05.11.2021 - 08:47

Conti stellt Driving Planner vor

Continental hat eine intelligente Software entwickelt, die selbstständig komplexe Fahrmanöver ermöglicht – auch bei höheren Geschwindigkeiten. Der Driving Planner berechnet aus einer Vielzahl von Sensorikdaten präzise Entscheidungsvarianten, um komplexe Fahrmanöver auf Autobahn oder Schnellstraße automatisiert zu bewältigen.

Continental entwickelt eine Technologielösung für das hochautomatisierte Fahren: eine intelligente Software, die selbständig komplexe Fahrmanöver ermöglicht. Das Besondere an der Lösung: Sie ist schon heute seriennah und kann bereits ab 2024 zum Einsatz kommen, heißt es vom Konzern. Wesentliche Komponenten – von der Software bis zu den benötigen Sensoriksystemen – wurden von Continental entwickelt.

Die Softwarelösung ermöglicht hochautomatisiertes Fahren ab Level 3. Das bedeutet, Fahrzeuge können bestimmte Fahraufgaben selbständig und ohne Eingriff der fahrenden Person meistern. Die von Continental entwickelte Software stellt einen signifikanten Sprung in Sachen Fahrintelligenz dar. Der Driving Planner berechnet aus einer Vielzahl von Sensorikdaten präzise Entscheidungsvarianten, um komplexe Fahrmanöver auf Autobahn oder Schnellstraße automatisiert zu bewältigen. Dafür kann die Software Verkehrssituationen etliche Sekunden im Voraus berechnen und daraus die optimale Reaktion des Fahrzeugs ableiten. Dabei berechnet sie die Kombination von Längs- und Querbewegungen in einem harmonischen, intelligenten und eng getakteten Zusammenspiel. Heute verfügbare Einzelsysteme – adaptiver Tempomat, Spurwechselassistent – planen Längs- und Querbewegungen unabhängig voneinander, also zum Beispiel die Längsbewegung mit einem Abstandsregeltempomaten und die Querbewegung mit einem Spurwechselassistenten.

Continentals Driving Planner berechnet nun die Längs- und Querbewegung gemeinsam über einen Zeithorizont von mehreren Sekunden. Dadurch kann die Technologie komplexe Manöver des hochautomatisierten Fahrens meistern.

Ein typisches Beispiel, bei dem das neue System in Zukunft Fahrende entlasten kann, ist die Auffahrt auf eine Autobahn über den Beschleunigungsstreifen. Der Driving Planner berechnet dieses komplexe Manöver aus Radarsenor- und Kameradaten und trifft die optimale Entscheidung. Weitere Softwaremodule übernehmen die Umsetzung des berechneten Fahrmanövers. Das Fahrzeug beschleunigt nach vorne, fädelt zur Seite in den laufenden Verkehr ein und nimmt dann entsprechend dem Verkehrsflusses und anderen Verkehrsteilnehmern Fahrt auf. Ein weiteres Beispiel: Das Fahrzeug fährt mittig auf einer dreispurigen Autobahn, rechts stauen sich Fahrzeuge, links ist das Tempo hoch. Plötzlich schert von rechts ein Pkw auf die mittlere Spur aus. Der Driving Planner berechnet in Bruchteilen von Sekunden das sicherste Fahrmanöver und zieht dabei alle Möglichkeiten in Betracht – vom Bremsen in der Spur über Beschleunigen und Einfädeln nach links bis hin zum Bremsen und Einfädeln hinter einem anderen Fahrzeug auf der linken Spur.

Der Driving Planner ist in der Lage, Fahrmanöver bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h zu berechnen. Die Entwicklungsphase des Softwaresystems ist abgeschlossen. Die Technologie wird voraussichtlich 2024 auf den Markt kommen.

Autor: jst

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