12.11.2019 - 15:34

Conti vernetzt VWs ID.-Reihe durch Fahrzeugserver

Continental hat einen Server entwickelt, der nun bei Volkswagen als InCar Application Server (ICAS1) in Serie geht. Der größte europäische Autobauer nutzt die ICAS1 Technologie für seine kommenden ID. Elektrofahrzeuge, die auf dem von Volkswagen entwickelten modularen E-Antriebs-Baukasten MEB basieren.

Unter anderem ermöglicht das Konzept des ICAS1 ein hohes Maß an Fahrzeugvernetzung: Dazu zählt die Möglichkeit, neue Funktionen, aber auch Sicherheits-Updates im Fahrzeug zu installieren, die per Funkverbindung übertragen werden. Der Server basiert auf langjähriger Continental-Erfahrung mit Gateway-Steuergeräten, deren Funktion nun einen Teilbereich des wesentlich umfangreicheren ICAS1 ausmacht. Den konzeptionellen Rahmen für den Server bildet eine von Continental in Zusammenarbeit mit Elektrobit entwickelte High-Performance-Computer-Plattform. Helmut Matschi, Mitglied des Vorstands von Continental und Leiter der Division Interior: „Dank der neuen Server-Architektur werden Fahrzeuge einfacher und schneller als heute aktuell gehalten.“

Volkswagen steigt mit seiner Elektrooffensive auch auf eine Server-Architektur um. Die Elektrofahrzeuge profitieren in besonderem Maße von der Digitalisierung, welche die Server-Architektur ermöglicht werden soll. Dazu gehören Funktionen wie eine reichweitenoptimierte Streckenplanung und das Auffinden von Ladepunkten. Gleichzeitig ermöglicht die Server-Architektur eine nahtlose Anbindung an die digitale Welt der mobilen Dienste und Daten. „Der ICAS1 deckt die früheren Gateway-Funktionen sowie umfassende Funktionen aus der Body-Control Domäne ab. Zusätzlich koordiniert er Over-the-Air-Updates und übernimmt die Kontrolle des Lademanagements der Fahrbatterie“, erläutert Johann Hiebl, Leiter der Continental Geschäftseinheiten Body & Security und Infotainment & Connectivity. Je nach ID. Fahrzeugmodell und Ausstattung sollen künftig zwei oder drei Server die Rechenleistung für das Gesamtfahrzeug bereitstellen. Continental will den ICAS1 schon seit Entwicklungsbeginn für die erhöhten Lebensdaueranforderungen in Elektrofahrzeugen ausgelegt haben.

Merkmale des ICAS1 sind neben einem Vielfachen an Rechenleistung klassischer Automotive Systeme eine strickte Trennung von Hardware und Software durch die von Elektrobit entwickelte Basissoftware auf AUTOSAR Adaptive Basis. Damit können sowohl Applikationen von Volkswagen sowie Software von Drittfirmen integriert und aktualisiert werden. Die Middleware unterstützt außerdem eine Vernetzung über Gigabit Automotive Ethernet was für den notwendigen Datendurchsatz für die Applikationen sorgt.

Im intellicar-Podcast „Hack The Road Jack“ erklärte Executive Vice President Business Management von Elektrobit – Martin Schleicher – das Zusammenspiel von Hardware und Software und warum bei dem Elektrofahrzeug ID.3 diese Themen etwas anders gelagert sind als bei konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennertechnologien. Podcast anhören >>

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der Continental AG

Autor: jst

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12.11.2019 15:21