29.07.2020 - 15:19

Die neue S-Klasse – noch mehr Assistenten und Sicherheitssysteme

Die neue Mercedes-Benz S-Klasse soll auf vielen Feldern intelligenter werden, das Fahrerlebnis ein neues Niveau erreichen. Das lässt zumindest Mercedes-Benz so verlauten und liefert aktuell weitere Infos zu den digitalen Innovationen, die über den neuen digitalen Baukasten MBUX einziehen sollen.

Zuletzt hatte der Stuttgarter Autobauer bereits tief blicken lassen, wie er sein Flaggschiff, die S-Klasse, zum digitalen Wohnzimmer machen will.

Jetzt liefert der OEM die Infos nach, welche Neuerungen die Luxusklasse fahrtechnisch auf den aktuellen Stand heben werden. Da spielen natürlich Assistenten und Software eine wichtige Rolle. Die weiterentwickelten Fahrassistenzsysteme sollen dabei ein weiterer Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren darstellen. Dank verbesserter Umfeldsensorik sollen beispielsweise die Parksysteme Fahrende nun noch besser beim Rangieren unterstützen können. Durch die Einbindung in die intuitive Bedienung von MBUX erreicht die Visualisierung neue Dimensionen, verspricht Mercecdes-Benz.

In Sachen Sicherheit liefert die S-Klasse nun nicht nur ein Airbagsystem für den Fond. Das aktive Fahrwerk E-Acitve Body Control soll zusätzlich die Sicherheit steigern. Denn zusätzlich zum Pre-Safe-System Impuls Seite verfügt die neue S-Klasse über die Möglichkeit, die komplette Karosserie bei einem drohenden Seitenaufprall unmittelbar vor der Kollision anzuheben. „Wenn die Sensoren einen drohenden Seitencrash entdecken, hebt Pre-Safe Impuls Seite präventiv mit Hilfe von E-Acitve Body Control die Karosserie um bis zu 8 Zentimeter an – so wird der Stoß auf besonders widerstandsfähige Strukturen im unteren Teil des Fahrzeugs gelenkt“, erklärt Dr. Michael Hafner, Leiter Automatisiertes Fahren bei Mercedes-Benz.

Für ein möglichst unfallfreies Fahren sollen die zahlreichen neuen oder erweiterten Fahrassistenzsysteme bei der Fahrzeugführung sorgen. Bei Gefahr sollen die Assistenten in einer Vielzahl von neuen Alltagssituationen helfen, situationsgerecht auf eine drohende Kollision zu reagieren und diese im Idealfall zu verhindern. Der Aktive Park-Assistent und die 360°-Kamera mit neuer 3D-Ansicht unterstützen den Fahrer beim Ein- und Ausparken sowie beim Rangieren durch Engstellen so einfach und komfortabel wie nie. Nach dem Ausparken folgt das Aussteigen. „Ebenfalls als Weltpremiere erscheint bei der Ausstiegswarnfunktion jetzt bereits eine Gefahrenanzeige, sobald Fahrer oder Beifahrer Richtung Türe greifen. Denn der MBUX Interieur-Assistent kann erkennen, wenn sich die Hand dem Türgriff im Auto nähert“, fügt Dr. Michael Hafner hinzu.

Überblick

Mit fünf Mehrkernprozessoren, mehr als 20 Sensoren und unter Nutzung der Stereo-Kamera soll das Aktive Fahrwerk E-Acitve Body Control – gehört zur Sonderausstattung – vorausschauend auf diverse Fahrsituationen:

  • Vollaktives Fahrwerk auf 48-Volt-Basis mit sehr weiter Spreizung des Fahrverhaltens im Rahmen der Fahrprogramme.
  • 1.000-mal pro Sekunde analysieren die Steuergeräte des Systems die Fahrsituation und passen das Fahrwerk an.
  • E-Acitve Body Control regelt die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad individuell und wirkt so nicht nur Wank-, sondern auch Nick- und Hubbewegungen entgegen.
  • Im Fahrprogramm Comfort erfasst Road Surface Scan mit Hilfe der Stereo-Multi-Purpose-Kamera die Fahrbahn vor dem Fahrzeug. Die Federbeine werden dann so angesteuert, dass die Karosseriebewegungen beim Überfahren von Bodenwellen stark reduziert werden.
  • Im Fahrmodus Curve neigt sich das Fahrzeug aktiv in die Kurve. Durch die Neigefunktion und die komfortable Fahrwerksabstimmung ist der Fahrkomfort erlebbar, gleichzeitig fühlen sich Passagiere mit empfindlichem Magen ganz besonders wohl.
  • E-Acitve Body Control ermöglicht eine neue Pre-Safe-Funktion bei einem drohenden Seitenaufprall.

Für die Unfallsicherheit will man ebenfalls gesorgt haben:

  • Bei der Insassensicherheit seien demnach viele Innovationen aus dem Experimental-Sicherheitsfahrzeug (ESF) 2019 verwirklicht:
    • Der neue Fondairbag (Sonderausstattung) sei der weltweit erste Frontalairbag für die beiden Passagiere auf den äußeren Plätzen im Fond. Dafür setztet man auf  eine Bauart mit einer neuartigen, röhrenförmigen Struktur. Dadurch entfaltet sich der Airbag besonders schonend und kann bei schweren Frontalkollisionen für die äußeren Fondinsassen die Belastungswerte auf Kopf und Nacken deutlich reduzieren.
    • Durch die neuen, beleuchteten Design-Gurtschlösser (Sonderausstattung) soll das Anlegen der Sicherheitsgurte einfacher werden.
    • In Kombination mit dem MBUX Interieur-Assistenten kann erstmals per Kamera ein Kindersitz auf dem Beifahrersitz erkannt werden. Ein Gurtanlegehinweis für den Kindersitz erscheint auf dem Zentral-Display, bevor das Fahrzeug anfährt.
    • Der neue Mittenairbag (länderabhängige Ausstattung) positioniert sich bei einem schweren Seitenaufprall zwischen Fahrer- und Beifahrersitz und kann so das Risiko eines gegenseitigen Kopfkontakts reduzieren.

Die neueste Generation des Fahrassistenz-Pakets enthält neue und zahlreiche weiterentwickelte Funktionen. Unter anderem sind dabei:

  • Aktiver Totwinkel-Assistent, der bei der Ausstiegswarnfunktion  jetzt bereits eine Gefahrenanzeige erscheinen lässt, sobald Fahrer oder Beifahrer Richtung Türe greifen. Denn der MBUX Interieur-Assistent kann erkennen, wenn sich die Hand dem Türgriff im Auto nähert. Eine visuelle Warnung erfolgt über ein rotes Warndreieck im Außenspiegel und über die Aktive Ambientebeleuchtung
  • Aktiver Lenk-Assistent, er soll die Bildung einer Rettungsgasse unterstützen können und so auch andere Verkehrsteilnehmer zur Bildung einer Gasse animieren.

Mit verbesserter Umfeldsensorik und Einbindung in MBUX sollen die Park-Systeme nun noch besser beim Rangieren unterstützen:

  • Aktiver Park-Assistent:
    • Verbesserte Umfeldsensorik: 12 Ultraschallsensoren an Front und Heck mit erhöhter Leistungsfähigkeit
    • Neuentwickeltes, verständliches und vereinfachtes User Interface, Einbindung in MBUX, komfortable Touch-Bedienung
    • Verkehrsteilnehmer sowie Objekte können zuverlässig und hochgenau in ihrer Lage erfasst werden
      • Notbremsfunktion bei Rückwärtsfahrt
    • Integration der optionalen Hinterachslenkung, darauf abgestimmte Trajektorienplanung
  • Park-Paket mit 360°-Kamera (Sonderausstattung):
    • Erweiterte Umfeldsensorik erstmals mit Sensorfusion: Zusätzlich vier Kameras (Front, Heck, Außenspiegel)
    • Dadurch können mehr Parkplätze erkannt und angeboten werden
      • Auch durch Linien (und nicht durch Fahrzeuge) begrenzte Parkplätze können erstmalig zum automatisierten Parken genutzt werden
    • Aus den vier einzelnen Kamerabildern wird ein dreidimensionales Bild der Fahrzeugumgebung zusammengesetzt. Dieses wird auf dem Zentral-Display mit dynamischen Blickwinkeln dargestellt
    • Das dreidimensionale Bild kann als virtuelle Kameraansicht intuitiv um das Fahrzeug gedreht werden und bietet sogar eine Zoomfunktion
    • Erweiterte Seitenansicht: Erleichtert das Rangieren an parallel verlaufenden nahen Hindernissen (Bordstein, Garagenwand etc.)
    • Automatisches Bremsen auf Fußgänger in Fahrtrichtung vorwärts und rückwärts ist bei aktiviertem Park-Assistenten verfügbar
    • Kollisionsvermeidung ist um das gesamte Fahrzeug herum möglich und erfüllt dabei die strengen Vorgaben der UNECE R79 für das automatisierte Parken
    • In Echtzeit berechnetes Modell des eigenen Fahrzeugs
      • Zeigt den Fahrzeugstatus an (z.B. Blinken, Bremsen)
      • Visualisiert Sicht-Einschränkungen (z.B. durch geöffnete Türen, eingeklappte Spiegel)

Wie funktioniert die neue Version der E-Acitve Body Control? Das System ergänzt die Luftfederung um eine teiltragende Hydropneumatik. Dabei trägt die Luftfeder die Grundlast des Fahrzeugaufbaus und regelt langsam das Niveau ein. Die Hydropneumatik erzeugt dynamische Kräfte, die den Kräften der Luftfeder überlagert sind und den Fahrzeugaufbau aktiv abstützen und dämpfen. An jedem Rad ist innerhalb der Achse ein Dämpfer verbaut, der an beiden Arbeitskammern über ein verstellbares Dämpfungsventil sowie einen Hydraulikspeicher verfügt. Der Dämpfer ist über Hydraulikleitungen mit einer intelligenten Motor-Pumpen-Einheit im 48-Volt-Netz verbunden. Durch eine Ansteuerung der Motor-Pumpen-Einheit kann das Öl derart verschoben werden, dass eine Druckdifferenz innerhalb des Dämpfers entsteht, durch die schnell eine aktive Kraft aufgebaut wird. Die Koordination der Motor-Pumpen-Einheiten an allen vier Rädern erfolgt über ein zentrales Steuergerät, das auch die Ventile und den Kompressor für die Luftfeder ansteuert und somit immer das gesamte Fahrwerk kontrolliert.

 

Autor: jst

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