HARDWARE & SOFTWARE

14.August 2019

Continental entwickelt „Road AND Driver“-Kamera


Continental entwickelt „Road AND Driver“-Kamera

© Continental AG

Vertrauen zwischen Mensch und Maschine ist eine wichtige Voraussetzung, damit sich automatisiertes Fahren durchsetzen kann. Ein Teil davon ist die sichere Übergabe vom automatisierten zum manuellen Fahren, für die Continental ein kombiniertes Kamerasystem entwickelt hat.

Die neue Systemlösung besteht aus einer nach innen schauenden Infrarot-Kamera und einer nach außen schauenden Kamera und ermöglicht so ein ganzheitliches Umfeldmodell. Dieses kombiniert Daten aus der jeweiligen Verkehrssituation, dem Verhalten der übrigen Verkehrsteilnehmer aber auch dem Fahrerzustand. Diese Daten werden permanent von der dazugehörigen Software ausgewertet, so dass ermittelt werden kann, ob der Fahrer aufmerksam oder abgelenkt ist. Denn nur wenn der Fahrer bereit für die manuelle Übernahme des Fahrzeuges ist, kann die Verkehrssicherheit gewährleistet werden.

„Durch das neue Kamerasystem sind Fahrzeug und Fahrer jederzeit übereinander informiert. Letztlich geht es dabei um Vertrauen. Der Mensch kann sich darauf verlassen, dass die Technik ihm nicht plötzlich und unvorbereitet die Verantwortung zurückgibt, sondern dies nach klaren und nachvollziehbaren Kriterien erfolgt“, sagt Georg Binder, Leiter Strategy & Planning, Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme bei Continental.

Bei der Realisierung moderner Assistenzsysteme spielen Kameras eine nicht unwesentliche Rolle und sind bereits heute fester Bestandteil der Sensorik für automatisiertes Fahren. Die neueste Frontkamera-Generation verfügt über eine Bildauflösung von bis zu acht Megapixeln, Nachtsichteigenschaften und für die frühzeitige Erkennung von querenden Objekten im Straßenverkehr über einem Öffnungswinkel von bis zu 125 Grad.

Zur Umsetzung der Funktion kann auf modulare Lösungen sowie auf den bereits vorhandenen Bauraum im Fahrzeug zurückgegriffen werden. Die sogenannte „Road AND Driver“-Kamera befindet sich hinter der Windschutzscheibe des Fahrzeugs oberhalb des Rückspiegels.

Darüber hinaus kann die Systemlösung mit Hilfe der Software-Funktion „Occupant Safety Monitor“ passive Sichereitssysteme ergänzen. So lassen sich beispielsweise Gurte oder Airbags optimal auf die jeweilige Situation anpassen, so dass im Falle eines Unfalls die Schutzwirkung optimiert wird. Auch können dadurch die Risiken durch Ablenkung, Übermüdung oder das Vergessen von Kleinkindern oder schlafenden Babys im Fahrzeug minimiert werden. Für die Innenraumüberwachung werden die Kameradaten nicht aufgezeichnet, sondern lediglich ausgewertet.

„Es geht ausschließlich um eine Interpretation der jeweiligen Situation im Fahrzeug, um die Sicherheit der Insassen und anderer Verkehrsteilnehmer zu erhöhen“, sagt Andreas Forster, Manager Next Generation Technology im Continental-Geschäftsbereich Passive Sicherheit & Sensorik.

Den Aspekt des Baby- oder Kinder-Monitoring in geschlossenen Fahrzeugen sowie die Fahrerbeobachtung hat die Verbraucherschutzorganisation Euro NCAP bereits in ihre Agenda aufgenommen. Obwohl noch keine exakten Szenarios festgelegt, ist davon auszugehen, dass die diesbezüglich kommenden Euro NCAP-Prüfregularien schon ab 2020 beziehungsweise 2022 erfüllt werden müssen.

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial von Continental

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