30.09.2020 - 07:13

Hellas Frontkamera-Geschäft geht an VW

Die Car.Software Org des Volkswagen Konzerns übernimmt den Geschäftsbereich für Frontkamerasoftware einschließlich der zugehörigen Bereiche Testing und Validation der Hella-Software-Tochter Hella Aglaia. Eine entsprechende Vereinbarung haben beide Unternehmen unterzeichnet.

Das eigenständige Software-Unternehmen Car.Software Org will damit die eigenen Kompetenzen in der Bildverarbeitung ausbauen und die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen für alle Konzernmarken weiter vorantreiben. In diesem Zuge soll rund die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hella Aglaia in die Car.Software Org wechseln. Anfang 2021 soll die Übernahme abgeschlossen sein, sofern keine Vorbehalte bei den kartellrechtlichen Genehmigungen gibt.

Die frisch gegründete Car.Software Org ist im Volkswagenkonzern für die Entwicklung von Fahrerassistenzsysteme für alle Marken im Konzern bis hin zum automatisierten Fahren und Parken verantwortlich. Die Bildverarbeitung gilt dafür eine Schlüsselkompetenz mit wachsender strategischer Bedeutung. Die Übernahme der langjährigen Expertise von Hella Aglaia bilde hierbei einen zentralen Baustein, heißt es seitens der Car.Software Org. Der Hella Aglaia verfüge über hohe Kompetenz in der Entwicklung und Validierung von bildverarbeitender Software im automobilen Umfeld. Hierzu zählen insbesondere optische und KI-basierte Systeme, die Umfeldaspekte wie Objekte, Lichter, Spuren und Verkehrszeichen erkennen und klassifizieren.

Die etwa 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Frontkamerasoftwarebereichs von Hella Aglaia sollen den Berliner Standort der Car.Software Org stärken. In dem eigenständigen Software-Unternehmen führt der Volkswagen Konzern seine Software-Fähigkeiten aus den Marken Volkswagen, Audi und Porsche sowie weiteren Tochterunternehmen zusammen und baut diese weiter aus. Die Fachkräfte entwickeln eine einheitliche Software-Architektur für die Fahrzeuge aller Marken im Konzern sowie für ein digitales Ökosystem und kundennahe Funktionen im Handel. Darüber hinaus bündelt die Software-Einheit künftig die technologischen Plattformlösungen für datengetriebene Geschäftsmodelle und Innovationen, wird aus der Pressemitteilung zur Übernahme deutlich. Für diesen Aufgabenumfang sind bei Volkswagen Investitionen von mehr als sieben Milliarden Euro bis 2025 vorgesehen.

Dirk Hilgenberg, CEO der Car.Software Org, bringt die Aquisition, die auf rund 100 Mio. Euro geschätzt wird, auf den Punkt: „Mit der Übernahme der Kamerasoftware-Sparte von Hella sowie des dazugehörigen Know-hows in der Bildverarbeitung setzen wir unsere Strategie fort, zukünftig wesentliche Softwarekomponenten intern zu entwickeln. Wir treiben damit den Kompetenzaufbau in der Car.Software Org in dem Bereich des maschinellen Sehens weiter voran und stärken unsere Position in der Entwicklung sicherer und innovativer Fahrfunktionen.“

„Der Ausstieg aus dem Geschäft mit Frontkamerasoftware erfolgt auf Basis eines stringenten Portfoliomanagements. Von daher freuen wir uns, mit Volkswagen nun einen Partner gefunden zu haben, der diese Aktivitäten strategisch weiterentwickeln wird“, erklärt Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Hella Geschäftsführung. „Unabhängig davon werden wir weiterhin konsequent in automobile Zukunftsthemen wie Elektromobilität, automatisiertes Fahren, Software und Digitalisierung investieren.“ Der Zulieferer Hella hatte zuletzt einen größeren Stellenabbau angekündigt, nachdem ein verschärfter Sparkurs wegen der Belastungen durch die Corona-Krise für das Unternehmen notwendig geworden war.

Nicht von der Veräußerung betroffen sind die weiteren Geschäftsaktivitäten von Hella Aglaia in den Bereichen Energiemanagement, Lichtsteuerung und People Sensing. Mit einem neu gegründeten Global Software House, das bei Hella Aglaia verankert ist, will der Zulieferer selbst die eigenen Softwarekompetenzen weiter ausbauen. Zugleich investiert Hella auch weiterhin in Schlüsselkomponenten für das assistierte und autonome Fahren. Dazu gehören insbesondere die Bereiche Radarsensorik und Lenkungselektronik, bei denen Hella eine weltweit führende Marktposition einnehmen soll.

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Autor: jst

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30.09.2020 07:48