04.09.2020 - 07:15

Was die neue S-Klasse zu einem neuen Standard machen kann

Mercedes-Benz hat endgültig die neue S-Klasse vorgestellt. Der Straßenkreuzer liefert wieder mal viel Luxus. Er zeigt allerdings auch, was der Daimler zukünftig digital und vernetzt zu bieten haben wird.

Immer fangen die großen Innovationen in der teuren Oberklasse an. Es beginnt der normale Lauf der Innovationen in der Automobilwelt. Wir haben die Details zu Infotainment, Konnektivität und Assistenten in der neuen S-Klassse zusammengesammelt und aufbereitet.

Wichtige Neuerungen im ersten Überblick:

In der neuen S-Klasse geht die zweite Generation von MBUX (Mercedes-Benz User Experience) an den Start. Das ist die Schnittstelle zwischen Fahrer, Passagieren und Fahrzeug: Bis zu fünf Bildschirme sind an Bord. Das neue 3D-Fahrer-Display ermöglicht auf Knopfdruck eine räumliche Szenenwahrnehmung mit Tiefenwirkung durch Eye-Tracking. Ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Inhalten bringt der Große von Mercedes-Benz auch mit.

Mithilfe von Kameras in der Dachbedieneinheit und lernenden Algorithmen erkennt der MBUX Interieur-Assistent zahlreiche unterschiedliche Bedienwünsche. Dabei interpretiert er Kopfrichtung, Handbewegungen, Körpersprache und reagiert mit entsprechenden Fahrzeugfunktionen. Wenn der Fahrer beispielsweise über die Schulter nach hinten in Richtung Heckscheibe blickt, öffnet der MBUX Interieur-Assistent das Sonnenrollo vor der Heckscheibe automatisch.

Die Aktive Ambientebeleuchtung mit rund 250 LED ist in die Fahrassistenzsysteme eingebunden und kann deren Warnungen optisch unterstützen. Darüber hinaus ist eine Rückmeldung bei der Bedienung der Klimatisierung oder des Sprachassistenten „Hey Mercedes“ möglich.

Die neueste Generation des serienmäßigen Fahrassistenz-Pakets enthält neue und zahlreiche weiterentwickelte Funktionen. Ein Beispiel ist die intelligente Anpassung an Tempolimits. Die neue Assistenzanzeige im Fahrer-Display stellt die Funktionsweise der Assistenzsysteme verständlich und transparent in einer Vollbild-Ansicht dar.

In der Sonderausstattung für die S-Klasse mit langem Radstand kann ein Fondairbag bei schweren Frontalkollisionen die Belastungswerte auf Kopf und Nacken für die angeschnallten Insassen auf den äußeren Rücksitzplätzen deutlich reduzieren. Der Frontalairbag für den Rücksitz entfaltet sich aufgrund seiner neuartigen Bauart mit einer röhrenartigen Struktur besonders schonend.

Über 50 Elektronik-Komponenten der neuen S-Klasse können over-the-air (OTA) mit neuer Software aktualisiert werden. Darunter sind das komplette MBUX Infotainmentsystem, das Fahrer-Display, die Fahrassistenzsysteme sowie die Lichtsysteme. Des Weiteren soll das Fahrzeug während der gesamten Lebensdauer auf dem neuesten Stand bleiben. Voraussetzung für OTA-Updates ist immer die explizite Zustimmung des Nutzers.

Bei einem drohenden seitlichen Aufprall eines anderen Fahrzeugs kann die Karosserie durch das E-Acitve Body Control innerhalb weniger Zehntelsekunden angehoben werden. Das ist eine neue Funktion des Systems Pre-Safe Impuls Seite. Die Belastung der Insassen kann dadurch verringert werden, weil der Stoß so auf besonders widerstandsfähige Strukturen im unteren Teil des Fahrzeugs gelenkt wird.

Voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2021 wird die S-Klasse mit dem neuen Drive Pilot als Sonderausstattung bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten in Deutschland hochautomatisiert fahren können. Das soll Fahrende entlasten und Nebentätigkeiten – wie im Internet surfen oder im In-Car-Office E-Mails bearbeiten – möglich machen.

Die Scheinwerfertechnologie Digital Light kommt ebenfalls mit ganz neuen Funktionen: So sind Projektionen von Hilfsmarkierungen oder Warnsymbolen auf die Fahrbahn machbar.

Wermutstropfen: Zum Start gibt es in der Luxuslimousine allerdings nur einen 48-Volt-Hybrid. Der Plug-in-Hybrid mit bis zu 100 Kilometern E-Reichweite soll 2021 folgen.Mehr dazu auf electrive.net >>

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MBUX

Keine andere Innovation hat in den letzten Jahren die Bedienung eines Mercedes-Benz so radikal verändert wie MBUX (Mercedes-Benz User Experience). In der neuen S-Klasse geht die zweite Generation dieses 2018 vorgestellten, lernfähigen Systems an den Start. Der Innenraum wird noch digitaler und intelligenter, denn Hard- und Software haben einen großen Sprung gemacht.

Der Sprachassistent „Hey Mercedes“ ist auf jedem Sitzplatz individuell verfügbar und noch dialog- und lernfähiger durch Aktivierung von Onlinediensten in der Mercedes me App. Ferner können bestimmte Aktionen auch ohne den Aktivierungsbegriff „Hey Mercedes“ ausgelöst werden. Dazu gehört die Annahme eines Telefonanrufs. „Hey Mercedes“ erklärt nun auch Fahrzeugfunktionen und hilft zum Beispiel weiter, wenn man sein Smartphone per Bluetooth verbinden möchte oder den Verbandkasten sucht. Haustechnik und Haushaltsgeräte lassen sich dank Smart-Home-Funktion ebenfalls mit dem Fahrzeug vernetzen und aus dem Fahrzeug per Sprache steuern (Details siehe separates Kapitel). „Hey Mercedes“ soll nun auch in der Lage sein, die Insassen an der Stimme zu erkennen. Nachdem die individuellen Merkmale der Stimme gelernt wurden, kann dies als Zugang zu den persönlichen Daten und Funktionen über eine Profilaktivierung genutzt werden.

Zwei unterschiedliche Head-up-Displays (HUD) sind auf Wunsch erhältlich. Das größere HUD bietet Augmented-Reality (AR-)Inhalte. So werden bei der Navigation z.B. animierte Abbiegepfeile virtuell und passgenau über die Fahrbahn gelegt. Bei den Assistenzfunktionen werden Informationen beispielsweise zum Aktiven Abstands-Assistenten angezeigt. Das Bild liegt virtuell in einer Entfernung von 10 Metern. Diese große Bilddistanz ermöglicht ein sehr großes Bild: Die Anzeigefläche entspricht einem Monitor mit einer Diagonalen von 77 Zoll.

Einzigartig an MBUX ist aber vor allem seine Vernetzung mit den verschiedensten Systemen und Sensordaten des Fahrzeugs. So erkennt der MBUX Interieur-Assistent zahlreiche Bedienwünsche. Dabei interpretiert er Blickrichtung, Handbewegungen und Körpersprache der Insassen, um mit automatischen Fahrzeugfunktionen situativ passend zu assistieren.

Mercedes-Benz setzt auf ein großes Zentral-Display im Hochformat. Das Display ist in zwei Ausführungen erhältlich. Das größere Zentral-Display verfügt über OLED-Technologie. Die Bedien-Oberfläche des Zentral-Displays ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Oben befindet sich die Einsprungfläche, mit der der Nutzer per Touch-Bedienung in die Profile gelangen kann. Im Applikationsband in Bildschirmmitte lassen sich die Inhalte durch Wischen horizontal und vertikal verschieben, abhängig vom gewählten Homescreen. Darunter befindet sich die permanent angezeigte Fläche für die Klimabedienung.

Das Fahrer-Display ist auf Wunsch ebenfalls erhältlich: Auf Knopfdruck kann in einen 3D-Modus mit räumlicher Szenenwahrnehmung geschaltet werden. Echte Tiefenwirkung soll mit Hilfe von Eye-Tracking erzielt werden, ohne dass eine spezielle 3D-Brille getragen werden muss. Diese optionale Ausführung des Fahrer-Displays besitzt zwei integrierte Kameras. Diese Stereokamera übernimmt die exakte Bestimmung der Augenposition des Beobachters. Mercedes-Benz hat dafür Methoden zur Abstandsadaptierung entwickelt und das System extrem latenzarm, also fast verzögerungsfrei ausgelegt. So kann sich der Fahrer frei bewegen. Kontinuierlich wird im Fahrer-Display die Darstellung angepasst. Kameras und Gesichtserkennung werden außerdem für vielfältige Assistenz- und Komfortfunktionen genutzt. Dazu zählen unter anderem die neue biometrische Authentifizierung, der Müdigkeitswarner Attention Assist, die Voreinstellung der Außenspiegel und voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2021 zunächst in Deutschland auch die Beobachtung der Bewegung von Kopf und Augenlidern beim automatisierten Fahren.

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Infotainment für den Fond

Ob Manager oder Nachwuchs – in einer S-Klasse und speziell in deren Hauptmärkten China und USA sitzen die Chefs oft hinten. Entsprechend hat Mercedes-Benz die Neuauflage seines Flaggschiffs konsequent von hinten gedacht. Ein Beispiel dafür: Die Fondpassagiere erleben dasselbe umfangreiche Infotainment- und Komfort-Angebot wie Fahrer und Beifahrer und können darüber hinaus noch Filme schauen oder im Internet surfen. Sie verfügen über bis zu drei Touchscreen-Bildschirme und vielfältige intuitive Bedienmöglichkeiten wie den Sprachassistenten „Hey Mercedes“.

Inhalte lassen sich einfach und schnell auf den Bildschirmen mit den anderen Passagieren teilen. Auch die Auswahl und Modifizierung von Navigationszielen sind von den Rücksitzen aus möglich. Das MBUX Fond-Entertainment umfasst zwei 11,6 Zoll große Displays mit Touch-Bedienung an der Lehne von Fahrer- und Beifahrersitz. Auf Wunsch kann zusätzlich das MBUX Fond-Tablet bestellt werden. Als vollwertiges Tablet kann dieses auch außerhalb des Fahrzeugs benutzt werden, und es lassen sich (Android-)Apps installieren. In der S-Klasse sitzt das MBUX Fond-Tablet in einer Dockingstation, die sich je nach Ausstattung in der klappbaren Mittalarmlehne oder der Business-Konsole befindet. Mit dieser komfortablen Fernbedienung können sämtliche Funktionen des Fondentertainments bequem von jeder gewählten Sitzposition gesteuert werden). Neben den Mercedes-Benz Bluetooth-Kopfhörern kann auch das eigene Smartphone über Wifi oder HDMI mit dem Multi-Seat Entertainment verbunden werden.

In die neue S-Klasse hat Mercedes-Benz auch den Musik-Streaming-Dienst Spotify und das Internetradio TuneIn integriert. Weitere Dienste sind möglich, wie Tidal und Amazon Music. Die Bedienung erfolgt über den Sprachassistenten „Hey Mercedes“.

Personalisierung

Ein persönliches Profil kann direkt in der S-Klasse erstellt und mit bestehenden Profildaten des Mercedes me Accounts synchronisiert werden. Durch Scannen eines QR-Codes mit der Mercedes me App wird das Fahrzeug automatisch mit dem Mercedes me Account verbunden.

Persönliche Präferenzen wie z.B. der Lieblings-Radiosender und Voreinstellungen lassen sich über das eigene Mercedes me Profil zu allen Sitzplätzen mitnehmen. Bis zu sieben verschiedene Profile mit rund 800 Parametern sind im Fahrzeug möglich. Per Remote-Konfiguration z.B. von zuhause kann etwa die Ambientebeleuchtung individuell eingestellt werden. Da die Profile jetzt als Teil von Mercedes me in der Cloud abgespeichert werden, können die Profile auch in anderen Mercedes-Benz Fahrzeugen mit der neuen MBUX Generation genutzt werden.

Neben der klassischen Eingabe einer PIN gibt es ein neues Authentifizierungsverfahren: Fingerabdruck, Gesichts- und Spracherkennung werden kombiniert. Das ermöglicht zugleich den Abruf individueller Einstellungen und die Absicherung digitaler Bezahlvorgänge aus dem Fahrzeug heraus.

Hochautomatisiertes Fahren

Mercedes-Benz will den sicheren Betrieb einer hochautomatisiert fahrenden S-Klasse technisch realisieren und den anspruchsvollen gesetzlichen Anforderungen an ein sogenanntes Level-3-System gerecht werden. Voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2021 soll die S-Klasse mit dem neuen Drive Pilot bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten in Deutschland hochautomatisiert fahren können. Mit einem Intelligent Park Pilot soll es noch einen Schritt weiter gehen: die S-Klasse ist für fahrerloses, vollautomatisiertes Parken (Automated Valet Parking; Level 4) vorbereitet.

Drive Pilot

Erstmals soll damit das Fahrzeug die Fahraufgabe übernehmen, solange der Drive Pilot in der Mercedes-Benz S-Klasse aktiv ist. Ein erweitertes Sensorenset soll das mögliche machen: Zusätzliches LiDAR, hochgenaue Positionierung und eine HD-Map. Damit soll das System auch in schwierigen Situationen eine sichere Übergabe an Fahrende gewährleisten können.

Mercedes-Benz unterstreicht die Nutzung des Drive Pilot damit, dass sich Fahrende vom Verkehrsgeschehen ab- und bestimmten Neben­tätigkeiten zuwenden könnten, sei es via In-Car-Office kommunizieren, im Internet surfen oder eine Sitzmassage genießen. Denn im entsprechenden Modus können Funktionen freigegeben werden, die sonst während der Fahrt gesperrt sind. Der Fahrer muss dabei jedoch stets übernahmebereit bleiben und bei Bedarf unverzüglich wieder die Fahraufgabe übernehmen, wenn ihn das System dazu auffordert oder er erkennen muss, dass die Voraussetzungen für die bestimmungsgemäße Verwendung des Drive Pilot nicht mehr vorliegen.

Nähert sich das Fahrzeug dem Ende des für den Drive Pilot geeigneten Streckenabschnitts, beispielsweise einem Tunnel, oder ändern sich andere Umstände, etwa das Wetter oder die Verkehrssituation, wird der Fahrer rechtzeitig zur Übernahme der Fahrzeugsteuerung aufgefordert, heißt es seitens Mercedes-Benz. Prinzipiell muss der Fahrer stets übernahmebereit bleiben und innerhalb von zehn Sekunden die Fahrzeugsteuerung manuell fortsetzen können – schlafen, dauerhaft nach hinten blicken oder gar den Fahrersitz verlassen, sind deshalb nicht möglich. Um die Übernahmefähigkeit des Fahrers sicherzustellen, beobachten die Kameras von Fahrer-Display und MBUX Interieur-Assistent die Bewegung von Kopf und Augenlidern.

Übernimmt der Fahrer, z.B. aufgrund eines akuten gesundheitlichen Problems, die Fahrzeugsteuerung auch nach eskalierter Übernahmeaufforderung nicht, soll der Drive Pilot das Fahrzeug im Rahmen eines Sicherheitsstopps kontrolliert und mit angemessener Verzögerung bis in den Stillstand abbremsen. Zugleich werden das Warnblinklicht und im Stand das Mercedes-Benz Notrufsystem aktiviert und die Türen und Fenster entriegelt, um möglichen Ersthelfern den Weg in das Fahrzeug zu erleichtern. Unabhängig von einer Übernahmeaufforderung durch das System kaönnen Fahren den Drive Pilot jederzeit deaktivieren. Das ist durch die Lenkradtasten oder beispielsweise durch einen bewussten manuellen Eingriff in die Steuerung des Fahrzeugs möglich.

Der Drive Pilot baut auf der Umfeldsensorik des Fahrassistenz-Pakets auf und umfasst zusätzliche Sensoren, die Mercedes-Benz als unerlässlich für sicheres hochautomatisiertes Fahren hält. Dazu gehören LiDAR, eine weitere Kamera in der Heckscheibe und Mikrophone, insbesondere zum Erkennen von Blaulicht und Sondersignalen von Einsatz­fahrzeugen. Ergänzend zu den Sensordaten erhält der Drive Pilot Informationen zu Straßengeometrie, Strecken­eigenschaften, Verkehrszeichen sowie besonderen Verkehrsereignissen, wie Unfällen oder Baustellen, von einer HD-Map. Diese wird über eine Backend-Anbindung zur Verfügung gestellt. Die Fahrzeugposition wird über ein hochgenaues Positionierungssystem ermittelt, das weit über übliche GPS-Systeme hinausgehen soll. Darüber hinaus verfügt die S-Klasse mit der Sonderausstattung Drive Pilot über redundante Lenk- und Bremssysteme sowie ein redundantes Bordnetz, um auch beim Ausfall eines dieser Systeme manövrierfähig zu bleiben und eine sichere Übergabe an den Fahrer zu gewährleisten.

Ein leistungsstarkes Zentralsteuergerät realisiert die fürs hochautomatisierte Fahren notwendigen, anspruchsvollen Software-Funktionen. Beispielsweise in der Bildverarbeitung kommen hierbei Technologien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz zum Einsatz. Im Rahmen der modernen Sicherheitsarchitektur werden alle Algorithmen doppelt gerechnet, betont Mercedes-Benz.

Die maximale Geschwindigkeit eines hochautomatisierten Systems ist in Deutschland bisher rechtlich auf 60 km/h begrenzt. Der Drive Pilot sei aber dafür vorbereitet, über Over-the-air-Updates auch höhere Geschwindigkeiten oder andere Anwendungsfälle zuzulassen, sobald der rechtliche Rahmen dies vorsieht. Die grundsätzliche Einführung des Systems in weiteren Ländern in Europa, in den USA und China soll Schritt für Schritt erfolgen, sobald es auch dort die nationale Rechtssituation vorsieht, dass eine Abwendung von der Fahraufgabe zulässig ist.

Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Um dem Kunden erstmalig erlauben zu können, während der Fahrt Nebentätigkeiten auszuführen, ist die Einhaltung der europaweit harmonisierten technischen Zulassungsvorschriften erforderlich. Daneben bedarf es aber auch nationaler Straßenverkehrsvorschriften, die dem Fahrer eine bestimmungsgemäße Nutzung des Level-3-Systems einschließlich der Abwendung von der Fahraufgabe erlauben. Der Drive Pilot wird deshalb zunächst in Deutschland angeboten, weil Deutschland mit der Öffnung des Straßenverkehrsgesetzes für Level-3-Systeme im Jahr 2017 als eines der ersten Länder eine rechtliche Grundlage für deren Nutzung geschaffen hat, unterstreicht der Autobauer in einer Pressemeldung. Das Zulassungsverfahren für Europa, das auch für die Nutzung des Drive Pilot in Deutschland erforderlich ist, soll Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Parken per Smartphone

Mercedes-Benz hat der neuen S-Klasse auch einen neuen Remote Park-Assistent spendiert. Dieser ermöglicht es, einen Parkvorgang über ein Smartphone und die Remote Parking App von Mercedes me connect zu steuern, während sich ein Fahrer oder eine Fahrerin außerhalb, jedoch in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs befindet. Voraussetzung für die Nutzung sind die Ausstattung der S-Klasse mit der „Vorrüstung für Remote Park Assistent“ und die Aktivierung des Dienstes bei Mercedes me.

Der Remote Park-Assistent parkt das Fahrzeug auf Fahrerwunsch ein, wenn über das Zentral-Display in der S-Klasse oder die App auf dem Smartphone ein entsprechendes Parkszenario ausgewählt wurde. Ebenso kann die S-Klasse auf den letzten Metern geradeaus ein- und ausparken, zum Beispiel in Garageneinfahrten oder Querparklücken. Der vom Fahrer überwachte Parkvorgang läuft automatisiert, solange der Fahrer die Touch-Fläche auf dem Phone gedrückt hält und es dabei um 90° kippt. Wenn die Bedienfläche nicht mehr gedrückt wird oder das Telefon dabei nicht mehr entsprechend gekippt ist, wird das Fahrzeug automatisch in den Stillstand gebremst. Ein wenig Fingerspitzengefühl ist als notwendig.

Für die neu e Remote-Park-Generation wurde die Kompatibilität zu verschiedenen Telefonen erhöht. Bisher kommunizierten Fahrzeug und Smartphone über Bluetooth, jetzt steht zusätzlich eine WiFi-Verbindung im 2.4 GHz Band zur Verfügung. Ebenso soll das erstmalige Verbinden zwischen Fahrzeug und Smartphone verbessert worden sein. Mithilfe eines QR Codes soll die Autorisierung nun noch komfortabler und schneller erfolgen.

Grundsätzlich hat der Fahrer beim Remote-Parken weiterhin während des gesamten Parkvorgangs die Verantwortung für sein Fahrzeug und dessen Führung. Er kann jederzeit den Parkvorgang mit dem Smartphone oder dem Fahrzeugschlüssel ab- oder unterbrechen und anschließend das Fahrzeug übernehmen.

Intelligent Park Pilot für Parkhäuser

Noch einen Schritt weiter geht Mercedes-Benz beim Parken: Mit der Vorrüstung für den Intelligent Park Pilot ist die S-Klasse für fahrerloses, vollautomatisiertes Parken – sogennnates Automated Valet Parking nach SAE-Level 4 – vorbereitet. Zusammen mit der benötigten Sonderausstattung und dem entsprechenden Connect Dienst, der länderabhängig ist, hat die neue S-Klasse die Technik an Bord, um vollautomatisiert und fahrerlos in mit einer auf Automated Valet Parking vorbereiteten Infrastruktur in entsprechend ausgerüsteten Parkhäusern ein- und auszuparken. Vorraustzeung ist immer, dass die nationalen Gesetze einen solchen Betrieb erlauben.

Ein entsprechendes Konzept und System hat Daimler bereits im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz Museums gemeinsam mit dem Zulieferer Bosch getestet und 2019 in enger Abstimmung mit dem Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg nach einem Gutachten des TÜV Rheinland die erste Ausnahmegenehmigung für die vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion (SAE Level 4) erhalten. Das System wurde von beiden Partnern seit 2017 im Parkhaus intensiv getestet.

Die Vision: Das Fahrzeug wird gesichert innerhalb einer vordefinierten Drop-off-Area bzw. Abstellfläche des Parkhauses abgestellt und die Fahrerin oder der Fahrer startet per Smartphone-App den Parkvorgang, nachdem alle Insassen ausgestiegen sind. Die Sensorik im Parkhaus überprüft, ob ein entsprechender Platz verfügbar ist. Wenn ja, wird dem Fahrer auf der App die Übernahme des Fahrzeuges durch die AVP-Infrastruktur bestätigt, er kann die S-Klasse verlassen und sich entfernen. Das Fahrzeug wird dann automatisch gestartet und fährt mit Hilfe der im Parkhaus verbauten Infrastruktur automatisiert zu seinem Parkplatz. Umgekehrt können Fahrerin oder Fahrer doe S-Klasse per Smartphone-Befehl zu einer vordefinierten Pick-up-Area – Abholfläche – vorfahren lassen.

Autor: jst

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04.09.2020 07:27