06.08.2020 - 10:38

Jaguar Land Rover – mit Software für den Wohlfühl-Modus

In Sachen Komfort für die Insassen beim autonomen Fahren setzt JLR auf neue Software-Entwicklungen. Dafür will man Fahrstil und Fahrverhalten über Algorithmen so steuern, dass sich die Fahrzeuge dynamisch und ergonomisch jedem Passagier anpassen und potenziell während der Fahrt auftretende Übelkeit wirkungsvoll verhindert werden kann.

In der ersten Phase eines aktuellen Projekts entwickelten Forschende bei JLR einen individualisierten „Wohlfühl-Modus“. Dahinter verbergen sich Daten, die analysiert haben, was zu Reisekrankheit führt und welche Reaktionen sie beim Menschen hervorruft. Anhand dieser Informationen sei es möglich, über Algorithmen die Unwohlsein auslösenden Faktoren um bis zu 60 Prozent zu reduzieren. Am Jaguar Land Rover Software Engineering Center im irischen Shannon wurde dieser „Wohlfühl-Modus“ auf künftige selbstfahrende Autos übertragen.

Dafür kombiniert die Software die Daten aus über 32.000 gesammelten, realen und simulierten Testkilometern zur Erforschung der Reisekrankheit, um daraus fahrdynamische Parameter zu berechnen. Maschinelles Lernen stellt dabei sicher, dass das Auto auf Basis jedes durch die autonome Testwagenflotte gesammelten Kilometers seinen Fahrstil und sein sonstiges Verhalten optimiert.

Diese Technologie soll helfen, die Fahrzeuge des OEMs zum autonomen Fahren regelrecht anzulernen, dabei aber den individuellen Charakter eines jeden Modells – vom Sportwagen bis zum SUV – beizubehalten. Ziel sei es eine personalisierte Fahrgastkabine in einem autonomen, elektrischen und vernetzten Auto.

Reisekrankheit und Übelkeit beim Fahren tritt vor allem dann auf, wenn die Augen Informationen aufnehmen, die von denen abweichen, die vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr, von der Haut oder vom Körper registriert werden. Nicht selten geschieht das beim Lesen, wenn die Augen nach unten gerichtet sind. Es ist auch ein recht häufig beschriebenes Phänomen bei Fahrten in Fahrsimulatoren.

Dank des neuen Systems sollen bei JLR Beschleunigung, Bremsen und das Lenken bzw. Halten einer Fahrspur so optimiert werden, dass ein flaues Gefühl im Magen oder Übelkeit gar nicht erst oder nur stark abgemildert auftreten soll.

Die Ergebnisse der aktuellen Forschungen fließen aber nicht nur in mögliche Entwicklungen von autonomen Fahrzeugen. JLR nutzt sie auch für die Fahrerassistenz-Systeme für künftige Jaguar und Land Rover Modelle, darunter adaptive Geschwindigkeitsregelanlagen und Spurüberwachungssysteme.

Bereits Anfang 2020 hat JLR die Konzeptstudie Projekt Vector vorgestellt – ein autonomes und vollelektrisches Shuttlefahrzeug mit großem Platzangebot und hoher Flexibilität für die urbane Mobilität in der Zukunft.

Autor: jst

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06.08.2020 10:18