02.07.2021 - 08:22

Concept Recharge – Volvos nächster eSUV soll auch digital Maßstäbe setzen

Volvo Cars setzt mit Echtzeitdaten von Kundenfahrzeugen neue Sicherheitsstandards. So liefert die von Luminar entwickelte hochauflösende LiDAR-Technik bspw. Informationen zur Fahrzeugumgebung. Zudem übernimmt Volvo Cars künftig im eigenen Haus die Softwareentwicklung. Die nächste Volvo Modellgeneration nutzt das eigene VolvoCars.OS Betriebssystem.

Elektrifizierung ist für Volvo offenbar ein Paradigmenwechsel im Automobildesign. Das von Volvo aktuell vorgestellte Concept Recharge zeigt die Richtung für die neue Generation vollelektrischer Volvo Fahrzeuge. Das Konzeptfahrzeug folgt der Tradition des skandinavischen Designs und verkörpert den Ansatz „weniger, aber besser“. So gab der Wegfall des Verbrennungsmotors den DesignerInnen die Chance, die Proportionen der zukünftigen Volvo Modelle neu zu definieren und damit sowohl das Platzangebot im Innenraum als auch die Aerodynamik deutlich zu verändern.

Im Zuge der Vorstellung des Konzeptfahrzeugs hat Volvo auch einen Einblick in Sachen neuer Technologien gewährt.

Mit der nächsten Modellgeneration sollen Soft- und Hardware Echtzeitdaten aufzeichnen für ein verbessertes Sicherheitsniveau. Sie sollen dabei helfen, die Verbesserung der Assistenz- und Sicherheitssysteme kontinuierlich und schnell voranzutreiben.

Bereits nutzt der OEM Verkehrsdaten aus realen Situationen bei der Entwicklung neuer Technik. Mit der nächsten Fahrzeuggeneration will Volvo zusätzlich die Daten von Kundenfahrzeugen in Echtzeit auswerten und verarbeiten – falls KundInnen dies erlauben. Die Daten helfen Volvo demnach dabei, das Sicherheitsniveau seiner Fahrzeuge zu verbessern.

Die von Luminar entwickelte hochauflösende LiDAR-Technik liefert laut Volvo Informationen zur Fahrzeugumgebung. Die Volvo IngenieurInnen sind dadurch in der Lage, Funktionen des autonomen Fahrens schneller zu validieren sowie zu verifizieren und so deren sichere Einführung zu beschleunigen. Mit zehntausenden Volvo FahrerInnen und ihren Millionen gefahrenen Kilometern weltweit lassen sich bestimmte geographische Standorte kartographieren und kontrollieren – schneller als mit Testfahrzeugen, die nur in begrenzter Zahl an wenigen Orten unterwegs sind.

Schnellere Einführung

Verifizierte Aktualisierungen bestehender Systeme und neue Funktionen werden im Anschluss durch Over-the-Air-Updates schnell ausgerollt, heißt es vom OEM. Das erste Fahrzeug, das von diesem neuen Ansatz der Sicherheitsentwicklung profitiert, wird auch ebenso das erste SUV von Volvo sein, das auf einer neuen rein elektrischen Technik-Plattform basiert – das aktuell vorgestellte Concept Recharge.

„Mit Hilfe von Echtzeitdaten können wir unsere Entwicklungsprozesse beschleunigen und den Zeitraum von Jahren auf Tage verkürzen“, erklärt Ödgärd Andersson, CEO von Zenseact, der Software-Abteilung für autonomes Fahren von Volvo Cars. „Da die Echtzeit-Erfassung viel mehr Daten generiert, können wir bessere und qualitativ hochwertigere Datensätze erstellen. Diese ermöglichen uns, bessere und schnellere Entscheidungen über die nächsten Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.“

Um die gesammelten Echtzeit-Verkehrsdaten zu verarbeiten, investieren Volvo Cars und Zenseact in eine gemeinsame Datenfabrik. Sie soll in den nächsten Jahren mehr als 200 PebiBytes (225 Millionen Gigabytes) an Daten erhalten. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) sollen diese in Rekordzeit ausgewertet werden. Die KundInnen entscheiden selbst, ob diese Daten überhaupt gesammelt und unter Einhaltung der Privatsphäre zusammengeführt werden, betont Volvo in einer Pressemitteilung.

Die Nutzung von Echtzeitdaten ist Teil einer längerfristigen Volvo Vision für eine sichere Zukunft: Durch hochwertige Sensoren sowie fortschrittliche, sich ständig verbessernde Sicherheits- und autonome Fahrsysteme lassen sich Kollisionen in Zukunft effektiv verhindern, ist man sich bei Volvo sicher.

Concept Recharge

Das erste SUV auf einer neuen, ausschließlich auf Elektroantrieb ausgelegten Technik-Plattform wird serienmäßig mit neu entwickelter Sicherheitstechnik ausgestattet. Die von Luminar entwickelte LiDAR-Technik und ein autonomer Fahrcomputer mit Nvidia Drive Orin System-on-a-Chip gehören demnach zur Serienausstattung.

Somit setzt Volvo bei Hardware und der Software u.a. auf Zenseact und Luminar. Mit der Zeit soll das Fahrzeug dank seiner Soft- und Hardware sogar selbstständig eingreifen können, wenn die Fahrerin oder der Fahrer in lebensbedrohlichen Situationen nach wiederholten Warnungen nicht reagieren. Volvo formuliert die Vision so: „Die Systeme funktionieren wie ein zusätzliches Paar Augen und ein zweites Gehirn – der Fahrer behält dabei aber immer die volle Kontrolle.“

Auch im Innenraum prägt das Digitale das Konzeptfahrzeug: Ein 15 Zoll großer Touchscreen im Hochformat bildet das Zentrum des neuen vernetzten Infotainmentsystems. Es ermöglicht eine logische, intuitive Bedienung und trägt zu einem entspannten, ruhigen Nutzererlebnis bei, unterstreicht man in der Pressemitteilung.

Auf dem Dach des Konzeptfahrzeugs Concept Recharge befindet sich ein von Luminar entwickelter LiDAR-Sensor, der Daten zur Fahrzeugumgebung erfasst und eine wesentliche Rolle für die künftige autonome Fahrtechnik von Volvo spielt.

VolvoCars.OS

Im Zuge der Vorstellung von Concept Recharge verwies der OEM auch auf die Vertiefung seiner strategischen Partnerschaft mit Google. In Sachen Infotainment und Konnektivität will man die kommende Generation vollelektrischer Volvo Fahrzeuge auf eine nächste Stufe heben – vom Besitz über die Zeit im Fahrzeug bis hin zur smarten Steuerung, so der Hersteller.

Nachdem die Volvo Car Group das Infotainmentsystem auf Basis von Android Automotive OS mit den integrierten Funktionen Google Assistant, Google Maps und Google Play eingeführt hat, folgt nun der nächste Schritt. Mit der neuen Modellgeneration debütiert das VolvoCars.OS: Es führt die verschiedenen Betriebssysteme elektrischer Volvo Modelle – sowohl im Fahrzeug selbst als auch in der Cloud – zusammen und schafft ein konsistentes Nutzererlebnis. Hierzu tragen demnach das Android Automotive OS und neue Bildschirme bei.

Klar strukturiert nach Relevanz, soll ein hochauflösendes Fahrerinformationsdisplay alle wichtigen Informationen wie Geschwindigkeit und Batteriestand liefern. Und durch das zusätzliche Head-up-Display muss man nicht einmal den Blick von der Straße abwenden, um im Bilde zu bleiben.

Darüber hinaus fahren künftige Volvo Fahrzeuge mit einem großen zentral platzierten Touchscreen vor: Der Bildschirm bietet verschiedene Inhalte, einfach zu erkennende Informationen und eine reaktionsschnelle Interaktion, erklärt Volvo. Alles soll immer leicht zugänglich sein – entweder per Berührung oder per Sprachbefehl. Wichtige Informationen sind nun nicht mehr tief im Menü versteckt, so werden unnötige Klicks vermieden – ein Punkt der auf jeden Fall zu überprüfen bleibt.

Durch einen minimalistischen und kontextbezogenen Ansatz soll das System die relevanten und aktuell benötigten Informationen zur richtigen Zeit bereitstellen.

Die Verknüpfung mit dem Smartphone soll ebenfalls noch enger werden. Das Telefon dient dabei als Schlüssel, über die Volvo Cars App lassen sich demnach viele Funktionen steuern. Klassiker sind demnach das Elektrofahrzeug aus der Ferne vorheizen und vorklimatisieren. Ist die nächstgelegene Ladestation gefunden, wird der Ladevorgang überwacht und bezahlt. Auch eine Verbindung mit den persönlichen Geräten zu Hause ist möglich.

Die Software und Funktionen der Fahrzeuge sollen dank regelmäßigen Over-the-Air-Updates aktuell bleiben.

Online-Bestellungen

Alle neuen Elektroautos sind ausschließlich über eine eigene Webseite erhältlich. KundInnen können von zu Hause aus bestellen oder zusammen mit ihrem Händler eine Online-Bestellung aufgeben. Gleichzeitig will Volvo der Kundschaft ein Komplettpaket bieten: Jeder rein elektrisch betriebene Volvo soll mit einem komfortablen Care-Angebot ausgeliefert werden, das unter anderem Service, Garantie, Pannenhilfe sowie Versicherungen und Heimladeoptionen umfasst.

Autor: jst

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