06.08.2018 - 10:22

Bosch auf der IAA: Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung

Bosch auf der IAA: Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung

Um Logistikketten zu verbessern, Kosten zu senken und eine Entlastung für den Fahrer darzustellen, stellt Bosch auf der IAA Nutzfahrzeuge im September diesen Jahres jede Menge Innovationen vor. U.a. wird das Unternehmen Technik zur Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung vorstellen.

Vernetzte Services

Die Vernetzungsplattform für cloudbasierte Services bildet die technische Basis für die vorausschauende Diagnose und die Over-the-Air Updates. Für eine sichere Kommunikation zwischen Fahrzeug, Cloud und Service sorgt das Basis-Softwaremodul. Über das Datenmanagementmodul, über das die Software auf dem neuesten Stand gehalten wird und Daten analysiert werden können, organisieren Nutzfahrzeughersteller oder Flottenmanager die Fahrzeugdaten.

Den Datenaustausch zwischen den Steuergeräten im Lkw und der Außenwelt über sämtliche Bussysteme hinweg steuert das Central Gateway. Einen sicheren Datenaustausch ermöglichen morderne Übertragungs- und Verschlüsselungstechnologien (Firewalls im Fahrzeugnetzwerk zur Verhinderung von unberechtigtem Zugriff und das Intrusion Detection System der Bosch-Unternehmen ETAS und ESCRYPT).

Um Störungen im betrieblichen Ablauf möglichst gering zu halten, meldet die vorausschauende Diagnose fortlaufend Komponenten- und Systemzustände im Fahrzeug an eine Cloud. So können Fehler rechtzeitig erkannt werden, was Wartungs- und Servicekosten senkt.

Eine weitere Neuerung ist der elektronische Horizont, der bei jeder Fahrt dazu lernt. Hochgenaue topographische Daten wählen im Zusammenspiel mit der Steuerung von Motor und Getriebe eine möglichst effiziente Fahrstrategie, um den Verbrauch zu senken. Darüber hinaus gleicht die Funktion die hinterlegten Daten mit den tatsächlichen Gegebenheiten ab. Abweichungen, beispielsweise die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, sollen künftig über die Cloud mit anderen Trucks geteilt werden. Der mitdenkende, elektronische Horizont soll Anfang 2019 in Serie gehen.

Damit Logistiker und Kunden über den Zustand des Transportgutes immer auf dem Laufenden sind, wurde von Bosch eine rund zehn mal zehn Zentimeter große Box entwickelt. Diese ist mit Sensoren ausgestattet und überwacht sensible Ware. So kann der Transport Data Logger zum Beispiel Temperatur, Feuchtigkeit, Neigung und Erschütterung messen. Die Daten werden über eine dokumentiert und angezeigt. Ein Alarm beugt frühzeitig Schäden vor, wenn bestimmte Werte über- oder unterschritten werden.

Assistenzsysteme

Für mehr Fahrkomfort und Sicherheit geht ab 2019 das digitale Außenspiegel-System “Mirror Camera”, das die großen Spiegel durch Videosensoren ersetzt, von Bosch und Mekra Lang in Serie. In Echtzeit wird dem Fahrer das Bild der Kameras auf hochauflösenden Monitoren in der Fahrerkabine angezeigt. Das System basiert auf vier Ultra-Weitwinkel-Kameras, die eine 360° Sicht auf das Fahrzeug ermöglichen. Bestehende Lkw-Flotten können mit dem Kamerasystem EasyFit von Bosch nachgerüstet werden. Neben der verbesserten Sicht, die je nach Situation auch angepasst werden kann, senkt das Fehlen der Spiegel zudem den Kraftstoffverbrauch um bis zu 2 Prozent.

Bei unübersichtlichen Abbiegemanövern unterstützt die Abbiegewarnung den Fahrer. Fußgänger und Radfahrer werden von Radarsensoren erkannt und warnen den Lkw-Fahrer vor drohenden Kollisionen. Hinzu kommen Sensoren zur Totwinkelerkennung seitlich am Fahrzeug, die andere Verkehrsteilnehmer erkennen und den Fahrer ebenfalls vor potenziellen Zusammenstößen warnt.

Bosch auf der IAA: Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung

Für alle Lkw mit mehr als 8 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sind seit Ende 2015 EU-weit Systeme für eine automatische Notbremsung vorgeschrieben. Bei Bosch kommt hierfür eine Kombination aus Multifunktionskamera und Radarsensor zum Einsatz. Diese sind im Frontbereich der Trucks verbaut und erkennen vorausfahrende Objekte und deren Geschwindigkeit. Der Fahrer wird im Fall einer drohenden Kollision gewarnt. Darüber hinaus leitet das System automatisch bei Nichtreaktion des Fahrers eine Notbremsung ein.

Mehr Komfort bietet weiterhin das elektro-hydraulischen Lenksystem Servotwin. Es spart gegenüber zu reinhydraulischen Lenkungen nicht nur Kraftstoff, sondern bietet eine geschwindigkeitsabhängige Lenkunterstützung. Gleichzeitig bildet es dank elektronischer Schnittstelle die Basis für die Seitenwindkompensation und den Spurhalteassistenten. Dieser warnt über ein vibrierendes Lenkrad warnt den Fahrer, falls das Fahrzeug unbeabsichtigt die Fahrspur verlässt und hält das Fahrzeug mittels sanfter Lenkeingriffe in der Spur.

Bei Nutzfahrzeugen mit drei oder mehr Achsen ermöglicht die elektro-hydraulische Hinterachs-Lenkung das Lenken der Vor- oder Nachlaufachsen, was einen kleineren Wendekreis zur Folge hat. Das System, das nur Energie verbraucht, wenn tatsächlich gelenkt wird, ermittelt aus dem übertragenen Lenkwinkel (aus dem CAN-Bus) an der Vorderachse den optimalen Lenkeinschlag der Hinterachse.

Elektrische Fahrzeuge

Für flexible und schnelle Warenauslieferung in urbanen Räumen, setzt Bosch auf leichte Elektrofahrzeuge auf zwei, drei und vier Rädern, die mit einem 48-Volt-Antriebssystem betrieben werden.

Der eBike-Antrieb der Performance Line von Bosch mit 63 Nm Drehmoment ermöglicht den reibungslosen Betrieb von Cargo-Bikes. Unter günstigen Bedingungen sind mit einem zweiten Batteriepack, auch unter Zuladung, Reichweiten von bis zu 180 km möglich. Der Bordcomputer Nyon, der dem Fahrer u.a. die aktuelle Uhrzeit, Geschwindigkeit, Schaltempfehlung, Reichweite, Distanz und den Akku-Ladestand anzeigt, findet hierbei den schnellsten Weg bei der Auslieferung.

Bosch auf der IAA: Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung

Beim Bremsen geht mit der elektrifizierten Trailerachse ab sofort keine Energie mehr verloren. Diese wird in einer Hochvolt-Batterie gespeichert und kann in unterschiedlichen Anwendungen wiederverwendet werden – zum Beispiel für den Betrieb von Kühlkompressoren von Aufliegern. So kann sie im bis zu 9.000 Litern Kraftstoff einsparen. Mit der elektrifizierten Achse ist darüber hinaus ein ferngesteuertes elektrisches Fahren beispielsweise auf Speditionshöfen oder in Häfen möglich.

Das Thermomanagement-System von Bosch leitet Wärme und Kälte für den Fahrzeuginnenraum von Elektrofahrzeugen immer dorthin, wo sie gerade gebraucht werden. Das steigert die Reichweite von Elektrofahrzeugen um bis zu 25 Prozent.

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial von Bosch

Autor: jst

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