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04.September 2018

Hochpräzise Simulationen: BWM baut Fahrsimulationszentrum in München


Hochpräzise Simulationen: BWM baut Fahrsimulationszentrum in München

Quelle: BMW Group

Im Münchner Stadtteil Milbertshofen entsteht im Rahmen des Masterplans FIZ Future ein neues Fahrsimulationszentrum der BMW Group. Das Zentrum wird auf einem zentralen Areal zwischen dem Projekthaus und dem Aerodynamischen Versuchszentrum errichtet. Insgesamt 14 Simulatoren und Usability Labs sowie Arbeitsplätze für 157 Beschäftigte entstehen hier auf 11.400 Quadratmetern.

Die Anlage, deren Fertigstellung für 2020 geplant ist, soll eine hochdynamische Simulation realer Fahrsituationen ermöglichen. Besonders die Einrichtung des High Fidelity Simulator, in dem Längs-, Quer- und Drehbewegungen eines Fahrzeugs gleichzeitig und damit sehr realitätsnah dargestellt werden können., bietet einzigartige Möglichkeiten zur virtuellen Erprobung von Fahrassistenzsystemen sowie Anzeige- und Bediensystemen. Auch anspruchsvolle Situationen des innerstädtischen Verkehrs können realitätsgetreu abgebildet werden.

High Dynamic und High Fidelity Simulator

Die Abbildung hochkomplexer Systeme für automatisiertes Fahren stellen eine Herausforderung für die Hersteller dar. Mit zwei neuartigen Anlagen im Fahrsimulationszentrum sollen diese gemeistert werden.

Der High Dynamix Simulator dienst der Eprobung neuer Systeme und Funktionen zur Darstellung von hochdynamischen Ausweichmanövern, Vollbremsungen und intensiven Beschleunigungsvorgängen, da sich damit Längs- und Querbeschleunigungen von bis zu 1,0 g erzeugen lassen. Ergänzt wird er von High Fidelity Simulator. Dieser ermöglicht eine detaillierte Abbildung des realen Fahrgeschehens. Das Geschehen findet auf einem fast 400 Quadratmeter großen Bewegungsfeld statt, das für das Nachempfinden von Abbremsen und Beschleunigen in Kurven, Fahrten im Kreisverkehr oder die schnelle Abfolge mehrerer Abbiegemanöver mit hoher Präzision zuständig ist.

Hochpräzise Simulationen: BWM baut Fahrsimulationszentrum in München

Quelle: BMW Group

Die Test finden in einer als Dom ausgeprägten Plattform des Fahrsimulators statt, auf die die zu probenden Systeme in einem fest montierten Fahrzeugmodell installiert werden. Dieser ist auf einem elektromechanischen Hexapod-System gelagert. Über einen elektrischen Antrieb kann der Dom in Längs- als auch in Querrichtung bewegt und gleichzeitig gedreht werden. Eine integrierte Projektionsleinwand vermittelt dem Fahrer ein realitätsnahes Bild der simulierten Verkehrssituation. Diese Komponenten und eine präzise Synchronisationen der einzelnen Elemente helfen dem Testfahrer die Fahrsituation realitätsnah wahrzunehmen. Auf die nachgestellte Situation abgestimmte Geräuschsimulation runden den Gesamteindruck ab.

So können nicht nur Erprobungsbedingungen, die bislang nur mit realen Testfahrzeugen auf der Straße erlebbar waren, geschaffen sondern auch ungewöhnliche Szenarien durchgespielt werden. Gerade für Fahrsituation, die im realen Verkehrsgeschehen selten vorkommen, ist der Simulator prädestiniert. Auch können Situation herbeigeführt werden, die zu gefährlich wären, um sie im realen Verkehrsgeschehen zu testen. Darüber hinaus können Erkenntnisse aus Testfahrten auf der Straße durch realitätsgetreue Simulation im Labor überprüft und abgesichert werden.

Die Erprobung im Labor bietet einen weiteren entscheidenden Vorteil: Fahrsituationen können beliebig häufig reproduziert, variiert und miteinander kombiniert werden. So läßt sich beispielsweise auch ermitteln, ob neue Anzeige- oder Betriebssysteme eine Ablenkung für den Fahrer darstellen. Das Zusammenspiel der Analyse von optischen, akustischen und haptischen Signalen und die Befragung der Testfahrer im Anschluss an die Simulation liefern wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung von Systemen. So kann weit vor den ersten Testfahrten auf der Straße beurteilen, ob und wie sich ein neues System in der alltäglichen Verkehrspraxis bewährt.

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial von BMW

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