27.05.2020 - 06:50

Continental partnert mit Pioneer für Infotainmentlösungen

Im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft wollen die Unternehmen mit ihrer integrierten Infotainment-Lösung ein „ganzheitliches Nutzererlebnis mit speziellem Fokus auf den asiatischen Markt“ schaffen. Dafür integriert Conti die komplette Infotainment-Subdomäne von Pioneer in seinen Hochleistungsrechner für Fahrzeugcockpits.

Die Integration derart umfangreicher Software-Pakete in eine komplexe Gesamtlösung wie den Cockpit High Performance Computer (HPC) von Continental soll Fahrzeugherstellern eine deutlich höhere Flexibilität bei der Entwicklung von Cockpit-Systemen bieten. Um sowohl dem Trend zu einer zentralisierten Fahrzeugarchitektur zu entsprechen als auch der steigenden Softwarekomplexität sowie dem rapide wachsenden Funktionsumfang im Cockpit gerecht zu werden, sind solche flexiblen Lösungen maßgeblich für künftige Entwicklungen, heißt es seitens der Partner.

Dies benötigt in Zukunft immer häufiger die strategische Zusammenarbeit mehrerer spezialisierter Partner. Mit der Integration der gesamten Infotainment-Domäne in ein ganzheitliches System demonstrieren Continental und Pioneer deutlich, wie flexibel und umfassend solche Kollaborationsmodelle im Bereich zentralisierter Cockpit-Systeme aussehen können. Das Elektronikunternehmen Pioneer mit Hauptsitz in Japan gehört zu den Spezialisten im Bereich Car-Entertainment und stellt diese Expertise für die Zusammenarbeit zur Verfügung. Continental bringt neben dem Cockpit HPC sein umfassendes Integrations-Know-how in die Partnerschaft ein.

Die Mensch-Maschine-Schnittstelle im Fahrzeug bestand bisher im Kern aus zwei getrennten Bereichen, die auf zwei Displays realisiert wurden: die eigentliche Fahrerinformation im Kombiinstrument und das Mittelkonsolendisplay, das sich an Fahrer und Beifahrer wendet. Der Infotainment-Anteil war dabei auf das Mittelkonsolendisplay konzentriert. Mit der zunehmenden Vernetzung von Informationen, Diensten und Funktionen ist diese Architektur nicht mehr optimal geeignet. Stattdessen verschmelzen mit der Domänen-übergreifenden Lösung des Cockpit HPC sämtliche Anzeigen und Bedienelemente im Fahrzeug zu einer ganzheitlichen Benutzerschnittstelle.

Inhalte können dadurch unabhängig von Displaygrenzen dargestellt und individuell vom Nutzer angeordnet werden. In potenziell kritischen Situationen wird dabei sichergestellt, dass nur die Informationen priorisiert angezeigt werden, die im jeweiligen Moment wirklich benötigt werden. Einer Überforderung oder Ablenkung des Fahrers wird so entgegengewirkt. Im automatisierten Fahrmodus dagegen stehen auch dem Fahrer alle Dienste und Apps zur Verfügung, die sonst nur auf der Beifahrer-Seite zu finden sind. Möglich wird dieser Komfort und Sicherheitsgewinn durch eine Elektronikarchitektur, mit der ganz unterschiedliche Systeme und Betriebssysteme auf einer Hardware separiert und laufend aktualisiert bzw. ergänzt werden können. Dazu muss es möglich sein, Software aus vielen Quellen Hardware-unabhängig auf einem einzigen Hochleistungsrechner zu hosten. Für die Zusammenarbeit nutzen die beiden Partner genau diese Flexibilität der Continental Hochleistungsplattform.

„Da gerade der asiatische Raum im Bereich der Digitalisierung des Fahrzeugs nach unserer Einschätzung hoch motiviert und dynamisch ist, sehen wir in der strategischen Kooperation eine für beide Seiten perfekt passende Verbindung von Stärken und Know-how. Der Cockpit High Performance Computer liefert die technische Grundlage für eine effiziente Zusammenarbeit, weil sich mit dieser Plattform Software-Container flexibel an- und abdocken lassen“, fasst Dr. Frank Rabe zusammen, Leiter des Geschäftsbereichs Human Machine Interface bei Continental.

Autor: jst

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