04.11.2021 - 08:50

Caring for sharing – Bosch entwickelt Software für Flotten

Damit Sharing-Fahrzeuge künftig stets in einwandfreiem Zustand sind, entwickelt Bosch neue Ridecare-Lösungen für Flottenbetreiber und Mobilitätsdienstleister. Die erste Ridecare-Serienfunktion ist eine Rauch- und Schadenserkennung. Dafür kombiniert Bosch eine Sensor-Box im Fahrzeug mit einer cloudbasierten Datenauswertung mittels KI.

Dafür kombiniert Bosch eine Sensor-Box im Fahrzeug mit einer cloudbasierten Datenauswertung mittels künstlicher Intelligenz. Sharing-Anbieter erhalten so transparent und in Echtzeit wichtige Informationen darüber, ob ein Fahrzeug beschädigt oder im Innenraum geraucht wurde. In Folge können Reparaturen oder Reinigungen künftig schneller und bedarfsgerechter erfolgen; das Flottenmanagement wird optimiert. Aktuell arbeitet Bosch mit großen Sharing-Anbietern aus Asien, Nordamerika und Deutschland in Pilotprojekten an der Serieneinführung seiner Rauch- und Schadenserkennung. Für diese erhielt man zudem vor Kurzem die offizielle Zulassung durch den Tüv Süd.

Transparenz

Carsharing-Anbieter erhalten meist wenige bis keine Informationen darüber, ob ihre Fahrzeuge während der Vermietung beschädigt wurden oder in ihnen geraucht wurde. Oft werden zwar größere Schäden am Auto gemeldet, bei vermeintlichen Kavaliersdelikten bleiben die Anbieter jedoch meist auf den Reparaturkosten sitzen. Zu großer Unzufriedenheit bei KundInnen führt zudem, wenn man ein Fahrzeug übernimmt, in dem zuvor unerlaubt geraucht wurde. Die Kosten für eine professionelle Innenreinigung summieren sich dann nicht selten auf mehrere Hundert Euro. Ridecare-Lösungen von Bosch sollen nun für Carsharing-Anbieter transparent machen, was bisher nur bruchstückhaft erfasst wurde: Eine Sensor-Box im Fahrzeug erkennt sowohl Zigarettenqualm im Innenraum als auch Beschädigungen an der Außenhülle. Diese Art von Schäden mit nur einer einzigen Sensoreinheit zu detektieren, ist in der Branche ein Novum. Bisher gibt es lediglich Einzellösungen, die entweder Rauch oder Unfälle erfassen. Die Sensoren der Box arbeiten demnach so präzise, dass sie nicht nur Unfälle, sondern selbst Parkrempler erkennen. Das gilt übrigens auch für den Fall, wenn ein Sharing-Fahrzeug gerade unvermietet im Stadtgebiet parkt und touchiert wird. Damit könnten Sharing-Anbieter direkt zuordnen, wer den Schaden verursacht oder im Fahrzeug geraucht hat.

Die neuartigen Flottendienste von Bosch umfassen eine fest an der inneren Windschutzscheibe der Sharing-Fahrzeuge verbauten Sensor-Box sowie eine intelligente Software zur Datenauswertung in der Cloud. Sobald die Sensorinformationen über Unfälle oder Rauch im Fahrzeuginnenraum an ein Cloud-Backend übermittelt wurden, kann Bosch daraus mit Hilfe von Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) die Intensität eines Aufpralls ableiten und für den Flottenbetreiber klassifizieren. Intelligente Algorithmen beziehen dafür sowohl die Fahrdynamikdaten des Autos als auch zusätzliche Informationen wie die Straßenbeschaffenheit mit ein. Sharing-Anbieter erhalten somit eine zuverlässige Information, ob eine Beschädigung lediglich kosmetischer Natur ist oder sie sofort begutachtet und repariert werden muss, damit die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs gewährleistet bleibt. Dank der KI-Datenauswertung wird zudem erkannt, wo am Fahrzeug sich die Beschädigung befindet, beispielsweise an der hinteren Stoßstange oder selbst am Unterboden. Das erleichtert die Dokumentation der Schäden und die Arbeit von GutachterInnen. Werden die Daten der Sensor-Box später mit Bildern des Schadens kombiniert, erhalten die Betreiber von Flotten und Mobilitätsdiensten auf Wunsch zudem eine Schätzung der Reparaturkosten.

Digitale Lösung für das Flottenmanagement

Für Sharing-Anbieter ist eine schnelle und transparente Dokumentation von Schäden an einzelnen Fahrzeugen auch eine Preisfrage. Die besonderen Fälle in den sogenannten Operations, sind die, die vil Geld kosten. Mit einer digitalen Lösung kann die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge gewährleistet und Ausfallzeiten minimiert werden. Neben der Schadensklassifizierung liefern die Ridecare-Dienste dem Sharing-Anbieter zudem den Schadensort sowie den genauen Zeitpunkt, wann sich etwa ein Schaden ereignet hat oder im Auto geraucht wurde.

Autor: jst

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