24.11.2021 - 08:44

Assistenz für die Schiene

Um die Sicherheit von urbanen Schienenfahrzeugen zu erhöhen, hat Bosch ein neues Assistenzsystem entwickelt. Die Lösung für Straßen- und Stadtbahnen warnt Fahrer vor drohenden Kollisionen und bremst das Fahrzeug notfalls automatisch ab. In diesem Jahr sind bereits 550 Straßenbahnen in 19 europäischen Städten mit dem System ausgerüstet (wir berichteten), der Marktstart in Nordamerika und Australien ist für das Jahr 2022 vorgesehen.

Hindernisse auf den Schienen, Auto-, Rad- oder MotorradfahrerInnen, die zu dicht vor dem eigenen Fahrzeug einscheren oder FußgängerInnen, die unachtsam die Fahrbahn überqueren: Im dichten Verkehrsgedränge der Innenstädte müssen Stadt- und StraßenbahnfahrerInnen jederzeit mit potenziellen Unfallgefahren rechnen. Hinzu kommen noch schlechte Sichtverhältnisse bei Regen, Schnee oder Nebel. Um die FahrerInnen zu unterstützen, hat Bosch Engineering ein innovatives Fahrerassistenzsystem für Stadt- und Straßenbahnen entwickelt. Bei einer drohenden Kollision warnt es TramfahrerInnen zunächst durch ein Signal. Greift die Person nicht oder zu spät in das Verkehrsgeschehen ein, bremst das System die Bahn selbständig bis zum Stillstand ab, um einen Aufprall zu verhindern oder zumindest so stark wie möglich abzuschwächen.

Höhere Effizienz für BahnbetreiberInnen

Das Assistenzsystem besteht aus einer Multifunktionskamera, einem Radarsensor und einem Steuergerät. Die Multifunktionskamera erfasst den Schienenverlauf sowie Fahrzeuge und Personen vor der Straßenbahn und übermittelt die Informationen in Echtzeit an den Radarsensor. Die Objektinformationen des Video- und Radarsystems werden zu einem Gesamtbild der Umgebung verschmolzen. Unter Berücksichtigung der eigenen Fahrgeschwindigkeit berechnet das Steuergerät auf dieser Grundlage die aktuelle Kollisionsgefahr.

Erkennt das Assistenzsystem eine kritische Annäherung, warnt es FahrerInnen durch eine optische Anzeige im Cockpit und ein akustisches Signal. Reagiert der StraßenbahnfahrerInnen nicht innerhalb von zwei Sekunden darauf, bremst eine Sicherheitsfunktion die Bahn automatisch bis zum Stillstand ab. Die Verzögerung erfolgt dabei so sanft, dass auch stehende Fahrgäste nicht befürchten müssen, den Halt in der Bahn zu verlieren. Denn insbesondere Bahnunfälle haben häufig schwerwiegende Personenschäden zur Folge. Noch um ein Vielfaches höher liegt die Anzahl an Bahnunfällen mit Sachschäden. Mit Einsatz des Systems lassen sich diese deutlich reduzieren oder ganz vermeiden. BahnbetreiberInnen sparen damit Kosten für teure Reparaturen und gleichzeitig wird die Verfügbarkeit der Flotte durch weniger Zugausfälle erhöht und ein reibungsloser Betrieb gewährleistet. Neben dem Plus an Sicherheit führt das System darüber hinaus auch zu einer spürbaren Verringerung der physischen und psychischen Belastung der TramfahrerInnen.

Bosch Engineering hat das Kollisionswarnsystem auf Basis der bewährten Großserientechnik aus dem Automobilbereich entwickelt. Das System wird stetig weiterentwickelt und in den kommenden Jahren mit noch leistungsfähigeren Sensorik-Komponenten weiter optimiert. „Unser stetig wachsender Systembaukasten wird die Straßenbahn unterstützen, den Grad der Automatisierung weiter zu erhöhen“, betont Heiko Mangold. In diesem Jahr sind schon rund 550 Straßenbahnen in 19 Städten in Europa mit dem System im Einsatz und sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Von 2022 an wird das System außerdem in Nordamerika und Australien eingesetzt.

Autor: jst

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24.11.2021 08:57