16.04.2021 - 07:20

Conti holt AWS für Automotive Edge Plattform an Bord

Ziel der neuen Kooperation ist die Entwicklung der Continental Automotive Edge Plattform (CAEdge), einer modularen Hardware- und Software-Plattform. Diese verbindet das Fahrzeug mit der Cloud und bietet durch eine virtuelle Werkbank zahlreiche Möglichkeiten für die Entwicklung, Bereitstellung und Wartung von softwareintensiven Systemfunktionen.

So wird es für Fahrer in Zukunft bequem möglich sein, über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs gewünschte Funktionen durch Software-Updates zu beziehen.

Mit der Plattform will sich Continental stärker in der Entwicklung nneuer Fahrzeugarchitekturen und -software aufstellen. Der Zulieferer will künftig Fahrzeugherstellern und Partnern eine Entwicklungsumgebung für softwareintensive Fahrzeugarchitekturen bereitstellen, mit der sich Software-, Sensorik- und Big-Data-Lösungen in einem Bruchteil der bisherigen Entwicklungszeit realisieren lassen sollen. Die CAEdge-Plattform wird demnach bereits in der Serienentwicklung eines Automobilherstellers erprobt und soll ab Ende 2021 weiteren Kunden zur Verfügung stehen. Als Teil des ersten Projekts werden Kamera- und Radardaten einer Fahrzeugflotte in die CAEdge-Plattform importiert und für virtuelle Simulationen von hochautomatisierten Fahrten verwendet.

Insbesondere für die Verarbeitung von sehr großen Datenmengen biete die CAEdge-Plattform eine leistungsstarke Entwicklungsumgebung, die alle Schritte zur Entwicklung hochautomatisierter und autonomer Fahrsysteme unterstützen soll: von der Sensordatensammlung, Verarbeitung, Datenmanagement, dem Trainieren von Modellen, der virtuelle Simulationen bis zum Update der Fahrzeugsoftware. So lassen sich einzelne Entwicklungsschritte, die bisher vor allem wegen der Übertragung von Daten und des Antrainierens von Algorithmen mehrere Wochen in Anspruch nehmen konnten, in wenigen Stunden realisieren. Dies geschieht durch die Verwendung der skalierbaren Rechenkapazität und dem maschinellen Lernen von AWS.

Mit der Continental-Plattform arbeiten zukünftig alle Entwicklerinnen und Entwickler und beteiligte Unternehmen in einer standardisierten und automatisierten Entwicklungsumgebung mit den gleichen Werkzeugen, Test- und Absicherungsverfahren. Die Kundschaft soll außerdem von AWS-Rechenzentren und einem Netzwerk profitieren, das zum Schutz ihrer Informationen, Identitäten, Anwendungen und Geräte entwickelt wurde. Mit AWS können demnach die wichtigsten Sicherheits- und Compliance-Anforderungen wie Datenlokalisierung, -schutz und -vertraulichkeit erfüllt werden. Das bedeutet: Entwickelt ein Automobilhersteller eine neue Produktlösung, so hat nur dieser Zugriff auf die Daten und kann anderen Unternehmen, etwa Continental oder einem anderen Entwicklungspartner, Zugriffsrechte erteilen.

Autor: jst




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