13.01.2021 - 08:21

CES – Mobileye präsentiert Strategie und Technologie für autonome Fahrzeuge

Auf der virtuellen Messe CES zeigte die Intel-Tochter u.a. einen neuen Silizium-Photonik-Prozessor für frequenzmoduliertes Dauerstrich-Lidar (FMCW), der in Intels Silizium-Photonik-Herstellungsanlage im US-amerikanischen Bundesstaat New Mexico entwickelt wurde. Dieses System-on-a-Chip (SoC) der nächsten Generation wird voraussichtlich 2025 in Produktion gehen.

Mobileye stellte im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) seine Strategie und Technologie für Autonome Fahrzeuge (AV) vor. Damit soll die Technologie weltweit zum Einsatz kommen. „Die Unterstützung von Intel und unsere drei Säulen erlauben es Mobileye, in beispielloser Art und Weise zu skalieren“, so Amnon Shashua, President und Chief Executive Officer bei Mobileye. „Von Anfang an zielte unser Plan darauf ab, schnell weitere Länder und Märkte zu erschließen – unsere Ankündigungen heute zeigen, wie unsere Innovationen es ermöglichen, diese Strategie umzusetzen.“

Drei Säulen

Die drei Mobileye Technologien sind Road Experience Management für Kartierung, das regelbasierte Responsibility-Sensitive Safety Modell zur Einhaltung von Verkehrsregeln sowie zwei separate und redundante Subsysteme auf Basis der Kamera-, Radar- und Lidar-Technologie zur Erkennung der Fahrumgebung bilden demnach die drei Säulen. Die Kombination aus diesen Technologien liefere die Lösung von Mobileye.

Der Ansatz von Mobileye soll die Grundlage für die Skalierbarkeit auf technologischer und wirtschaftlicher Ebene bilden. Die Kosten für die Technologie am Markt für autonome Fahrzeuge auszurichten, sei entscheidend für globales Wachstum. Daher beruhe die Lösung von Mobileye auf einer kostengünstigen Kamera als primärer Sensor. Ergänzt wird dieser durch ein zweites und redundantes Erkennungssystem, das sicherheitskritische Entscheidungen treffen soll – und das mindestens dreimal sicherer als der Mensch, heißt es selbstbewusst von Mobileye. Mit True Redundancy könne Mobileye diese Leistung schneller und zu geringeren Kosten sicherstellen als andere Hersteller, die kombinierte Systeme anbieten würden.

Neue Radar- und Lidar-Technologie

Mobileye sieht die Zukunft von autonomen Fahrzeugen darin, eine verbesserte funk- sowie lichtbasierte Erkennung und Reichweitenmessungen zu gewährleisten. Dies würde einen Schlüsselfaktor für mehr Sicherheit auf den Straßen darstellen. Mobileye und Intel präsentierten daher Lösungen, die diese Vorgaben erfüllen und zeitgleich bestmögliche Rechenleistung und Kosteneffizienz ermöglichen sollen.

So stellte Mobileye eine softwaregestützte Radartechnologie zur Bilderfassung mit 2.304 Kanälen, 100 Dezibel Dynamikumfang und 40 dBc Nebenkeulenlevel vor. Mit diesen Parametern erfülle diese Radartechnologie die benötigte Erkennungstiefe, die für die Zulassung von Autonomem Fahren notwendig sei. Mit vollständig digitaler Signalverarbeitung, verschiedenen Erfassungsmethoden, Rohdaten-Nutzung und Mehrbild-Verfolgung erreiche Mobileye einen Paradigmenwechsel im Aufbau von AV-Systemen – und ermögliche damit einen signifikanten Leistungssprung.

Darüber hinaus wurde auch Intels spezialisierte Expertise in der Herstellung von Silizium-Photonik präsentiert, bei der aktive und passive Laserelemente auf einen Siliziumchip integriert werden. „Das ist wirklich ein Paradigmenwechsel“, so Amnon Shashua zu dem 2025 erwarteten Lidar SoC. „Wir nennen dies einen photonisch integrierten Schaltkreis. Er verfügt über insgesamt 184 vertikale Linien, die durch Optiken bewegt werden. Diese Entwicklung ist etwas ganz besonderes und gibt Intel einen signifikanten Vorteil bei der Herstellung dieser Lidar-Systeme.“

Weltweites Kartenmaterial

Mobileyes nutzergenerierte Kartierungstechnologie wurde ebenfalls vorgestellt und soll bereits heute automatisiert täglich knapp acht Millionen Straßenkilometer auf der ganzen Welt erfassen können. Insgesamt wurden somit fast eine Milliarde Kilometer aufgezeichnet. Der Kartierungsprozess unterscheide sich grundlegend von anderen Ansätzen, da auch semantische Daten verzeichnet würden. Diese seien von besonderer Bedeutung für das Autonome Fahren, da somit die Umgebung verstanden und in Kontext gesetzt werden könne. Der automatisierte Kartierungsprozess greift auf die in knapp eine Million verbauten Fahrsicherheitssysteme von Mobileye zurück.

Um die Skalierbarkeit der Kartierung für Autonomes Fahren unter Beweis zu stellen, will Mobileye in vier weiteren Ländern Testfahrten mit Autonomen Fahrzeugen an den Start bringen. Das Unternehmen wolle dabei Teams vor Ort die benötigten Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die die Mobileye Kunden unterstützen werden. Eine Entsendung von spezialisierten Ingenieuren sei nicht notwendig. Nach entsprechender Sicherheitseinweisung sollen die Fahrzeuge bereits einsatzbereit sein. Dieser Ansatz wurde bereits 2020 angewandt, um Autonome Fahrzeuge in München und Detroit in wenigen Tagen auf die Straße zu bringen.

Autor: jst

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