI Extension Box wurden nach Angaben so gewählt und optimiert, dass sie den besonderen Anforderungen im Fahrzeug entsprechen. Wichtig sei hier insbesondere ein geringer Energiebedarf und eine lange Lebensdauer. Die Gestaltung der Oberfläche sowie die Auswahl der Apps im App Store erfolgte nach den Vorstellungen des OEMs. So können regional gefragte Apps über den OEM eigenen App-Store installiert werden.

Als Neuentwicklung von Joynext soll die Android IVI Extension Box eine attraktive Ergänzung der bisherigen technischen Lösung bieten: Üblicherweise geben Automobilhersteller die Software einer Head Unit nur im Ganzen frei. Eine Überarbeitung kann jeweils nur für das Gesamtsystem erfolgen, denn jedes Update beeinflusst das gesamte System. Dieses Vorgehen ist sehr aufwendig.

Als separates System ist die Extension Box davon komplett unabhängig und lässt sich in deutlich kürzeren Zyklen aktualisieren. Beibehalten wird durch die Android IVI Extension Box zudem die vollständige Trennung von Android-System und Fahrzeugsystem. Das soll zur Sicherheit beitragen. Die Trennung von Head Unit und Box verringert den Entwicklungsaufwand des Automobilherstellers, und erhöht zugleich die Geschwindigkeit, mit der Innovationen umgesetzt werden können.

Neu sei zudem, dass bei einer solchen Innovation zum ersten Mal China als Lead-Markt fungiert. Das sei eine neue Erfahrung für die Dresdner Experten. Die Android IVI Extension Box ist eine Antwort auf Kundenwünsche, heißt es. Und die Einsatzmöglichkeiten sind in China aufgrund der dort vorhandenen Infrastruktur schon heute vorhanden.

So führt beispielsweise eine Parking App den Fahrer zu einem Parkplatz und gibt Auskunft über die Kosten dafür. Ein Parkticket gibt es nicht mehr. Denn beim Verlassen des Parkhauses erfolgt die Abrechnung elektronisch; bezahlt wird über eine Bezahl-App, wie beispielsweise WeChat. Identifiziert wird das Fahrzeug über das Kennzeichen, so dass sich nach der Zahlung die Schranke hebt und den Weg freigibt. Auch beim Tanken lassen sich in China mittlerweile die Preise per Tank-App beobachten und mit z.B. WeChat bezahlen. Für alle diese Android-Anwendungen im Auto bildet demnach die Android IVI Extension Box die Schnittstelle.

Die Joyson Eletronics Gruppe (China) bündelte erst kürzlich ihre Aktivitäten im Bereich Car Infotainment und Connectivity in dem neuen Unternehmen Joynext. Darin ist u.a. auch die Preh Car Connect GmbH in Dresden aufgegangen.

Autor: jst

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