22.01.2021 - 08:43

Apex.AI baut deutsches Kompetenzzentrum in Berlin aus

Der Berliner Standort verstärkt sich mit sieben Fachleuten und deren Expertise in der Programmierung von Automotive Middleware – Kopf des Teams ist Michael Pöhnl.

Dessen Team entwickelt für Apex.AI eine Software, die große Datenmengen bewältigen kann, die autonome Fahrzeuge generieren. Die iceoryx genannte Middleware soll künftig die effiziente und vor allem sichere Echtzeitverarbeitung dieser Datenmengen in autonomen Autos ermöglichen.

Die Bedeutung von Berlin als Automotive-Standort wächst. Neben den Dependancen der OEMs, wie der Volkswagen Softwaretochter Carmeq oder Daimlers MBition, haben längst auch Automobil-Zulieferer wie Bosch, Hella oder NVIDIA hier ihre Niederlassungen, und mit Teslas Gigafactory, im Umland der Hauptstadt, steht ein weiterer Player in den Startlöchern. Dieser wachsenden Bedeutung will offenbar auch Apex.AI Rechnung tragen und vergrößert die Mannschaft des Berliner Büros schon wenige Monate nach seiner Gründung im November 2020.

An Bord kommt ein Team Software-Entwickler, mit denen Teamleiter Michael Pöhnl bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat. Dr. Jan Becker, CEO von Apex-AI: „Ich freue mich außerordentlich, Michael Pöhnl und sein Team in der Apex.AI Familie begrüßen zu können. Die neuen Kolleginnen und Kollegen stärken mit ihrer Kompetenz beim Open-Source-Projekt Eclipse iceoryx, unseren kundenorientierten Ansatz, sichere und damit zertifizierbare Software für das autonome Fahren zu entwickeln. Mit unserer Niederlassung in der Hauptstadt Berlin haben wir, zusätzlich zum Büro in München, einen Standort in unmittelbarer Nähe zu bestehenden, aber auch zu potenziellen neuen Kunden im Herzen Europas und zu den Entscheidungsträgern der Bundesregierung.“

Apex.AI ist in Berlin im Ullsteinhaus untergekommen und ist dort als Mitglied der Drivery Teil eines der größten Innovationsinkubatoren mit Fokus auf Mobilität. Zu diesem Netzwerk gehören mittlerweile mehr als 120 Partner und es vereint junge Unternehmen wie Apex.AI, mit bekannten Industriegrößen unter einem Dach.

Zu Apex.AI kommt Michael Pöhnl von Bosch, wo er unter anderem für das Thema Datenkommunikation in der Autosar-Entwicklungspartnerschaft verantwortlich war. Beim Automobilzulieferer hat er vor mehr als 15 Jahren mit der Softwareentwicklung begonnen und Datentransportmechanismen, so genannte Zero-Copy-Middleware, entwickelt. Diese Middleware ermöglicht den Sensordatenaustausch auf einem Prozessor und läuft heute bereits auf Millionen Radar-, Frontvideo- und Surroundview-Systemen.

Ungleich komplexer als die bisherigen Systeme soll die iceoryx Middleware sein, an der er und sein Team bereits seit fünf Jahren arbeiten und die sie nun für Apex.AI weiterentwickeln.

iceoryx – ursprünglich von Bosch initiiert – ist eine open-source Inter-Process-Communication (IPC)-Middleware, die einem Zero-Copy-Shared-Memory-Ansatz folgt. So wird die Datenübertragung innerhalb eines Speicherbereichs ohne eine einzige Kopie ermöglicht. Michael Pöhnl und seine Kollegen haben dabei die
Bereiche Automotive und Robotik in den Fokus genommen und diese Art der Datenübertragung in die Spezifikationen von Autosar und ROS2 überführt.
Die vom Betriebssystem üblicherweise zur Verfügung gestellten Mechanismen, wie beispielsweise Message Queues, erfordern das Kopieren der Daten und unterliegen Kontextwechseln zwischen Benutzer- und Kernelbereich. In der Regel entstehen so viele Kopien der übertragenen Informationen zwischen Sender und
Empfänger. Wenn es um GByte pro Sekunde Datenaustauschraten geht, wird die Vermeidung dieser Kopien aber zum entscheidenden Faktor. Die Zero-Copy-Implementierung verzichtet daher auf die Vervielfältigung und sorgt so für eine extrem effiziente Übertragung mit einer konstanten Latenzzeit, unabhängig von der Datenmenge. Und sie vermeidet Zugriffskonflikte, die zu Geschwindigkeitseinbußen führen.

Mit iceoryx ist nun eine Echtzeitdatenverarbeitung möglich, ohne die autonomes Fahren praktisch nicht denkbar ist. Hinter der Weiterentwicklung von iceoryx steht die Eclipse Foundation, zu der neben Apex.AI auch Bosch gehört. Die Federführung bei den Arbeiten an der Software innerhalb der Foundation lag schon
bisher bei Michael Pöhnl und er wird diese Leitungsfunktion auch in seiner neuen Position als Senior Staff Engineer bei Apex.AI weiterführen.
Als zusätzlichen Partner möchte Apex.AI erneut den TÜV Nord gewinnen. Denn nachdem die Zusammenarbeit mit der Prüforganisation bereits bei der Zertifizierung des Automotive-Betriebssystems Apex.OS sehr erfolgreich war, sollen nun auch die Sicherheitsstandards von iceoryx überprüft und nach ISO
26262 zertifiziert werden, um der Middleware den Serieneinsatz im Auto zu ermöglichen. Ein Ziel ist es iceoryx in Apex.OS zu integrieren und OEMs wie Tier-1-Zulieferern ein zertifiziertes Softwareframework für autonome Fahrzeuge anzubieten, das den harten Automotive-Sicherheitsstandards genügt und gleichzeitig
äußerst effizient arbeitet.

Autor: jst




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