13.10.2020 - 07:19

BMW gibt sich eigenen Ethik-Kodex für den Einsatz von KI

Basierend auf den von der EU formulierten Grundanforderungen zu vertrauenswürdiger KI hat der Autobauer sieben Grundprinzipien zum Einsatz von KI im Unternehmen formuliert. Diese sollen fortlaufend über alle Unternehmensbereiche hinweg konkretisiert und bedarfsorientiert weiterentwickelt werden.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist nach aktueller Denke einer der zentralen Bestandteile der digitalen Transformation in der Automobilindustrie. BMW erklärt, dass man selbst KI bereits entlang der gesamten Wertschöpfungskette einsetze, um Mehrwert zu generieren.

Michael Würtenberger, Leiter Project AI: „Künstliche Intelligenz ist die Schlüsseltechnologie der digitalen Transformation. Aber: Der Mensch bleibt dabei für uns im Mittelpunkt. KI unterstützt unsere Mitarbeiter und verbessert das Kundenerlebnis. Bei der Ausweitung des KI-Einsatzes im Unternehmen gehen wir zielgerichtet und mit Bedacht vor. Die sieben Grundsätze für KI bei der BMW Group legen dafür die Basis.“

Aufbauend auf den von der EU formulierten Grundanforderungen zu vertrauenswürdiger KI hat die BMW Group sieben Grundprinzipien zum Einsatz von KI im Unternehmen erarbeitet. Diese sollen fortlaufend entsprechend der vielschichtigen Anwendungen über alle Unternehmensbereiche hinweg konkretisiert und bedarfsorientiert weiterentwickelt werden. So will das Unternehmen die Grundlage dafür schaffen, den Einsatz von KI auszuweiten und das Bewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen sensiblen Umgang mit KI-Technologien schaffen.

Das sind die sieben Grundsätze für den Einsatz von KI bei der BMW Group:

  • Vorrang menschlichen Handelns und menschliche Aufsicht: Die BMW Group führt geeignete Maßnahmen ein, um den Vorrang menschlichen Handelns durch die Überwachung der Entscheidungen von KI-Anwendungen und die Berücksichtigung von Möglichkeiten zur Übersteuerung von auf Algorithmen basierenden Entscheidungen durch Menschen zu gewährleisten.
  • Technische Robustheit und Sicherheit: Die BMW Group verfolgt das Ziel, robuste KI-Anwendungen zu entwickeln und durch die Bezugnahme auf geltende Sicherheitsnormen das Risiko zu senken und unbeabsichtigte Folgen und Fehler zu verhindern.
  • Schutz der Privatsphäre und Datenqualitätsmanagement: Die BMW Group weitet ihre modernen Methoden für Datenschutz und Datensicherheit auf die Speicherung und Verarbeitung von Daten für KI-Anwendungen aus.
  • Transparenz: Die BMW Group setzt sich für Erklärbarkeit von Entscheidungen durch KI-Anwendungen sowie eine offene Kommunikation in den Bereichen, in denen entsprechende Technologien zum Einsatz kommen, ein.
  • Vielfalt, Nichtdiskriminierung und Fairness: Die BMW Group achtet die Menschenwürde und strebt daher die Erstellung fairer KI-Anwendungen an. Dazu zählt auch die Prävention von nicht gesetzes-konformem Verhalten von KI-Anwendungen.
  • Gesellschaftliches und ökologisches Wohlergehen: Die BMW Group setzt sich für die Entwicklung und Nutzung von KI-Anwendungen ein, die das Wohlergehen von Kunden, Beschäftigten und Partnern fördern. Dieses Engagement steht im Einklang mit den Menschenrechts- und Nachhaltigkeitszielen der BMW Group, zu denen auch der Klimawandel sowie ökologische Aspekte zählen.
  • Rechenschaftspflicht: Die KI-Anwendungen der BMW Group müssen im Sinne einer verantwortungsvollen Funktionsweise umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang wird die BMW Group im Einklang mit den Maßnahmen für eine gute Unternehmensführung die Risiken ermitteln, bewerten, melden und mindern.

Das „Project AI“.

Um sicherzustellen, dass Technologien der KI auf ethische und effiziente Weise angewendet werden, habe man 2018 das „Project AI“ ins Leben gerufen, heißt es seitens der BMW Group. Es ist ein Kompetenzzentrum für Data Analytics und maschinelles Lernen, das zum Konzern gehört. Es soll für einen schnellen Wissens- und Technologieaustausch im gesamten Unternehmen sorgen. Das Project AI spiele daher eine Schlüsselrolle bei der fortschreitenden digitalen Transformation der BMW Group und unterstütze die effiziente Entwicklung und Skalierung intelligenter Daten- und KI-Technologien. Unter anderem wurde ein Portfolio-Tool entwickelt, welches Transparenz bei der unternehmensweiten Anwendung von Technologien schaffen soll, die datengesteuerte Entscheidungen treffen. Dieses sogenannte D³-Portfolio (Data Driven Decisions) umfasst derzeit über 400 Anwendungsfälle, von denen bereits mehr als 50 für den regulären Betrieb zur Verfügung gestellt wurden.

Autor: jst

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