17.03.2020 - 07:55

Conti geht mit 3D-Display in Serie

Der Zulieferer Continental bringt in der Highline-Variante des HMC Genesis GV-80 sein Seriendisplay mit autostereoskopischer 3D-Technologie auf den Markt. Statt auf Spezialbrillen setzt Conti auf sogenannte Parallax-Barrieren ein – schräg gestellte Sichtblenden, die das Bild für den Betrachter aufteilen.

Mit dem neuen 3D-Bildschirm stellt das Unternehmen Skalen, Zeiger und Objekte dreidimensional dar oder rückt ein warnendes Stoppschild ins Zentrum der Aufmerksamkeit des Fahrers. Dieser benötigt dafür keine Spezialbrille, um die Inhalte mit realistischer Anmutung zu sehen. Stattdessen setzt Continental sogenannte Parallax-Barrieren ein – schräg gestellte Sichtblenden, die das Bild für den Betrachter aufteilen: Wie beim Blick auf reale Objekte erreicht das rechte und das linke Auge jeweils eine leicht versetzte Darstellung, was zum dreidimensionalen Eindruck führt.

Unverzichtbar sei hierbei die Continental Innenraum-Kamera, die die Blickrichtung des Fahrers erfasst und die 3D-Ansichten auf seine exakte Kopfposition einstellen soll. Um zu verhindern, dass der Fahrer seine Aufmerksamkeit zu lange auf den 3D-Bildschirm richtet, soll die Kamera dank Aufmerksamkeitserkennung zudem mögliche Ablenkungsmomente oder Müdigkeit des Fahrers erkennen. Mit der 3D-Visualisierung des Kombiinstruments will Continental so der Herausforderung begegnen, den Fahrer trotz der wachsenden Fülle an Informationen von Fahrerassistenzsystemen, klassischen Anzeigen, Kommunikationsdiensten und Infotainment-Anwendungen nicht zu überlasten.

Cross Domain Hub

Der Zulieferer glaubt, mit seinem neuen Display die Mensch-Maschine-Interaktion auf eine neue Ebene zu heben und eine verbesserte und intuitive Kommunikation im vernetzten Cockpit zu ermöglichen. „Damit dieser Sicherheits- und Komfortgewinn nicht zulasten einer schlanken Elektronikarchitektur geht, fassen wir verschiedene Displays in Mittelkonsole oder Armaturenbrett in unserem Cross Domain Hub zusammen“, erklärt Dr. Frank Rabe, Leiter des Geschäftsbereichs Human Machine Interface bei Continental.

Um trotz der neuen Technologie Komplexität zu reduzieren sowie Gewicht und Platz zu sparen, werden zukünftig nur noch wenige Steuergeräte für alle Ein- und Ausgabegeräte des Fahrzeugs benötigt, erklärt man bei Conti. Der sogenannte Cross Domain Hub ist ein High Performance Computer-Konzept und die Basis für das im HMC Genesis zum Einsatz kommende Continental 3D-Display. Laut dem Zulieferer soll das Konzept in der Transformation moderner E/E-Architekturen helfen. Weg von vielen einzelnen Steuergeräten hin zu einigen wenigen Hochleistungscomputern. In der zukünftigen Domänen-übergreifenden Lösung des Cross Domain Hub verschmelzen demnach sämtliche Anzeigen in einer Einheit. Der Fahrer kann Inhalte auf mehrere Displays verteilen, etwa per Gestensteuerung Karten aus dem Beifahrerdisplay auf seinen Bildschirm ziehen und genau dort anordnen, wo er sie sehen möchte. Im automatisierten Fahrmodus wachsen die Displays über die Breite des gesamten Cockpits zusammen und bieten alle Dienste und Apps an, die sonst nur auf der Beifahrer-Seite zur Verfügung stehen.

Lichtfeld-Display

Damit auch Beifahrer und Passagiere auf den Rücksitzen in den dreidimensionalen Genuss kommen, entwickelt Continental auf Basis der Natural-3D-Lightfield-Technologie des US-amerikanischen Unternehmens Leia Inc. derzeit ein neues 3D-Display, das ohne Kameras zur Erfassung der Kopfbewegung oder 3D-Brillen auskommt. Das Natural 3D Display spart dadurch nicht nur Gewicht, Platz und Kosten, sondern eröffnet auch für alle Mitfahrer die ganze Welt digitaler Dienste im vernetzten Auto – von Videokonferenzen über Onlineshopping bis hin zu Augmented-Reality-Spielen und 3D-Filmen. Anstelle der oben beschriebenen Parallax-Barrieren setzt das System auf die Diffractive Lightfield Backlighting Technologie von Leia. Dabei sorgt ein Lichtleiter mit Beugungsgittern und Nanostrukturen unter dem Display-Panel für eine Beugung des Lichtes und erzielt so einen natürlichen 3D-Effekt. Continental will diese Technologie für den Einsatz in Fahrzeugen anpassen. Bis 2022 soll das System serienreif sein.

Editor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der Continental AG

Autor: jst
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17.03.2020 07:42