29.10.2020 - 07:12

Conti steigt bei US-LiDAR-Startup AEye ein

Der Zulieferer hat einen Vertrag über eine Minderheitsbeteiligung an dem in Kalifornien ansässigen LiDAR-Pionier AEye unterzeichnet. Ziel ist die Industrialisierung und Markteinführung der Technologie für automatisiertes Fahren auf SAE Level 3 oder höher im Pkw wie auch in Nutzfahrzeugen.

Das US-Startup AEye hat eine Fernbereichs-LiDAR-Technologie entwickelt, die einen 1550 nm Laser mit regelbarer Leistung mit einem patentierten, geregelten micro-elektromechanischen System (MEMS) als Scanner verbindet. Diese Technologie lässt sich über Software konfigurieren und damit auch für nahezu jedes Fahrzeugmodell und Anwendung optimieren. Der LiDAR von AEye eignet sich ideal für Anwendungen in Personen- und Nutzfahrzeugen durch seine hohe dynamische räumliche Auflösung mit großer Reichweite, heißt es von Continental. Erkannt werden Fahrzeuge in über 300 Metern Entfernung sowie Fußgängerinnen und Fußgänger in über 200 Metern Entfernung. Darüber hinaus sollen auch kleine, schwach reflektierende Objekte, wie etwa Backsteine, sogar auf eine Distanz von 160 Metern noch mit mehreren Messpunkten erkannt werden, was eine Kernvoraussetzung für das Automatisierte Fahren sowohl im Pkw als auch im Lkw ist. Continental will diese LiDAR-Technologie entsprechend den Anforderungen der Automobilindustrie industrialisieren. Eine erste Serienproduktion soll Ende 2024 erfolgen.

Durch die Zusammenarbeit mit AEye baut der Zulieferer seine vorhandene Nahbereichs 3D Flash LiDAR-Technologie aus. Conti selbst formuliert es etwas verschwurbelt so: „Diese wird weltweit in Premiumfahrzeugen eines namhaften Fahrzeugherstellers als Teil des Systems für hochautomatisiertes Fahren Ende diesen Jahres Anwendung finden“. Der 3D Flash LiDAR (HFL) sei ein Wendepunkt: Es ist der erste hochauflösende LiDAR-Sensor ohne bewegliche Komponenten weltweit, der in der Automobilbranche in Serie geht.

Nutzfahrzeuge

Fahrzeuge mit einer Automation auf SAE Level 3 oder höher erfordern entsprechend eine Sensorausstattung, zu der Kamera, Radar und LiDAR gehören, um Objekte und nutzbare Trajektorien rund um das Fahrzeug zu erkennen. Der Vorteil des LiDAR-Sensors ist eine zuverlässige 3D-Pixelerkennung mit hoher Auflösung. Continental verwendet bereits Automobil-LiDAR-Technologie für den Nah- und Fernbereich. Im Nahbereich liefert die 3D Flash LiDAR-Technologie sehr schnell und präzise 3D-Pixelbilder, weil sie die gesamte Szene mit dem Laserpuls auf einmal ausleuchtet und komplett in einem Frame erfasst (Global Shutter-Technologie). Für die zuverlässige Erkennung von Objekten in großer Entfernung bietet die agile 1550 nm LiDAR-Technologie eine bewährte Kombination aus per Software konfigurierbarer HD-Auflösung mit über 1600 Pixel pro Winkelquadrat und Erkennungsreichweiten jenseits von 300 Metern. Die patentierte AEye LiDAR-Technologie auf Basis von MEMS bietet – nach Angaben von Continental – eine enorm hohe Zuverlässigkeit und ermöglicht beste Sensorleistung auch bei schwierigen Wetter- und Straßenverhältnissen.

Nutzfahrzeuge mit hoher Masse und langen Anhaltewegen stehen beim Automatisierten Fahren vor besonderen Herausforderungen. Eine Automation für solche Fahrzeuge setzt eine möglichst große Sensorreichweite und hohe Auflösung voraus, um genügend Verarbeitungszeit für automatisierte Entscheidungen und Handlungen sicherzustellen.

„Indem wir Spitzentechnologie aus allen drei Bereichen der Umfeldsensorik zusammenführen, schaffen wir Synergieeffekte, die in den Kundennutzen für die Fahrzeughersteller einfließen”, so Frank Petznick, Leiter der Geschäftseinheit Fahrerassistenzsysteme bei Continental. „Continental hat umfassende Expertise auf allen drei Sensorfeldern und in der Softwareentwicklung. Der Zugang zu der 1550 nm MEMS LiDAR-Technologie ist ein weiterer Schritt im Zuge dieser erfolgreichen Sensorstrategie.”

Autor: jst




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29.10.2020 07:43